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Donnerstag, 03.12.2020
 
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Kulturnachrichten

Freitag, 3. April 2020

Der Sänger Bill Withers ist tot

Nach Herzkomplikationen ist der Sänger des Hits "Lean on Me", Bill Withers, im Alter von 81 Jahren gestorben. Das teilte seine Familie in Los Angeles mit. Zu den gefühlvollen Songs, die er in den 1970er Jahren verfasste und zeitlose Welthits wurden, gehören auch "Ain't No Sunshine" und "Lovely Day". Withers erstes Album wurde 1971 veröffentlicht, danach folgten weitere Hits. Mitte der 1980er Jahre zog er sich aus dem Musikgeschäft zurück.

Jugendliche lesen weniger Bücher

Nur 34 Prozent der Jugendlichen in Deutschland haben einer Studie zufolge im vergangenen Jahr in ihrer Freizeit regelmäßig zum Buch gegriffen. 2018 waren es noch 39 Prozent. Das geht aus der sogenannten JIM Studie 2019 hervor, wie das Börsenblatt berichtete. Etwa ein Fünftel aller Befragten gab demnach an, nie in der Freizeit in gedruckten Büchern zu lesen. Ein Grund für diesen Rückgang könne daran liegen, dass sich das Medienrepertoire der Jugendlichen stetig erweitere. Aktuell hätten etwa drei von vier Familien ein Abonnement für einen Video-Streaming-Dienst, so die Studie. Auch Musik-Streaming-Dienste seien in zwei von drei Familien vorhanden. Digitale Sprachassistenten wie Alexa hätten 16 Prozent der Haushalte.

Regisseur Ostermeier sorgt sich um Stadtkultur

Thomas Ostermeier, künstlerischer Leiter der Berliner Schaubühne, sorgt sich um die Zukunft von Kultureinrichtungen nach dem Ende der Corona-Pandemie. So wie in italienischen Krankenhäusern offenbar entschieden werden müsse, wer lebensnotwendige Behandlungen erhalte, werde vielleicht später gefragt, "welche Firmen und Institutionen man braucht und auf welche man verzichten kann", sagte der Regisseur in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung. Ob die Politik dann alle Kultureinrichtungen retten wolle, bleibe abzuwarten. Auch für den Sozialbereich, die Kitas, verschiedene Initiativen und Hilfsangebote dürften künftige Sparhaushalte Folgen haben, gibt Ostermeier zu bedenken. Dies könnte eine Verarmung der gesamten Stadtkultur bedeuten. Die Krise löse jetzt viel Empathie und Solidarität aus, "aber ich fürchte, je länger sie dauert, desto deutlicher wird sie zur sozialen Polarisierung beitragen".

Türkische Sängerin stirbt nach Hungerstreik

Die Sängerin Helin Bölek von der prominenten türkischen Folk-Band Grup Yorum ist während eines "Todesfastens" gegen Einschränkungen der Regierung gestorben. Die Musikerin hatte seit 288 Tagen gehungert, wie die Band via Twitter bestätigte. Bölek hatte mit ihrem Hungerstreik unter anderem gegen die Inhaftierung von Mitgliedern der linkspolitischen, regierungskritischen Band protestiert sowie gegen ein Konzertverbot, das schon seit Jahren gilt. Ein Bandkollege fastet weiterhin. Grup Yorum hatte sich vor rund 35 Jahren gegründet und landesweit und international große Konzerte gegeben. Wegen angeblicher linksterroristischer Verbindungen sind Bandmitglieder in der Türkei immer wieder inhaftiert worden. Die beiden Musiker hatten ihren Hungerstreik begonnen mit den Forderungen an die Regierung, die Verfolgung der Gruppe zu beenden, die Inhaftierten freizulassen und die Klagen gegen sie fallenzulassen.

Gropius Bau präsentiert Ausstellung online

Der Berliner Gropius Bau präsentiert Teile einer Ausstellung mit Werken des taiwanesischen Künstlers Lee Mingwei als digitale Alternative. Die Ausstellung "Li, Geschenke und Rituale" sollte ursprünglich am 27. März in Berlin eröffnet werden. Das Online Programm umfasst Video-Einführungen zur Ausstellung, virtuelle Aktivierungen ausgewählter Kunstwerke und zwei neue Arbeiten, die von Lee Mingwei in Reaktion auf die aktuelle globale Krise entwickelt wurden. Auf der Website des Gropius Bau werden zudem Installationsansichten, Ausstellungstexte sowie Auszüge aus dem Ausstellungskatalog veröffentlicht.

