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Konzert / Archiv | Beitrag vom 12.10.2018

Debüt im Deutschlandfunk Kultur Mit Energie, Effizienz und Eleganz

Moderation: Haino Rindler

Die französische Dirigentin Marie Jacquot  (http://marie-jacquot.com / Werner Kmetitsch)
Die französische Dirigentin Marie Jacquot (http://marie-jacquot.com / Werner Kmetitsch)

Im ersten Debüt-Konzert der Saison 2018/19 präsentiert Deutschlandfunk Kultur wieder zwei hervorragende Solisten und eine aufstrebende Dirigentin.

Debüt im Deutschlandfunk Kultur
Aufzeichnung vom 10. Oktober 2018 aus der Philharmonie Berlin

Olivier Messiaen                                                                                                        
"Les offrandes oubliées" Méditation symphonique für Orchester (1930)   

Sergej Prokofjew                                                                           
Konzert für Violine und Orchester Nr. 1 D-Dur op. 19 (1916/17)

ca. 21.00 Konzertpause 
Marei Ahmia im Gespräch mit den Debütanten

Witold Lutosławski      
Konzert für Violoncello und Orchester (1969/70)
            
Maurice Ravel                                                                                      
"Ma mère l’oye" Ballettsuite für Orchester (1911)             

Andrea Obiso, Violine
Jay Campbell, Violoncello
Deutsches Symphonie-Orchester Berlin
Leitung: Marie Jacquot                                            

Die französische Dirigentin Marie Jacquot startete ihre Ausbildung mit einem Posaunenstudium in Paris. Anschließend folgte ein Dirigierstudium an der Universität für Musik und Darstellende Kunst in Wien (Klasse Uroš Lajovic) sowie weiterführende Studien bei Nicolas Pasquet in Weimar und bei diversen Meisterkursen (u.a. bei Sir Simon Rattle, Fabio Luisi und Zubin Mehta).

Nach Stipendien der Tokyo Foundation (SYLFF), des Aspen Music Festivals und der Neuen Liszt Stiftung Weimar ist Marie Jacquot seit 2016 Stipendiatin des Dirigentenforums des Deutschen Musikrates.

Assistentin von Peter Rundel und Kirill Petrenko

Noch während ihres Studiums erhielt Marie Jacquot internationale Anerkennung, so als Assistentin von Peter Rundel für Karlheinz Stockhausens "Michaels Reise um die Erde" mit dem Ensemble Musikfabrik Köln in der Avery Fisher Hall in New York.

Die französische Dirigentin Marie Jacquot (https://marie-jacquot.com / Daniel Peter )Die französische Dirigentin Marie Jacquot (https://marie-jacquot.com / Daniel Peter )

Nach ihrem Diplomkonzert im Wiener Musikverein 2014 weitete Marie Jacquot ihre Dirigiertätigkeit aus: Sie war Assistentin von Simeon Pironkoff mit dem Ensemble PHACE bei einer Kooperation zwischen den Bregenzer Festspielen und Wien Modern, assistierte beim Wiener Klangforum und debütierte mit dem Wiener Kammerorchester im Wiener Konzerthaus.

Starke Bindung an München

Seit ihrer Zeit als Assistentin von GMD Kirill Petrenko bei der Uraufführung der Oper "South Pole" von Miroslav Srnka verbindet sie eine enge Zusammenarbeit mit der Bayerischen Staatsoper. Unter anderem übernahm sie an diesem Haus die musikalische Leitung für das Festspielprojekt "Tonguecat" und leitete im Rahmen der Münchner Opernfestspiele im Juli 2018 die Uraufführung von "Die Vorübergehenden" von Nikolaus Brass.

