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Fazit / Archiv | Beitrag vom 17.04.2013

Der französische Traum

"Eine Dame in Paris" von Ilmar Raag

Von Anke Leweke

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Szene aus dem Film: "Eine Dame in Paris" (picture alliance / dpa / Arsenal FIlmverleih)
Szene aus dem Film: "Eine Dame in Paris" (picture alliance / dpa / Arsenal FIlmverleih)

Eine Estländerin erfüllt sich ihren Lebenswunsch und zieht nach Paris. Dort nehmen die Klischees und Stereotype, die das Drehbuch vorsieht, ihren Lauf. Durch die grandiosen Schauspieler erhält der Film dennoch einen Glanz, meint unsere Rezensentin.

Dieser Film ist am Reißbrett entstanden, ist reines Formelkino: Ihrer Kinder sind aus dem Haus, ihre Mutter hat sie in den Tod gepflegt, nun fühlt sich die aus Estland stammende Anne einsam und ohne Aufgabe. Die einstige Französischstudentin beschließt ihren Wunschtraum von früher in die Tat umzusetzen und zieht nach Paris. Dort soll sie sich um Frida (Jeanne Moreau) kümmern, die aber eigentlich jede Hilfe verweigert. Zwei verschiedene Kulturen und Temperamente treffen in dieser Tragikomödie aufeinander, und den Rest der Geschichte können wir uns jetzt schon denken: Natürlich werden sich Anna und Frida eines lieben Tages bestens verstehen.

Manche Schauspieler sind so überlegen, dass sie sich über ein mäßiges Drehbuch erheben, dass ihr Können einen Film, die eingesetzten Klischees und Stereotypen vergessen macht. Es ist Jeanne Moreau, die Grande Dame des französischen Kinos, die sich über die Banalitäten von Ilmar Raags Film hinwegsetzt, ihrer Figur Würde verleiht und uns mit in das Leben einer Frau um die 80 nimmt, die sich an keine Regeln mehr halten muss, die ihr Leben einfach lebt.

Frankreich, Belgien, Estland 2012; Regie: Ilmar Raag; Darsteller: Jeanne Moreau, Laine Mägi, Patrick Pineau; 94 Minuten; ohne Altersbeschränkung

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