Seit 23:05 Uhr Fazit

Sonntag, 17.11.2019
 
Seit 23:05 Uhr Fazit

Kulturnachrichten

Samstag, 6. Oktober 2018

Denzel Washington erhält Preis für sein Lebenswerk

US-Filmstar ist auch als Produzent und Regisseur erfolgreich

Das Amerikanische Film Institut zeichnet den Schauspieler Denzel Washington mit dem Preis für sein Lebenswerk aus. Seit mehr als vier Jahrzehnten arbeitet er als Schauspieler und zudem auch als Regisseur und Produzent. Washington wurde neun Mal für den Oscar nominiert und gewann den renommierten Filmpreis für seine schauspielerischen Leistungen in "Glory" und "Training Day". Für "Fences" erhielt er einen Tony Award. Der 63-Jährige ist der 47. Preisträger des AFI Life Achievement Awards. Vor ihm erhielten unter anderen Mel Brooks, Robert De Niro, Meryl Streep und Alfred Hitchcock den Preis. Im vergangenen Jahr wurde George Clooney geehrt. Washington soll die Auszeichnung bei einer Gala am 6. Juni 2019 in Los Angeles entgegennehmen.

Regisseurin und Drehbuchautorin Audrey Wells ist tot

Sie war für Drehbücher mit starken Frauenfiguren bekannt

Die amerikanische Regisseurin und Drehbuchautorin Audrey Wells ist tot. Sie wurde 58 Jahre alt. Wells starb am Donnerstag, einen Tag vor der US-Kinopremiere ihres neuen Films "The Hate U Give", für den sie das Drehbuch geschrieben hatte. Sie war für Drehbücher mit starken Frauenfiguren bekannt, darunter die Vorlagen für die Filme "Lügen haben lange Beine" und "Darf ich bitten?" Ihr Drehbuch für "The Hate U Give" basiert auf dem Romandebüt der Amerikanerin Angie Thomas. Darin schildert sie das Schicksal eines schwarzen Teenagers vor dem Hintergrund von Polizeiwillkür und Rassenunruhen. Das Coming-of-Age-Drama soll im Januar in die deutschen Kinos kommen.

Olivia de Havilland setzt Gerichtsstreit um TV-Serie fort

Vorwurf: Rufschädigung

Die Filmlegende Olivia de Havilland (102) setzt ihren Gerichtsstreit um die TV-Serie "Feud" vor dem höchsten US-Gericht fort. Sie ist vor allem für ihre Rolle als Melanie Hamilton im Südstaatenepos "Vom Winde verweht" (1939) bekannt. Ihre Anwälte reichten am Freitag vor dem Supreme Court in Washington einen Antrag ein, das frühere Urteil eines Berufungsgerichts zu revidieren. Ende März hatte de Havilland eine Niederlage erlitten, als ihre 2017 eingereichte Klage gegen den US-Sender FX von einem Richtergremium in Los Angeles verworfen wurde. De Havilland wirft dem Sender FX und Regisseur Ryan Murphy vor, sie in der TV-Serie "Feud: Bette and Joan" unerlaubterweise und zudem falsch porträtiert zu haben. So seien ihr etwa falsche Aussagen in den Mund gelegt und dadurch ihr guter Ruf geschädigt worden.

Doku über Nadia Murad gewinnt Filmfestpreis

In "On Her Shoulders" berichtet die Friedensnobelpreisträgerin von ihren Erlebnissen

Ein Dokumentarfilm über die frisch gekürte Friedensnobelpreisträgerin Nadia Murad hat beim Hamburger Filmfest eine Auszeichnung erhalten. Für "On Her Shoulders" hatte Alexandria Bombach die Jesidin Murad begleitet, die den Terror des IS überlebt hat und darüber der Welt berichtet. Mit dem Preis "Der Politische Film" der Friedrich-Ebert-Stiftung sind 5.000 Euro verbunden. Die Auszeichnung und weitere Preise wurden zum Filmfest-Abschluss am Samstag vergeben.

