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Literatur / Archiv | Beitrag vom 11.03.2014

DDRDon’t be cool!

Nachdenken über Christa Wolf

Von Dagmar Just

Christa Wolf bei einer Lesung in Berlin (AP)
Die 2011 verstorbene Schriftstellerin Christa Wolf (hier bei einer Lesung in Berlin) (AP)

Sommer, Winter, High Heels, Tarantinos "Pulp Fiction" - seit dem Ende des Kalten Krieges ist alles ist "cool" geworden. Das Gegenteil von Coolness sind Fantasie, Erschütterbarsein, Christa Wolf und ihre Sätze. Ein kritisch-reflektierender Blick auf intellektuelle Positionen in der DDR.

Kaum war der Kalte Krieg vorbei, wurde Coolsein Kult. 560 Millionen Einträge im World Wide Web, Tendenz steigend. Ein Kältestrom, von dem keiner weiß, woher er kommt, aber er breitet sich aus wie ein Virus. Schon ist alles cool: der Sommer, der Winter, Automarken, Kühlschränke, Tom Wolfe und Gordon Gekko. Filzschuh und High Heels. Jeff Koons und Michel Houllebecq, Projekte gegen Jugendgewalt, Miles Davis’ Trompete, Tarantinos "Pulp Fiction" und Karl Heinz Bohrer.

Doch das Gegenteil von Coolness ist nicht Nostalgie, sondern Fantasie. Mut. Lebendigkeit. Erschütterbarsein. Christa Wolf und die Sätze, die sie einer Fremden schrieb: "bitte nehmen Sie das Geld nicht als Verpflichtung" und "ich wünsche mir, dass Sie nicht im undurchdringlichen Beton steckenbleiben". Ein Blick zurück voraus.

Manuskript zur Sendung als PDF und im barrierefreien Textformat.

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