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Neue Musik | Beitrag vom 09.06.2020

Der passende Schluss in der Neuen Musik Jedes Ende ist schwer

Von Tobias Schick

(Mathias Spahlinger / Manuskript)
doppelt bejaht, etüden für orchester ohne dirigent, Ausschnitt aus Nr. 21, finalproblem (Mathias Spahlinger / Manuskript)

Die letzten Klänge von Musik verdienen seit jeher besondere Aufmerksamkeit. Die Gegenwartsmusik zeigt einen großen Facettenreichtum an Schlussgestaltungen und wartet mit folgerichtigen, widersprüchlichen, überraschenden und "offenen Schlüssen" auf.

Apotheotische Schlüsse wie in Ludwig van Beethovens 5. Sinfonie sind in der Gegenwartsmusik selten geworden. Selbstreflexion und Zweifel am ungebrochenen Fortschritt führen zum Verzicht auf triumphale Lösungen.

Offene Schlüsse als Widerspruch in sich

Viele Werke der neuen Musik enden überraschend und führen ins Ungewisse. Zugleich brechen sie nicht einfach ab, sondern heben ihren Schluss dramaturgisch hervor. Solcherart offene Schlüsse sind gleichwohl ein Widerspruch in sich, da schwerlich etwas zugleich offen und geschlossen sein kann.

Offene Schlüsse führen zu einem Innehalten und weisen zugleich über sich hinaus, mindern die Spannung und halten sie doch in der Schwebe. Sie schwächen den Werkcharakter und beharren zugleich auf ihm – davon bleibt auch das Verhältnis von Kunst und Alltag nicht unbeeinflusst.

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