Mehrheit wünscht Handyverbot an Schulen

Frankreich hat ein schulisches Handyverbot schon beschlossen

Rund 86 Prozent der Deutschen wünschen sich einer Umfrage zufolge ein gesetzliches Handyverbot an Schulen nach französischem Vorbild. Knapp drei Viertel meinten, dass Handys und Smartphones Jugendlichen in ihrer Entwicklung schadeten, wie die repräsentative Befragung des Meinungsforschungsinstituts Kantar Public für das Nachrichtenmagazin "Spiegel" ergab. In Frankreich hat die Nationalversammlung in diesem Sommer per Gesetz beschlossen, dass Schüler unter 16 Jahren zwischen Schulbeginn und Schulschluss ihr Handy nicht nutzen dürfen. Wenn ein Mobiltelefon mitgebracht wird, muss es ausgeschaltet werden und in der Tasche bleiben.

Schauspielstudenten gegen Schweizer Inländervorrang

Offener Brief protestiert gegen die Bevorzugung von Schweizern

Studentinnen und Studenten von Schauspielschulen in Deutschland, Österreich und der Schweiz protestieren in einem offenen Brief gegen Ausgrenzung und Diskriminierung von Ausländern an Schweizer Theatern. Seit dem 1. Juli gelte in der Schweiz der sogenannte Inländervorrang, heißt es in dem in Berlin, Wien und Zürich verbreiteten Schreiben an deutschsprachige Theater. Damit würden Bewerbungen von Schweizer Schauspielerinnen und Schauspielern an Schweizer Theatern per Gesetz bevorzugt behandelt. Auch Film- und Fernsehproduktionen sollen vorrangig von Schweizern bespielt werden. In Zürich ist ein erster Protest geplant, weitere Aktionen an Theatern in Deutschland, Österreich und der Schweiz folgen.

Banksy zerstört gerade versteigertes Werk

Bild zerschredderte sich selbst

Der geheimnisumwitterte Straßenkünstler Banksy hat dem Auktionshaus Sotheby's einen Streich gespielt: Unmittelbar nachdem eines seiner Werke für 1,04 Millionen Pfund (1,18 Millionen Euro) versteigert worden war, zerstörte es sich vor den Augen der verblüfften Auktionsteilnehmer von selbst. Das auf Leinwand gesprühte Werk "Mädchen mit Ballon" war für mehr als den dreifachen Schätzpreis unter den Hammer gekommen. Dann ertönte ein Alarm, und das Bild lief durch einen im Rahmen eingebauten Schredder. Ein Posting auf Banksys offiziellem Instagram-Konto zeigt den Moment - und die entsetzte Reaktion der Anwesenden -, kommentiert mit den Worten: "Going, going, gone..." (etwa: Weiter, weiter, weg...). "Es scheint, als ob wir gerade "gebanksyt" wurden", sagte Alex Branczik, Leiter der Abteilung für zeitgenössische europäische Kunst bei Sotheby's. Das Auktionshaus berate mit dem Käufer über die nächsten Schritte, sagte er. Dergleichen sei noch nie vorgekommen.

Theaterstück über Hillary Clinton am Broadway

Clintons Niderlage gegen Barack Obama kommt auf die Bühne

Die frühere US-Außenministerin und unterlegene Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton wird zur Broadway-Figur. Ein Stück über Clinton solle im kommenden Jahr Premiere feiern, berichtete die "New York Times". "Hillary and Clinton" handele von einer Präsidentschaftskandidatin, die im Wahlkampf 2008 gegen einen charismatischeren Gegner (Barack Obama) kämpft und ihren Ehemann um Hilfe bittet. In dem von Lucas Hnath geschriebenen Stück werde Laurie Metcalf die Hauptrolle übernehmen. Hillary Clinton war Senatorin, Außenministerin und Ehefrau des früheren US-Präsidenten Bill Clinton. 2008 unterlag sie als demokratische Bewerberin um die Präsidentschaftskandidatur gegen Barack Obama. 2016 wurde sie demokratische Kandidatin unterlag aber gegen Donald Trump.

