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Donnerstag, 17.10.2019
 
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Debüt

Konzert am 07.06.2012
Ein Cello im Kammermusiksaal des Deutschlandfunks (Deutschlandradio - Bettina Straub)

Vollendung eines Lebenswerks

Es ist zweifellos dem hohen Rang des Genres geschuldet, dass Fauré sich gerade mit einem Streichquartett von der Welt verabschieden wollte. Am Ende eines künstlerisch erfüllten Lebens wollte auch er sich in diese große Tradition einreihen.

Kraft im Quadrat

Thronte für viele Komponisten des 19. und frühen 20. Jahrhunderts das übermächtige Vorbild Beethovens allzu einschüchternd über dem Streichquartett, erlebte es in den letzten Jahrzehnten nicht zuletzt dank des englischen Arditti Quartetts eine unerwartete Renaissance. Zu einem guten Teil ist es der Qualität dieses Ensembles und seiner Freude an stilistischer Pluralität zu verdanken, dass die Gattung immer noch Ikonen der Musikgeschichte versammelt.

Streicher bei einer Orchesterprobe (Deutschlandradio - Bettina Straub)

Musikalische Halluzinogene

Zu Beginn der 1890er-Jahre erlebte der französische Komponist Claude Debussy (1862-1918) die wohl intensivste Zeit seiner künstlerischen Entwicklung. Fasziniert vom Symbolismus des Lyrikers Stéphane Mallarmé schuf er mit seiner sinfonischen Dichtung //Prélude à l'après-midi d'un faune// (1892-94) die berühmteste Komposition der symbolistischen Ästhetik.

Quatuor Zaïde aus Paris (Alix Laveau)

Mit Intelligenz, Charme und Zielstrebigkeit

Vier junge Musikerinnen aus Frankreich bilden das Quatuor Zaïde. Mit Streichquartetten von Gabriel Fauré, Iannis Xenakis und Claude Debussy gastieren sie erstmals in Berlin.

Konzert am 03.05.2012
Dichter Nebel und Temperaturen um fünf Grad Celsius ließen bei diesen Passanten an der Rheinuferpromenade in Düsseldorf erstmalig in diesem Jahr richtige Herbststimmung aufkommen. (AP)

Klangpostkarte aus einer düsteren Landschaft

Es liegt etwas Makabres im Titel dieses Quintetts. Zombies haben keine Seele. Wie eine Klangpostkarte aus postkatastrophaler Erstarrung weht diese Musik der Untoten in den Konzertsaal herüber.

Eine Komposition entsteht (Stock.XCHNG / John Jarvis)

Konsequentes Einzelgängertum

Es gibt wenige Komponisten des 20. Jahrhunderts, deren Musik gegensätzlicher ist. Der Kanadier Claude Vivier, der ohne den Schutz intellektueller Attitüden nach der verlorenen Liebe ruft, und der gebürtige US-Amerikaner Conlon Nancarrow, der seine Seele mit der Mechanik eines Selbstspielklaviers in glücklichem Einklang wusste.

Tastatur eines Klaviers (Stock.XCHNG / Jean-Pierre Ceppo)

Stücke für ein mechanisches Klavier

Als Conlon Nancarrow Ende der 1970er-Jahre von der Musikwelt entdeckt wurde, war das Staunen über den eigenwilligen Künstler mindestens ebenso groß wie die Begeisterung. György Ligeti setzte sich vehement für seine Musik ein.

Vorliebe für Kanons

Als Conlon Nancarrow international bekannt wurde, häuften sich bald die Anfragen nach spielbaren Werken von Ensembles, Orchestern, aber auch Pianisten. In einigen wenigen Fällen kam der Komponist den Bitten nach.

Globus (Stock.XCHNG / Steve Gray)

Eine Reise zu sich selbst

Für Claude Vivier war Bali die "Insel der Götter", oder "Pulau Dewata", wie sie die Einheimischen nennen. Die drei Monate, die der Komponist im Herbst 1976 dort verbrachte, gehörten zu den glücklichsten seines Lebens.

Ein Erinnerungsort

Die "fremde" und zugleich "seltsame" Stadt, auf die Claude Vivier im Titel anspielt, trägt keinen Namen. Vielleicht ist sie auch keine Stadt, sondern ein Erinnerungsort.

Eine Aufholjagd

Im zweiten der für Ursula Oppens geschriebenen Kanons inszeniert Nancarrow eine Aufholjagd. Auch hier bewegen sich die Stimmen in unterschiedlichen Geschwindigkeiten. Die linke Hand bekommt einen genau berechneten Vorsprung.

Streicher bei einer Orchesterprobe (Deutschlandradio - Bettina Straub)

Kanon mit vier Streichern

Das Ensemble Laboratorium hat sich im Fall der kurzen "Study Nr. 14" für eine reine Streicherbesetzung entschieden. Die vier Kanonstimmen werden hier von Violine, Viola, Violoncello und Kontrabass übernommen.

Steigerung durch Verdichtung

Unter den frühen Studies ist die "Study Nr. 7" die kontrastreichste. Nancarrow arbeitet hier nicht mit einer einheitlichen Kanonmelodie, sondern mit wechselndem Material. Das Stück beginnt zweistimmig.

Das Ensemble Laboratorium (Marco Melchiore)

Ferne Welten

Das Ensemble Laboratorium hat sein Debüt im Deutschlandradio Kultur "Ferne Welten" genannt; es bietet ein Doppelportrait der Komponisten Conlon Nancarrow und Claude Vivier.