Erste Kapellmeisterin in Würzburg

Seit September 2016 ist Marie Jacquot erste Kapellmeisterin und Stellvertreterin des GMD am Mainfranken Theater Würzburg. Hier leitete sie bisher u.a. die Neuproduktionen "Nabucco", "Die Csardasfürstin" und "Il barbiere di Siviglia". Parallel gastierte sie mit großem Erfolg bei Orchestern wie den Münchner Symphonikern, dem Staatsorchester Darmstadt und der Rheinischen Philharmonie Koblenz. In der Spielzeit 2018/19 folgen Debüts beim MDR Musiksommer, am Staatstheater Stuttgart und beim Orchestre de Chambre de Lausanne.

Der Musiker Andrea Obiso hält seine Geige in den Händen. (Daniel Delang)Der Musiker Andrea Obiso (Daniel Delang)

Der italienische Geiger, 1994 geboren, wurde zunächst von seinem Vater unterrichtet. Bereits im Alter von 13 Jahren debütierte er in Palermo mit dem Violinkonzert Nr. 5 von Henry Vieuxtemps. Von 2005 bis 2015 war er Student an der Accademia Chigiana in Siena (Italien) in der Klasse von Boris Belkin, dessen Schüler er auch am Konservatorium Maastricht war. Gefördert durch das "Eileen Rosenau Fellowship Program", studiert Andrea Obiso zur Zeit am Curtis Institute of Music in Philadelphia bei Aaron Rosand. Er ergänzt seine Ausbildung durch zusätzliche Studien in Dirigieren, Komposition und Improvisation.

Erfolge bei weltweiten Wettbewerben

Andrea Obiso hat in seiner Heimat Italien bereits elf nationale Violinwettbewerbe für sich entscheiden können. Auch international war er erfolgreich: So gewann er 2017 den 1. Preis beim Prix Ravel 2017 und den 2. Preis beim "XI. A. Khachaturian International Violin Competition". Die bisherige Krönung seiner Wettbewerbskarriere waren seine Erfolge beim 66. Internationalen ARD-Musikwettbewerb in München, wo er sich einen 2. Preis (ohne Vergabe des 1. Preises) und den Sonderpreis für die beste Interpretation des Auftragswerkes von Avner Dorman erspielte.

Andrea Obiso wurde zu renommierten Festivals eingeladen, darunter zum "Festival of the Two Worlds" in Spoleto, zum "Fontainebleau Music Festival" in Paris, zur "Sagra Malatestiana" in Rimini und zum "Linari Classical Music Festival" in Florenz.

Großes Repertoire von Brahms bis Prokofiew

Andrea Obiso hat ein ungewöhnlich großes Repertoire, darunter 34 Violinkonzerte u.a. von Tschaikowsky, Brahms, Sibelius, Saint-Saëns, Mendelssohn, Mozart, Paganini, Glasunow, Dvořák und Prokofiew, die er vielen Orchester spielte. In der attraktiven Liste finden sich das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, Münchener Kammerorchester, Shanghai Symphony Orchestra, Orchestra Sinfonica di Roma, Moscow Virtuosi und Orchestra del Teatro Massimo di Palermo.

Im Jahr 2011 debütierte er in Moskau mit dem "The Moscow Virtuosi Chamber Orchestra" unter Vladimir Spivakov und reiste mit diesem Ensemble nach Japan und China. In der Spielzeit 2016-2017 war Andrea Obiso auf Tournee in Europa und Lateinamerika. Er gab sein Debüt im Herkulessaal und in der Philharmonie im Gasteig in München.

Andrea Obiso spielt eine Geige von "Joseph Guarneri del Gesù 1741", eine Leihgabe der "NPO Yellow Angel".

Der Musiker Jay Campbell hält sein Cello in den Händen. (Beowulf Sheehan)Der Musiker Jay Campbell (Beowulf Sheehan)

Der US-amerikanische Cellist Jay Campbell wurde in Berkeley, Kalifornien, geboren und erhielt im Alter von acht Jahren seinen ersten Cellounterricht. Seine Studien bei Fred Sherry an der Juilliard School in New York schloss er mit dem Master und dem Konzertexamen ab. Jay Campbell erhielt 2012 den ersten Preis der Concert Artist Guild Auditions und erspielte sich 2015 den zweiten Preis bei der der Internationalen Walter W. Naumburg Cello Competition. 2016 wurde er mit dem "Avery Fisher Career Grant" ausgezeichnet.