Friedenspreisträgerin: Nationalismus bedroht Frieden

Übersteigerung des Nationalen habe in zwei Weltkriege geführt

Die diesjährige Trägerin des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels, Aleida Assmann, sieht den Frieden in Europa durch eine Rückkehr zu nationalem Pathos bedroht. "Immer mehr Europäer vergessen heute, dass es die Übersteigerung des Nationalen war, die Europa in zwei Weltkriege getrieben hat", sagte sie dem "RedaktionsNetzwerk Deutschland". Mit BLick auf Deutschland sagte Assmann: "Der Wunsch nach einem unverstellt heldenhaften Selbstbild führt zurück ins 19. Jahrhundert." Den AfD-Politikern Björn Höcke und Alexander Gauland warf sie vor, mit ihren Äußerungen zum Holocaust "Phrasen vom Schuldkult" öffentlich neues Gewicht zu geben. Am 14. Oktober wird die 71-jährige Kulturwissenschaftlerin zusammen mit ihrem Mann, dem Ägyptologen, Jan Assmann (80) für ihr Werk zur "Kultur des Erinnerns" in der Frankfurter Paulskirche ausgezeichnet.

Bond-Produzentin: 007 wird nie von einer Frau gespielt

James Bond sei ein männlicher Charakter

Die Produzentin der James-Bond-Filme, Barbara Broccoli, hat Hoffnungen auf eine weibliche Besetzung der Rolle des smarten Geheimagenten eine Absage erteilt. "Bond ist ein männlicher Charakter. Er wurde als männlich erdacht, und ich denke, er wird wahrscheinlich auch männlich bleiben", sagte Broccoli in einem Interview mit dem britischen "Guardian", das am Samstag veröffentlicht wurde. "Das ist in Ordnung so", fügte sie hinzu. Der nächste Bond-Film, bislang nur als Bond 25 bezeichnet, soll im Februar 2020 in die Kinos kommen, die Hauptrolle wird Daniel Craig spielen.

"aspekte"-Preis an Bettina Wilpert

Roman über eine Vergewaltigung wird prämiert

Für ihren Debüt-Roman "Nichts, was uns passiert" erhält die Autorin Bettina Wilpert den ZDF-"aspekte"-Literaturpreis 2018. Das teilte der Sender in Mainz mit. In dem Roman begibt sich Wilpert auf die Spurensuche einer Vergewaltigung. Dabei erweise sie sich als "eine beeindruckend souveräne Erzählerin, die in knapper, manchmal lakonischer, aber immer zielsicherer Sprache ihren Stoff konzentriert zu arrangieren weiß", begründet die Jury ihre Entscheidung. Die 1989 geborene Wilpert erzähle die Geschichte, die in ihrer Form einem Vernehmungsprotokoll ähnlich sei, mit langem Spannungsbogen. Der mit 10 000 Euro dotierte Preis für deutschsprachige Erstlingsprosa wird in diesem Jahr zum 40. Mal vergeben. Die Verleihung findet im Rahmen der Frankfurter Buchmesse am 11. Oktober auf dem "Blauen Sofa" am ZDF-Stand statt.

Opernsängerin Montserrat Caballé gestorben

Opernwelt trauert um die weltberühmte Sopranistin

Die spanische Opernsängerin Montserrat Caballé ist tot. Die weltberühmte Sopranistin starb im Alter von 85 Jahren im Hospital de la Santa Creu i Sant Pau in Barcelona. Der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez bedauerte auf Twitter die "traurige Nachricht". "Eine große Botschafterin unseres Landes ist gestorben. Montserrat Caballé, ihre Stimme und ihre Sanftmut werden aber immer bei uns bleiben", schrieb der Sozialist. Die am 12. April 1933 in Barcelona in der Nähe des Gebirgszuges Montserrat geborene María de Montserrat Bibiana Concepción Caballé i Folch kam seit dem Beginn ihrer Karriere im Jahr 1956 in Basel auf über 4000 Aufritte. Sie galt als die letzte große Operndiva.

