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Kulturnachrichten

Dienstag, 28. September 2021

Der DDR-Bürgerrechtler Reinhard Schult ist tot

Der Mitgründer des "Neuen Forums" und frühere DDR-Bürgerrechtler Reinhard Schult ist im Alter von 70 Jahren gestorben. Das bestätigte die Robert-Havemann-Gesellschaft. Der Bundesverdienstkreuzträger hatte eine klassische Dissidenten-Biografie. Nach einem abgebrochenen Theologiestudium arbeitete er als Maurer und Heizer, war Bausoldat und in verschiedenen oppositionellen Gruppen aktiv. In den 80er Jahren baute er von Ost-Berlin aus den illegalen Piratensender Schwarzer Kanal mit auf, der systemkritische Texte über die DDR sendete. Außerdem organisierte er 1987 den "Kirchentag von Unten" mit.

Unveröffentlichter John-Lennon-Song versteigert

Eine Kassette mit einem unveröffentlichten Song von Beatles-Legende John Lennon hat für fast 50.000 Euro den Besitzer gewechselt. Ein unbekannt bleibender Fan bot am Dienstag bei einer Versteigerung in Kopenhagen 49.760 Euro für die mehr als 50 Jahre alte Aufnahme. Auf der insgesamt 33-minütigen Kassette, die nach einer Pressekonferenz 1970 aufgenommen wurde, ist unter anderem das nie veröffentlichte Lied "Radio Peace" zu hören.
Die Kassette stammt nach Angaben des Auktionshauses Bruun Rasmussen von vier Männern, die damals als Schüler an der Pressekonferenz in Dänemark teilnahmen und mit Lennon sprachen. Der erfolgreiche Bieter erstand mit ihr auch Fotos des Treffens sowie die Ausgabe der Schülerzeitung, in der die vier Jugendlichen über ihr Erlebnis mit dem Star berichteten.

Journalistin El-Hassan wird "Quarks" nicht moderieren

Nach Antisemitismus-Vorwürfen gegen die Journalistin Nemi El-Hassan hat sich der Westdeutsche Rundfunk (WDR) zum jetzigen Zeitpunkt dafür entschieden, die 28-Jährige die Wissenschaftssendung "Quarks" nicht moderieren zu lassen. Das sagte WDR-Intendant Tom Buhrow am Dienstag im WDR-Rundfunkrat. Das Problem sei in seinen Augen nicht so sehr ihre Teilnahme an einer Al-Kuds-Demonstration vor sieben Jahren, da sie sich davon klar distanziert habe. Es hätten sich aber auch aus jüngster Zeit problematische Likes von ihr in sozialen Netzwerken gefunden. "Es ist eine schwierige, schwierige Abwägung", sagte Buhrow. Eine Moderation würde aber in jedem Fall zu einer unangebrachten Politisierung der Sendung führen. Allerdings erwäge man, El-Hassan als Autorin für "Quarks" arbeiten zu lassen, sagte Buhrow - also nicht vor, sondern hinter der Kamera.

Tänzerin Rodrigues erhält katholischen Kulturpreis

Die brasilianische Tänzerin Lia Rodrigues hat den mit 25.000 Euro dotierten Kunst- und Kulturpreis der deutschen Katholiken erhalten. Der Intendant der Deutschen Welle, Peter Limbourg, würdigte bei der Preisverleihung am Dienstagabend in Solingen die künstlerische Arbeit sowie den sozial-politischen Einsatz der 65-Jährigen. "Lia Rodrigues bewegt sich in einer Tradition, die auch eine Tradition des Christentums ist: Gewaltfrei Widerstand zu leisten gegen Unterdrückung, gegen Diskriminierung und Ausgrenzung", sagte er in seiner Laudatio. Rodrigues gründete zunächst eine Tanzkompanie für ausgebildete Tänzerinnen und Tänzer und öffnete diese 2004 für begabte Menschen aus den Favelas in Rio de Janeiro. Sie initiierte das "Centro de Artes de Mare" und die "Free School of Dance", in der alle Tänzer gemeinsam trainieren und proben.

Rom bewirbt sich um Expo 2030

Italien bewirbt sich mit seiner Hauptstadt Rom um die Austragung der Weltausstellung 2030. Das verkündete heute Ministerpräsident Mario Draghi. Die Expo sei eine "riesige Gelegenheit für die Entwicklung der Stadt", schrieb Draghi in einem Brief an die Bürgermeisterkandidaten von Rom, wo am Sonntag die Stadtspitze neu gewählt wird. Neben Rom bewerben sich auch die russische Hauptstadt Moskau und Busan in Südkorea um die Weltausstellung in neun Jahren.