Bekannt für ungewöhnliche Kooperationen

Jay Campbell ist gleichzeitig bekannt für seine weitreichenden musikalischen Interessen. Er hat mit Musikern wie Elliott Carter, Pierre Boulez, David Lang und John Zorn ebenso zusammengearbeitet wie mit Mitgliedern der Bands "Radiohead und "Einstürzende Neubauten".

Im Jahr 2017 war Jay Campbell als artiste étoile (Artist in residence) zum Lucerne Festival eingeladen, und war damit der jüngste Musiker, der diese Auszeichnung jemals erhalten hat. Für das Neue-Musik-Festival der New Yorker Philharmoniker "NY PHIL BIENNIAL" 2016 kuratierte Jay Campbell als künstlerischer Leiter das Projekt Ligeti Forward. In enger Zusammenarbeit mit Alan Gilbert konzipierte er eine dreiteilige Konzertreihe zu Ehren von György Ligeti. In diesen Programmen stellte er Ligetis bekannte Konzerte für Klavier, Violine und Violoncello unbekannteren Werken seiner Schüler gegenüber und trat als Solist in Ligetis Cellokonzert auf.  

Beinahe 100 Werke uraufgeführt

Jay Campbell hat fast ca. 100 Werke uraufgeführt. Im Jahr 2013/2014 spielte er die Uraufführung des ihm gewidmeten Werkes "Occam’s Razor" von John Zorn. Jay Campbells enge Zusammenarbeit mit John Zorn hat zur Entstehung von mehr als sechs neuen Werken für Violoncello geführt. Die CD-Veröffentlichung dieser Werke erschien im Februar 2015 und wurde von der New York Times zu den "Best Classical Music Recordings of 2015" gezählt. Weitere CD-Veröffentlichungen enthalten das Cellokonzert von George Perle mit dem Seattle Symphony unter der Leitung von Ludovic Morlot (Bridge); außerdem Werke von Beethoven, Debussy, Stravinsky und Pintscher.

Bei seinem Debüt mit dem New York Philharmonic in der Avery Fisher Hall führte Jay Campbell ein Werk des chinesischen Komponisten Tan Dun auf: "Silk Road Encounters" aus "Crouching Tiger Concerto". Er debütierte außerdem im Stern Auditorium der Carnegie Hall mit dem New York Youth Symphony, beim Alabama Symphony, beim Orchester der Lucerne Festival Academy, beim Oakland East-Bay Symphony, beim Juilliard Orchestra und beim Orchester des Aspen Festivals

Zusammenarbeit mit Top-Ensembles für Neue Musik

Jay Campbell hat dabei mit folgenden Dirigenten zusammengearbeitet: Pierre Boulez, Matthias Pintscher, Michael Morgan, Jeffrey Milarsky, Joshua Weilerstein und Ryan McAdams. Er arbeitet außerdem regelmäßig mit führenden Ensembles für Neue Musik zusammen, u.a. mit dem ICE (International Contemporary Ensemble), dem Ensemble InterContemporain, den Da Capo Chamber Players und dem Argento Ensemble.

Als Kammermusiker hat Jay Campbell mit renommierten Quartetten musiziert, darunter Arditti, Takacs und Kronos. Jay Campbell ist Cellist des JACK Quartetts und spielt außerdem in einem Klaviertrio mit Stefan Jackiw und Conrad Tao.

Jay Campbell spielt ein Violoncello von Paolo Antonio Testore von ca. 1750, auch am heutigen Konzert in der Berliner Philharmonie

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Programmheft zum Konzert: hier.

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