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Konzert / Archiv | Beitrag vom 29.11.2019

Der RIAS Kammerchor Berlin und das Klavierduo Ufuk & Bahar DördüncüSchubertiade mit Brahms

Moderation: Ruth Jarre

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Der RIAS Kammerchor vor Berliner Großstadtkulisse (Matthias Heyde)
Der RIAS Kammerchor Berlin (Matthias Heyde)

„Liebesreigen – Johannes Brahms im Spiegel seiner Zeit“ hat der RIAS Kammerchor das Konzert überschrieben. Eine Einladung in die Welt der Volkslieder und der facettenreichen menschlichen Empfindungen: von Liebe und Sehnsucht bis zu Enttäuschung und Schmerz.

Die "Liebeslieder" op. 52 und die "Neuen Liebeslieder" op. 65 - zwei Liederzyklen für Chor und Klavierduo von Johannes Brahms stehen im Mittelpunkt des Abends. Dazu hat Chefdirigent Justin Doyle europäische Volkslieder in verschiedenen Bearbeitungen auf das Programm gesetzt, denn auch Brahms selbst hat häufig Werke anderer Komponisten bearbeitet und so setzt Justin Doyle auf eine Atmosphäre, wie sie sich bei den berühmten Schubertiaden regelmäßig entwickelt hat.

Mehr als nur Dreivierteltakt

Alle Liebeslieder dieser Zyklen sind Walzer. Und damit das Publikum keinen Drehwurm bekommt, spielt das türkische Klavierduo Ufuk & Bahar Dördüncü ausgewählte "Slawische Tänze" von Antonín Dvořák, die ebenso wie die Volksliedsätze zwischen die einzelnen Liebesliederwalzer gestreut werden.
Mit den beiden Schwestern, die offizielle Kulturbotschafter der Türkei sind, standen die Sängerinnen und Sänger des RIAS Kammerchors bereits im Sommer beim Istanbul Music Festival in der türkischen Metropole am Bospours auf der Bühne.

Die beiden Schwestern sitzen vor einer Tastatur, die eine mit aufgelöstem, die andere mit ganz kurzem Haar. (Ufuk und Bahar Dördüncü / Emre Basak)Das Schwesternpaar Ufuk und Bahar Dördüncü kann das Publikum für Romantik ebenso wie für Neue Musik begeistern. (Ufuk und Bahar Dördüncü / Emre Basak)

Für Justin Doyle ist die Volksliedthematik dieses Konzerts durchaus entscheidend. Immerhin haben sich sowohl Johannes Brahms als auch Antonín Dvořák Zeit ihres Lebens mit Volksliedern beschäftigt. "Mir persönlich gefällt der Gedanke, dass es zwischen Kunst- und Volksliedern nicht unbedingt eine Kluft geben muss", sagt Doyle.

Volklieder als Wurzel des kulturellen Bewusstseins

Und er fährt fort: "Volkslieder sind zeitlos. Von Generation zu Generation wurden sie weitergereicht - in Gestalt mündlicher Überlieferung (...). Am wichtigsten ist es sicherzustellen, dass diese Lieder nicht vergessen werden. Wir müssen sie lebendig halten, indem wir sie unseren Kindern und Enkelkindern vorsingen, denn sie sind tief in unserer Kultur verwurzelt. Und Lieder anderer Traditionen kennenzulernen, kann uns dabei helfen, unser kulturelles Bewusstsein zu erweitern."

Live aus dem Kammermusiksaal der Philharmonie Berlin

Johannes Brahms
Liebeslieder op. 52

Max Reger
Es waren zwei Königskinder
Wenn ich ein Vöglein wär (Liebchens Bote)

Antonín Dvořák
Slawischer Tanz e-Moll op. 72 Nr. 2
Slawischer Tanz F-Dur op. 46 Nr. 4

Volkslieder in Bearbeitungen von Max Reger, Gustav Holst
und Ralph Vaughan Williams

ca. 21.00 Konzertpause
"Schwestern am Klavier" - Das Klavierduo Ufuk & Bahar Dördüncü im Porträt
Von Sofia Doser

"Der leichte Brahms" - Justin Doyle im Gespräch im Ruth Jarre

Johannes Brahms
Neue Liebeslieder op. 65

Antonín Dvořák
Slawischer Tanz C-Dur op. 46 Nr. 1
Slawischer Tanz e-Moll op. 46 Nr. 8

Volkslieder in Bearbeitungen von Roger Quilter
und Justin Doyle

Ufuk & Bahar Dördüncü, Klavier
RIAS Kammerchor Berlin
Leitung: Justin Doyle

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