Das Feature, vom 09.06.2015, 19:15 Uhr

DDR-JugendhilfeKinderleben in einem preußischen Gefängnis

Ehemalige Zöglinge des Durchgangsheims Bad Freienwalde fordern Rehabilitierung

Kinder wurden von der DDR-Jugendhilfe aus ihren Elternhäusern genommen, um sie vor familiärer Gewalt zu schützen. Ihre erste Heimerfahrung sammelten einige dieser Kinder im Durchgangsheim Bad Freienwalde, einem ehemaligen preußischen Gefängnis.

Die Königsstraße der ostbrandenburgischen Kurstadt Bad Freienwalde (Märkisch-Oderland). (picture-alliance / dpa / Patrick Pleul)
Die Königsstraße der ostbrandenburgischen Kurstadt Bad Freienwalde (Märkisch-Oderland). (picture-alliance / dpa / Patrick Pleul)

Sie waren zwischen vier und vierzehn Jahre alt. Lebten, oft monatelang, in einer Zelle, Fenster und Flure waren vergittert, das Gelände lag hinter Mauern und Stacheldraht. Täglich mussten die Kinder für benachbarte volkseigene Betriebe arbeiten, Schulunterricht gab es für sie nur an einem halben Tag in der Woche. Strafen gehörten zur Tagesordnung, manche wurden tagelang in isolierten Arrestzellen eingesperrt.

Nun fordern die ehemaligen Zöglinge des Durchgangsheims Bad Freienwalde vor Gericht Rehabilitierung. Und sie bitten um eine Gedenktafel am Ort des Grauens. Doch in der Brandenburgischen Kleinstadt will man lieber nicht daran erinnert werden.

Produktion: DLF 2015

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Manuskript zur Sendung

Kinderleben in einem preußischen Gefängnis (PDF) 

Kinderleben in einem preußischen Gefängnis (Text)

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