Italien lockert Coronabeschränkungen für die Kultur

Italien will seine Coronabeschränkungen im Kulturbereich weitgehend fallen lassen. Eine entsprechende Linie hat der Wissenschaftliche Rat der Regierung vorgeschlagen. Die neuen Regeln sollen in dieser Woche in einem Gesetzesdekret finalisiert werden. Demnach dürfen Kinos und Theater Zuschauerplätze künftig mit 80 Prozent auslasten, bei Events im Freien mit 100 Prozent. Auch Museen können ihr volles Besucherkontingent ausschöpfen. Außerdem müssen sich Kulturbetriebe in sogenannten weißen Zonen befinden, also Regionen mit niedrigen Covid-Zahlen. Gäste benötigen ein gültiges Zertifikat, das Impfungen, Genesungen oder Corona-Tests nachweist. Vielen Kulturschaffenden gehen die Lockerungen nicht weit genug. Auch dass noch keine Lösung für Diskotheken gefunden wurde, wird kritisiert. Sie müssen weiterhin geschlossen bleiben.

Stefan Schmidtke wird Kulturhauptstadt-Chef

Der Kulturmanager Stefan Schmidtke rückt an die Spitze der Kulturhauptstadt 2025 GmbH in Chemnitz. Aufsichtsrat und Findungskommission hätten einstimmig für den 52-Jährigen votiert, sagte Oberbürgermeister Schulze am Dienstag. Anders als ursprünglich geplant werde es vorerst keine Doppelspitze geben. Schulze lobte Schmidtkes jahrzehntelange Erfahrung auf internationalem Kultur-Parkett. So war er etwa Programmdirektor des Festivals Theater der Welt in Düsseldorf, Schauspielchef der Wiener Festwochen und hat den Angaben zufolge die Programmabteilung für die Kulturhauptstadt Tallinn 2011 aufgebaut. Schmidtke stammt aus Döbeln und wird sein Amt als Geschäftsführer offiziell am 1. Dezember antreten. Chemnitz wird 2025 nach West-Berlin, Weimar und Essen mit dem Ruhrgebiet die vierte Europäische Kulturhauptstadt aus Deutschland sein.

EKD vereinheitlicht Verfahren für Missbrauchsopfer

Die Kirchenkonferenz der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) hat die Zahlungen zur Anerkennung erlittenen Unrechts bei sexualisierter Gewalt neu geordnet. Mit der neuen "Musterordnung" sollen Betroffene von sexualisierter Gewalt in der evangelischen Kirche und ihrer Diakonie künftig in allen Landeskirchen auf vergleichbare Verfahren zurückgreifen können, wie die EKD in Hannover mitteilte. Auch die bisher zwischen den Landeskirchen variierende Höhe der Anerkennungsleistungen solle angeglichen werden. Außerdem wurden die Voraussetzungen für eine Anerkennungsleistung nach EKD-Angaben präzisiert und transparenter dargestellt. Eine Beweislast für die Betroffenen werde es ausdrücklich nicht geben. Für die Höhe der Anerkennungsleistungen wurde einheitlich ein grundsätzlicher Rahmen zwischen 5.000 und 50.000 Euro festgelegt.

DOK Leipzig vergibt mehrere Publikumspreise

Das vom Ende Oktober stattfindende Dokumentar- und Animationsfilmfestival DOK Leipzig vergibt in diesem Jahr zwei Publikumspreise. Ins Rennen um die Goldene und die Silberne Taube in dieser Kategorie gehen 20 Filme aus 21 Ländern, wie das Festival mitteilte. Die Beiträge näherten sich aktuellen politischen Themen mit unterschiedlichen Zugängen und in diversen ästhetischen Formen. Auch Fluchterfahrungen würden in den Blick genommen, etwa aus der Perspektive von Kindern, hieß es. Themen seien außerdem Schicksale im syrischen Bürgerkrieg oder die Reise einer Mutter aus Mittelamerika in Richtung der Grenze zwischen den USA und Mexiko. Insgesamt gibt es Goldene und Silberne Tauben in sechs Wettbewerben. Die Preisträger werden am 30. Oktober bekanntgegeben.