Konzert am 06.03.2012
Die Pianistin Einav Yarden (Balasz Borosz)

Kammermusik für Klarinette, Viola und Klavier

Als die Pianistin Einav Yarden eine Einladung zum Debüt im Deutschlandradio Kultur erhielt, bat sie darum, zwei musikalische Freunde mitbringen zu dürfen: die Klarinettistin Moran Katz und den Bratscher Amihai Grosz. Zusammen mit ihnen gestaltete Einav Yarden das Programm für einen Kammermusikabend der etwas anderen Art. Die drei jungen Musiker zeigen dabei als Solisten, Duo- oder Trio-Partner ihre ganze Vielseitigkeit.

Der deutsche Komponist Johannes Brahms (Foto um 1889) (picture alliance / dpa)

"Als Komponist habe ich deutlich Adieu gesagt"

Als die Klarinetten-Sonaten entstanden, war Brahms auf dem Höhepunkt seines Ruhms als angesehener Komponist und gefragte öffentliche Person angekommen. Schon seit Beginn der 1890er-Jahre sah Brahms sein Ende in unmittelbare Nähe rücken und begann, seine persönlichen Angelegenheiten zu ordnen und die noch angefangenen Kompositionen abzuschließen.

Ein Klavierspieler (Deutschlandradio - Bettina Straub)

Charakterbilder für einen Klarinettisten

Da Max Bruch nur wenig Kammermusik schrieb, nehmen die Acht Stücke für Klarinette, Viola und Klavier eine besondere Rolle ein. Es ist überliefert, dass sich sein Sohn anlässlich des 70. Geburtstages des Vaters im Jahre 1908 in Anlehnung an die Besetzung von Mozarts Kegelstatt-Trio und Schumanns Mährchenerzählungen ein entsprechendes Werk gewünscht haben soll, da er selbst als Klarinettist und Dirigent in Hamburg tätig war.

Eine undatierte Zeichnung zeigt den Komponisten Ludwig van Beethoven. (AP)

Das klangliche Gegenbild zur Pathétique

Das Entstehungsjahr der Klavier-Sonate in G-Dur von Ludwig van Beethoven ist mit dem der berühmten Sonate "Pathétique" in c-moll identisch. Obwohl beide 1799 komponiert worden sind, scheinen sie klanglich aus gegensätzlichen Welten zu stammen: Das Spielerische und Heitere der G-Dur Sonate liegt weitab von den musikalischen Ausbrüchen, der Tragik und Leidenschaft in der Pathétique.

Paul Hindemith, Komponist (AP)

Der Grundstein für die Emanzipation der Viola

Paul Hindemith begründete mit dieser ersten Sonate für Viola nicht nur seinen hervorragenden Ruf als Bratscher und Komponist, sondern auch die kompositorische Gleichberechtigung der Viola mit der Violine. Es folgten Kompositionen für Bratsche solo op. 11 Nr. 5 und ab den 1930er-Jahren verschiedene Konzerte für Solobratsche mit Orchester.

Eine Klarinette liegt auf einer Partitur. (Stock.XCHNG / Karl-Erik Bennion)

"In der Form unscheinbar, als Bekenntnis aber nicht minder wichtig"

Alban Berg war 28 Jahre alt, als er sein Opus 5, die Vier Stücke für Klarinette und Klavier, noch vor Kriegsbeginn 1913 in Wien komponierte. Die Stücke sind strikt "atonal" und die sonst bei Berg auftauchenden tonalen Komplexe fehlen ganz. Außerdem entziehen sie sich einem durchgehenden Metrum.

Der Komponist Robert Schumann auf einer zeitgenössischen Zeichnung (AP Archiv)

"Eine höchst romantische Zusammenstellung"

Die Verbindung zwischen Klarinette und Viola lässt sich auch an den "Fantasiestücken" op. 73 von Robert Schumann ablesen: Die drei Stücke sind ursprünglich für Klavier und Klarinette komponiert und zu einem späteren Zeitpunkt für Viola eingerichtet worden.

Konzert am 17.01.2012
Francesco Angelico (Giancarlo Pradelli)

Talentiert, fleißig, eigensinnig

Daniela Koch, Emmanuel Ceysson und Francesco Angelico bringen alle Eigenschaften mit, die man für eine internationale Musikerkarriere braucht. Begleitet vom DSO Berlin stellen sie sich nun erstmals in der Philharmonie Berlin vor.

Ein verwitterter alter Grabstein auf einem Friedhof (Stock.XCHNG / Piotr Ciuchta)

"... an die gesamte französische Musik des 18. Jahrhunderts"

"Tombeau" bedeutet Grabstein. In der Musik würdigt man mit einem Tombeau einen verstorbenen Meister. Ravel betonte allerdings, er habe "weniger eine Hommage an Couperin allein, als vielmehr an die gesamte französische Musik des 18. Jahrhunderts" komponiert.

Flötenspieler (David Ausserhofer)

Die Wiederentdeckung der Flöte

Die Querflöte musste man im 20. Jahrhundert regelrecht neu entdecken, denn im 19. Jahrhundert, in dem die Komponisten vor allem Ausdruck, Gefühl, Leidenschaft und Pathos suchten, waren kaum Flötenkonzerte entstanden.

Eine Harfenistin zupft leise die Saiten ihres Instruments. (Stock.XCHNG / Joanna Margueritte)

Zwischen Dodekaphonie und Pampa

Auch die Harfe ist lange kein beliebtes Soloinstrument gewesen. Zu sehr war die Harfe mit der Harmlosigkeit des Galanten behaftet, als dass sich Komponisten ernsthaft mit ihr auseinandersetzten. Erst infolge der Erweiterung der Klangpalette durch Komponisten der französischen Moderne kam die Harfe im 20. Jahrhundert zu ihrem Recht.

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Debüt Saison 2019/20

60 Jahre Jubiläumskonzert - Debüt (Deutschlandradio)

Flyer für die Saison 2019/20 zum Download

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