Rund eine Million Euro Spenden für Musiker in Not

Bei einer bundesweiten Spendenaktion der Deutschen Orchester-Stiftung für freischaffende Musiker sind inzwischen rund eine Million Euro zusammengekommen. "Das sind tolle Signale für den großen Zusammenhalt der gesamten Musikszene in dieser Krise", sagte der Kuratoriumsvorsitzende der Stiftung, Gerald Mertens. Die Kampagne #MusikerNothilfe läuft seit knapp drei Wochen. Ein wichtiger Spender sei auch der Sänger Sebel mit seinem Corona-Mutmach-Song "Zusammenstehen". Die Einnahmen aus dem Lied, das bei Youtube inzwischen fast 2 Millionen Klicks hat, sollen dem Fonds zugute kommen. Der Nothilfefonds will freischaffenden Musikern helfen, die sich wegen der Corona-Krise in einer sozialen Notlage befinden. Betroffene sollen das Geld noch vor Ostern ausgezahlt bekommen.

Russische Band organisiert Quarantäne Song Contest

Weil der Eurovision Song Contest (ESC) in Rotterdam ausfällt, hat Ilja Prussikin von der russischen Punkpop-Band Little Big einen Quarantäne-Song-Contest ins Leben gerufen. Zum Start gab es die Ballade "Selbstisolation" von Sofia Tajurskaja, die mit Little Big zum ESC fahren sollte. In einem Video-Clip mit schwarzem Humor zeigt sie die Folgen der Corona-Krise und tanzt dabei im Klopapier-Outfit, wäscht sich die Hände und trinkt Wein aus der Flasche. Die Alternative zum ESC will vor allem erreichen, dass man sich in "dieser nicht einfachen Zeit" gegenseitig unterstütze. Für den wegen des Coronavirus abgesagten ESC gibt es bereits weitere Alternativen: auch der ESC-Veranstalter EBU und mit ihm die ARD als auch Stefan Raab und ProSieben planen eine Ersatzshow für den Abend des 16. Mai.

Sommersemester soll überall stattfinden

Das Sommersemester an den Hochschulen soll in diesem Jahr trotz Corona-Krise in ganz Deutschland stattfinden und am 20. April beginnen. Darauf haben sich nach Angaben der Hamburger Bildungsverwaltung die Wissenschaftsministerien der Bundesländer verständigt. Man habe sich auf einen gemeinsamen Rahmen für die Ausgestaltung des Sommersemesters geeinigt. Der Lehr- und Forschungsbetrieb solle so weit möglich stattfinden, hieß es. Den Studierenden sollten aufgrund der Corona-Pandemie kein Nachteil entstehen. Die Hamburger Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank (Grüne) sagte: "Die Hochschulen und die Studierenden brauchen jetzt Klarheit. Den Vorlesungsbeginn immer wieder zu verschieben, hilft da nicht. Deswegen haben wir festgelegt, dass der Vorlesungsbetrieb am 20. April starten soll". Ziel sei es allerdings, dass die Lehrangebote zunächst möglichst umfangreich digital angeboten würden.

Musikrat fordert mehr Hilfe für freie Ensembles

Rund 98 Prozent des Musiklebens sind durch die Maßnahmen von der Corona-Krise betroffen. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Deutschen Musikrats, an der bis Ende März Kulturschaffende und rund 4000 Institutionen teilgenommen haben. Betroffen seien nicht nur Soloselbständige, sondern das gesamte Musikleben, darunter die Musikwirtschaft, die Amateurmusikszene, der musikpädagogische Bereich und die freien Ensembles, teilte der Deutsche Musikrat mit. Das vom Bund beschlossene Hilfspaket sei ein erster wichtiger Schritt für Kulturschaffende. Es lindere nicht nur soziale und wirtschaftliche Not, sondern unterstreiche auch die Systemrelevanz der Kultur, so Musikrat-Generalsekretär Christian Höppner. Für die Bekämpfung der Krise, sei Solidarität die wichtigste Voraussetzung. "Nur gemeinsam sind wir stark", so Höppner. Bei der Umsetzung des Hilfspakets gebe es Nachsteuerungsbedarf, vor allem bei der Unterstützung für die bildungskulturelle Infrastruktur und die freien Ensembles.

Schenkung für Berliner Schau über Hannah Arendt

Das Deutsche Historische Museum (DHM) hat für die Ausstellung "Hannah Arendt und das 20. Jahrhundert" eine Schenkung erhalten. Dabei handelt es sich um Presse-, Audio- und Filmmaterial sowie zahlreiche Gegenstände aus dem persönlichen Besitz der Philosophin Hannah Arendt (1906-1975), darunter eine Kamera, Fotografien, Briefe, Kunstwerke und Schmuck, wie das DHM mitteilte. Sie stammen aus dem Besitz von Arendts Großnichte, der Judaistin Edna Brocke. DHM-Präsident Raphael Gross bezeichnete die Schenkung als außerordentlichen Glücksfall. Sie bereichere die Museumsbestände um wertvolle Zeugnisse einer der wichtigsten Denkerinnen des 20. Jahrhunderts.