Nachlass von Octavio Paz bleibt in Mexiko

Schriftsteller war 1990 mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet worden

Der Nachlass des mexikanischen Literaturnobelpreisträgers Octavio Paz ist in seinem Heimatland zum "künstlerischen Denkmal" erklärt worden. Damit werde sichergestellt, dass sein Werk in Mexiko erhalten bleibe, teilte das Kultusministerium des Landes mit. Der Erhalt des Archivs trage dazu bei, Leben und Werk eines der wichtigsten spanischsprachigen Schriftsteller besser kennenzulernen, betonte das Ministerium. Die Manuskripte, Artikel, Dokumente und auch Fotografien des Schriftstellers sollen an das nationale Institut der schönen Künste und Literatur übergeben werden. Als wichtigstes Werk gilt sein Essay "Das Labyrinth der Einsamkeit" über die nationale Identität seiner Heimat. Das Werk erschien erstmals 1950 und wurde von Paz mehrfach überarbeitet. Paz war 1990 war mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet worden. 1998 starb der Schriftsteller im Alter von 84 Jahren. Nach dem Tod seiner Witwe im Juli 2018 war zunächst unklar gewesen, was mit dem Nachlass passieren sollte, da sie kein Testament hinterlassen hatte.

Schwedische Akademie benennt zwei neue Mitglieder

Eric M. Runesson und Jila Mossaed werden am 20. Dezember aufgenommen

Die Schwedische Akademie hat am Freitag zwei neue Mitglieder bekannt gegeben. Der Jurist Eric M. Runesson und die Schriftstellerin Jila Mossaed sollen beim nächsten Zusammentreffen der Akademie am 20. Dezember aufgenommen werden. Sie folgen auf Lotta Lotass und Kerstin Ekman, die wegen der Kontroverse um den Theaterregisseur Jean-Claude Arnault und seine Frau, Akademiemitglied Katarina Frostenson, ihr Amt schon länger ruhen ließen. Runesson und Mossead waren am Donnerstagabend von den verbliebenen Mitgliedern der Akademie gewählt worden. Am Freitagmittag gab Schwedens König Karl Gustaf seine Zustimmung.

Gießener Forscher dokumentieren Draculas Leben

Die ersten beiden Teilbände werden am 12. Oktober präsentiert

Historiker der Justus-Liebig-Universität Gießen haben das Leben von Vlad dem Pfähler alias Dracula (1431-1476) aufgearbeitet, der als Vorlage für Bram Stokers weltberühmten Vampir-Roman diente. Die ersten beiden Teilbände des "Corpus Draculianum" werden am 12. Oktober auf der Frankfurter Buchmesse präsentiert, wie die Universität am Freitag mitteilte. Die von einem interdisziplinären Forscherteam erarbeitete Dokumentation vereint alle Quellen zu Vlad von 1448 bis 1650. Die Leitung des rund 190.000 Euro teuren Projekts der Deutschen Forschungsgemeinschaft liegt bei Thomas Bohn, Professor für Geschichte Osteuropas am Historischen Institut der Justus-Liebig-Universität.

BR digitalisiert Musikschätze aus seinem Jazz-Archiv

2019 sollen sie in den Hörfunkprogrammen eingesetzt werden können

Der Bayerische Rundfunk (BR) digitalisiert derzeit rund 170 Konzertmitschnitte der Internationalen Jazzwoche Burghausen. Die 270 Bänder standen bis vor kurzem als nicht-sendefertiges Rohmaterial in den Regalen des hauseigenen Archivs, wie der Sender am Freitag in München mitteilte. Zum 50-jährigen Bestehen des Festivals im März 2019 sollen sie erschlossen und in den Hörfunkprogrammen eingesetzt werden können.

Kulturnachrichten hören

Oktober 2018
MO DI MI DO FR SA SO
1 2 3 4 5 6 7
8 9 10 11 12 13 14
15 16 17 18 19 20 21
22 23 24 25 26 27 28
29 30 31 1 2 3 4

Fazit

weitere Beiträge

Kompressor

Netz-IkonenWenn Protestbilder viral gehen
Die Aktivistin Leshia Evans stellt sich im Juli 2016 der Polizei entgegen. In Baton Rouge, im US-Bundesstaat Louisiana, war es zu heftigen Protesten gegen Polizeigewalt gegen Afroamerikaner gekommen. (World Press Photo/AP Photo/Jonathan Bachmann/Thomson Reuters)

Bilder spielen für Protestbewegungen eine zentrale Rolle. Über sie können Botschaften transportiert werden und besonders ikonische Fotos können mehr Aufmerksamkeit für ein Thema wecken. Wie hat sich diese Dynamik im Netz-Zeitalter verändert?Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur