Das Feature, vom 02.10.2018

Der Fall WartaGerechtigkeit für einen toten Wismut-Kumpel

Genau 30 Jahre nachdem er begonnen hatte, bei der WISMUT zu arbeiten, war Reinhold Warta tot. Das war 1994. Er wurde 52 Jahre alt und starb an einer Krebsart, die von der Berufsgenossenschaft nicht als unmittelbare Folge seiner Arbeit im Uranbergbau akzeptiert wird. Familie Warta blieb ohne Entschädigung, die von Gesetzes wegen für "anerkannte Fälle" vorgesehen ist.

Sanierung der Wismut-Grube 1996: Grubenwasser fließt in diesem Streckenabschnitt auf der 435-Meter-Sohle. Nur ein Bruchteil der einst 1.034 km offenen Grubenbaue ist derzeit noch begehbar. (dpa / Jan-Peter Kasper)
Sanierung der Wismut-Grube 1996: Grubenwasser fließt in diesem Streckenabschnitt auf der 435-Meter-Sohle. Nur ein Bruchteil der einst 1.034 km offenen Grubenbaue ist derzeit noch begehbar. (dpa / Jan-Peter Kasper)

So wie Reinhold Warta erging es Zehntausenden Kumpeln. Da keiner von ihnen ein Dosimeter trug, wurden Strahlenbelastungen im Nachhinein geschätzt. Und weil der Krebs oft erst Jahrzehnte nach der Untertagearbeit auftrat, war der Zusammenhang zwischen Uran und Krankheit in vielen Fällen schwer nachweisbar.

Den Hinterbliebenen fehlte oft die Kraft, sich gegen die Bürokratie zu stemmen, gar vor Gericht zu ziehen. Nicht so Gerti Warta. Über zwei Jahrzehnte lang kämpft sie schon um Gerechtigkeit für ihren Mann.

Gerti Warta steht vor einer Wiese (Deutschlandradio / Reinhart Brüning)Gerti Warta (Deutschlandradio / Reinhart Brüning)

Der Fall Warta

Gerechtigkeit für einen toten Wismut-Kumpel

Von Reinhart Brüning




Regie: Wolfgang Rindfleisch

Sprecher: Claudia Mischke und Philipp Schepmann

Technik: Michael Morawietz und Hanna Steger

Redaktion: Ulrike Bajohr

Produktion: Dlf 2018