Studie: Jeder zehnte Mensch ist Linkshänder

Jeder zehnte Mensch ist nach einer aktuellen Studie Linkshänder. Für die bisher weltgrößte Untersuchung zu diesem Thema wertete ein internationales Forscherteam die Daten von 2,4 Millionen Personen aus, wie die Ruhr-Universität Bochum mitteilte. Alle bisherigen Daten hätten auf Schätzungen beruht. Die Analyse der Wissenschaftler gebe nun verlässliche Informationen, hieß es. 10,6 Prozent der Menschen bevorzugen demnach die linke Hand, nicht nur zum Schreiben, sondern für verschiedene Tätigkeiten. Mit neun Prozent fast genauso groß ist der Studie zufolge die Quote der Menschen, die die rechte und die linke Hand jeweils für unterschiedliche Aufgaben nutzen. An der Untersuchung waren neben Sebastian Ocklenburg von der Uni Bochum unter anderem auch Forscher der Universitäten Athen und Oxford beteiligt. Sie werteten dazu fünf Meta-Analysen aus.

Nicole Kidman dreht weitere Miniserie

Oscar-Preisträgerin Nicole Kidman ist als Hauptdarstellerin und Produzentin bei einer weiteren Miniserie an Bord. Der Star aus der HBO-Serie "Big Little Lies" wird für Amazon Studios die geplante Roman-Adaption "Pretty Things" verfilmen. Dies teilte die US-Bestsellerautorin Janelle Brown mit, die den Roman in diesem Monat veröffentlichen will. Welche Rolle Kidman in der Story um zwei unterschiedliche Frauen spielen wird, ist noch nicht bekannt. Die Schauspielerin entwickelt mit ihrer Produktionsfirma Blossom seit einigen Jahren Filme und Serien. Für den Sender HBO hatte sie unter anderem die preisgekrönte Serie "Big Little Lies" produziert, die Kidman einen Emmy als beste Hauptdarstellerin einbrachte. Ein konkreter Drehstart von "Pretty Things" ist noch nicht bekannt.

Jazzgitarrist John "Bucky" Pizzarelli gestorben

Der US-amerikanische Jazzgitarrist John "Bucky" Pizzarelli ist tot. Pizzarelli spielte mit zahlreichen Größen des Jazz, darunter Benny Goodman, Sarah Vaughn und Frank Sinatra. Er war Mentor vieler Jazzgitarristen. Zudem trat er vor mehreren US-Präsidenten auf. Pizzarelli starb im Kreis seiner Familie. Sie teilte mit, dass bei ihm auch das Covid-19 Virus nachgewiesen wurde. John Pizzarelli wurde 94 Jahre alt.

Menschenrechtsaktivist Rüdiger Nehberg ist tot

Der deutsche Extremabenteurer und Menschenrechtsaktivist Rüdiger Nehberg ist tot. Dies teilte die von ihm gegründete Menschenrechtsorganisation Target mit. Der 1935 in Bielefeld geborene Nehberg hatte sich unter anderem seit den 80er Jahren dem Kampf für die bedrohten Yanomami-Indianer verschrieben. Diese hatte er bei einer Abenteuerreise im brasilianischen Urwald kennengelernt und sich seither mit spektakulären Aktionen für sie eingesetzt. Der Indianerstamm hätte im Jahr 2000 einen "akzeptablen Frieden" erhalten, hatte Nehberg geschrieben. Die Aufgabe habe seiner ursprünglich von Abenteuerlust geprägten Reisen unerwartet Sinn und seinem Leben Erfüllung gegeben, so Nehberg. Später wandte er sich dem Kampf gegen Genitalverstümmelung von Frauen zu. Der gelernte Bäcker und Konditor arbeitete parallel noch lange in seinem Beruf - bis 1990 führte er in Hamburg einen eigenen Betrieb. Seine Survival-Bücher wurden Bestseller.

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Fazit

Neue Serie "Spy City"Hauptstadt der Spione und Klischees
Szenenfoto aus der Spionage-Serie "Spy City", auf dem der Schauspieler Dominic Cooper in der Rolle des Agenten Fielding Scott mit einem gefalteten Schachbrett unter dem Arm an zwei Soldaten vorbei die Straße hinunter läuft. (Dusan Martincek /  Odeon Fiction )

Die neue Serie "Spy City" spielt in Berlin während des Kalten Krieges. Sie bietet alles, was zu einem zünftigen Spionagethriller dazugehört: Mord, Intrigen, Bösewichter. Leider bleibt die Serie damit auch in allzu bekannten Klischees hängen.Mehr

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