Frankfurter Buchmesse findet mit 3G-Konzept statt

Die Frankfurter Buchmesse soll im Oktober als hybride Veranstaltung mit einem 3G-Konzept stattfinden. 25.000 Besucher mit personalisierten Tickets könnten an jedem Messetag auf das Gelände gelassen werden, sagte Buchmessedirektor Juergen Boos in Frankfurt am Main. Auf dem Gelände gelte bei der Messe vom 20. bis zum 24. Oktober die 3G-Regel und Maskenpflicht, um eine sichere Veranstaltung gewährleisten zu können - für Ungeimpfte gebe es zwei Testzentren. Mehr als 1500 Aussteller aus 74 Ländern wollen an der Messe teilnehmen. Die Buchmesse stehe unter dem Motto "Re:Connect - Welcome back to Frankfurt", so Boos. Mehr als 200 Autoren seien während der Messe in Frankfurt. Diese sollen teils in physischen, teils in digitalen Formaten auftreten. Ehrengast der Messe in diesem Jahr ist Kanada.

Gerd Loschütz erhält den Wilhelm-Raabe-Preis

Der Schriftsteller Gert Loschütz erhält den Wilhelm Raabe-Literaturpreis 2021 für seinen Roman "Besichtigung eines Unglücks". Meisterhaft rekonstruiere Loschütz eines der schwersten Zugunglücke, die sich je in Deutschland ereignet haben, so das Urteil der Jury. Er erzähle dabei auch noch ganz andere Geschichten "um Schicksale zu beleuchten, die von den Katastrophen des 20. Jahrhunderts bestimmt wurden". Der Preis für ein in deutscher Sprache verfasstes erzählerisches Werk wird von der Stadt Braunschweig und dem Deutschlandfunk gestiftet. Er ist mit 30.000 Euro dotiert. Die Preisverleihung findet am Samstag, den 27. November von 20:05 Uhr – 22:00 Uhr im Rahmen des Programms des Deutschlandfunks statt.

Yidan-Bildungspreis für Forscher aus USA und Indien

Der Yidan-Prize 2021 geht an die Bildungsexperten Eric A. Hanushek und Rukmini Banerji. Der US-Amerikaner und die Inderin erhalten die mit je 3,9 Millionen US-Dollar dotierte Auszeichnung für ihre "bahnbrechende Arbeit" über die Verbesserung der Qualität der Bildung. Das teilte Yidan Stiftung in Hongkong mit. Hanushek, Professor an der Stanford University, habe unter anderem gezeigt, dass die Wirtschaft abhängig vom Lernumfang der Schüler angekurbelt werde und nicht dadurch, wie viele Jahre Schüler in der Schule verbrächten. Die Ökonomin und Erziehungsexpertin Banerji wird ausgezeichnet, weil der von ihr und ihrem Team entwickelte jährliche Bericht über den Stand der Bildung (Annual Status of Education Report - ASER) bei Schulkindern Defizite im Lesen, Schreiben und Rechnen aufgedeckt habe. Der Preis wird seit 2016 vergeben und ehrt Einzelpersonen oder Teams, die einen wichtigen Beitrag zur Theorie und Praxis der Bildung geleistet haben.

Gericht in New York spricht R. Kelly schuldig

Ein Geschworenen-Gericht in New York hat den R&B-Star R. Kelly in allen Anklagepunkten schuldig gesprochen. Die Staatsanwaltschaft wirft dem heute 54-Jährigen insgesamt 13 Straftaten vor, darunter sexueller Missbrauch Minderjähriger und die Herstellung von Kinderpornografie. In einem ersten Prozess 2010 war der Sänger freigesprochen worden. Der neue Prozess kam zustande, nachdem der US-Sender "Lifetime" 2019 eine sechsstündige Dokumentation über Kelly ausgestrahlt hatte. Darin treten mehrere Zeugen auf, die die Vorwürfe bestätigen, unter anderem auch seine Ex-Frau. Kelly und sein Management hatten die Taten immer bestritten. Weltweite Berühmtheit erlangte der aus Chicago stammende Sänger 1996 mit dem Titel "I believe I can fly". Die Zeitschrift "Billboard" kürte ihn 2010 zum erfolgreichsten R&B-Interpreten der vergangenen 25 Jahre. Nun droht Kelly eine Haftstrafe zwischen zehn Jahren und lebenslang.

