Denglisch als Konferenz-Sprache

Von Tobias Wenzel · 27.01.2009
"Unter dem Motto 'New Realities' diskutieren internationale Experten über Cloud Computing, Internet Politics, Bewegtbild, Philantrocapitalism und Diversity", heißt es im Pressetext der "Digital Life Design"-Konferenz, die heute zu Ende geht. "Intensives Networking" wird dabei garantiert.
Ein Mann steht hinter einem Pult und vor einem großen Publikum. Er redet sich in einen Rausch. Leider muss er das auf Englisch tun, offensichtlich nicht seine Muttersprache. Egal, er braucht sowieso nur zwei Worte: "DLD" und "terrific". DLD ist keine neue Designerdroge, sondern die Abkürzung für die Münchner Konferenz "Digital Life Design". Und "terrific" bedeutet "bombig". Damit letztlich auch deutsche Bürger ohne Fremdsprachenkenntnisse von dieser Bombenkonferenz zur digitalen Welt erfahren, gibt es eine Pressemeldung. Verfasst auf Deutsch. Na ja.

Zitat: "Unter dem Motto 'New Realities' diskutieren internationale Experten über Cloud Computing, Internet Politics, Bewegtbild, Philantrocapitalism und Diversity."

Wem diese Worte noch nicht zur Erleuchtung (enlightenment) verholfen haben, der liest einfach weiter in der Pressemeldung. Die Konferenz ermögliche "intensives Networking", widme sich auch Themen (gemeint sind: topics) wie "City Design" und "Online-Education" und wirke unmittelbar vor dem Weltwirtschaftsgipfel in Davos als "Agenda-Setter".

Auch ein terrific pattern panel soll es auf der DLD gegeben haben. Eine Bombendiskussionsrunde über Schnittmuster im Internet. Aenne Burda lässt grüßen. Sohn Hubert Burda ließ einladen. Zur internationalen Konferenz DLD.

Das Gespräch zum Thema mit der Journalistin Ania Mauruschat, die auf der Tagung dabei war, können Sie mindestens bis zum 27.6.09 als MP3-Audio in unserem Audio-on-Demand-Player nachhören.