"Met" führt erstmals Oper eines Afroamerikaners auf

Nach anderthalbjähriger Schließung wegen der Corona-Pandemie hat die Metropolitan Opera in New York ihre Türen wieder geöffnet. Den Auftakt machte die Premiere der Oper "Fire Shut Up in My Bones" des afroamerikanischen Komponisten und Jazz-Trompeters Terence Blanchard. Sie basiert auf der gleichnamigen Autobiografie von Charles Blow über dessen Kindheit und Jugend im südlichen US-Bundesstaat Louisiana. Es ist das erste Mal, das in der 138 Jahre langen Geschichte des renommierten Opernhauses das Werk eines afroamerikanischen Künstlers aufgeführt wurde. "Die Black Lives Matter-Bewegung habe da ohne Zweifel einen großen Einfluss gehabt, sagte Met-Chef Peter Gelb der "New York Times". Die Aufführung wurde live auf Videobildschirmen am Times Square und in einem Park in Harlem übertragen. Eine weitere Aufführung des Stücks am 23. Oktober soll weltweit live in Kinos übertragen werden, auch in Deutschland.

Kanadische Universität bietet Kurs über Rapper an

Die Rapper Drake und The Weeknd kommen auf den Lehrplan einer kanadischen Hochschule. Studenten der Ryerson University in Toronto können ab Januar den Kurs "Deconstructing Drake & The Weeknd" bei Professor Dalton Higgins belegen, teilte die Bildungseinrichtung mit. Darin soll es um Leben, Karriere und Songtexte der Musiker gehen. Drake und Abel Makkonen Tesfaye alias The Weeknd wurden beide in Toronto geboren und gehören zu den derzeit erfolgreichsten Rappern der Welt.

Vargas Llosa erhält Verdienstorden von Ecuador

Literaturnobelpreisträger Mario Vargas Llosa ist in Ecuador für seinen Beitrag zur Weltliteratur mit dem Nationalen Verdienstorden ausgezeichnet worden. "Mario ist eines meiner Vorbilder im Kampf für die Freiheit", sagte Präsident Guillermo Lasso am Montag bei der Preisverleihung in der Hauptstadt Quito. "Sein Werk ist großartig, weil es ein liberales Werk ist." Vargas Llosa ist einer der wichtigsten lateinamerikanischen Schriftsteller. Der 85-jährige Autor von "Die Stadt und die Hunde", "Tante Julia und der Kunstschreiber" und "Das Fest des Ziegenbocks" wurde 2010 mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet.

Neue Gedenkstätte für NS-Opfer eingeweiht

Mit einem Festakt ist am Montag eine neue Berliner Gedenkstätte für Opfer der Nationalsozialisten auf dem Städtischen Friedhof Altglienicke in Treptow-Köpenick eingeweiht worden. Sie erinnert an mehr als 1.370 Menschen verschiedener Nationalitäten und Glaubensrichtungen, wie das Erzbistum Berlin und die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz erklärten. Die Ermordeten starben unter anderem in Konzentrationslagern. Bisher waren die Urnen mit deren Asche ohne Nennung ihrer Namen beigesetzt worden. Nun hätten viele wieder eine Identität, sagte Erzbischof Heiner Koch bei der Einweihung. Die neugestaltete Begräbnisstätte solle ein "Ort unserer Erinnerung an sie und ihr Schicksal sein". 1.375 Berliner hatten an der Gestaltung mitgewirkt, indem sie 2020 Lebensdaten und Namen der Opfer per Hand aufschrieben. Künftig sind grüne Glastafeln mit diesen Angaben ein zentraler Bestandteil des Erinnerungsortes.

Instagram legt Kinder-Version auf Eis

Instagram setzt nach kritischen Medienartikeln die Entwicklung einer Version für Kinder im Alter zwischen zehn und zwölf Jahren aus. Man glaube zwar weiterhin, dass es richtig wäre, für sie eine spezielle Variante des Foto-Dienstes anzubieten, schrieb Instagram-Chef Mosseri in einem Blogeintrag am Montag. Zunächst solle es aber ausführlichere Konsultationen mit Experten, Eltern und Politikern geben. In den vergangenen Wochen war die Instagram-Mutter Facebook nach einer Serie von Enthüllungsartikeln im "Wall Street Journal" verstärkt unter Druck geraten: Interne Facebook-Unterlagen würden zeigen, dass das Online-Netzwerk selbst festgestellt habe, dass sich die Instagram-Nutzung negativ auf die psychische Gesundheit von Teenagern ausgewirkt habe. Facebook bestreitet die Darstellung.

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