Seit 22:00 Uhr Alte Musik

Dienstag, 22.01.2019
 
Seit 22:00 Uhr Alte Musik

Interview | Beitrag vom 11.01.2019

Datendiebstahl und DatenschutzForscher im Kampf gegen Cyberattacken

Michael Waidner im Gespräch mit Liane von Billerbeck

Beitrag hören Podcast abonnieren
ILLUSTRATION - Ein Mann hält am 19.05.2014 im Hasso-Plattner-Institut in Potsdam (Brandenburg) eine Hand auf einen Bildschirm mit dem visualisierten, weltumspannenden Internet. In der brandenburgischen Landeshauptstadt findet eine Konferenz für Nationale Cybersicherheit statt. Foto: Ralf Hirschberger | Verwendung weltweit (Ralf Hirschberger/dpa)
Cyberattacken stellen auch die Wissenschaft vor neue Herausforderungen (Ralf Hirschberger/dpa)

Schnelle Reaktion ist der Vorteil des Nationalen Forschungsinstituts für angewandte Cybersicherheit, sagt deren Leiter Michael Waidner. Aber der jüngste Datenklau habe gezeigt, wie blauäugig viele Nutzer immer noch im Internet unterwegs seien.

Lange war Cybersicherheit eher ein Thema für Fachleute. Spätestens nach dem jüngsten Datendiebstahl ist die Sorge vor den Bedrohungen in aller Munde. Die Bundesregierung hat eine Vielzahl von Einrichtungen, die so etwas wie die digitale Sicherheitsarchitektur bilden sollen. Darunter ist auch das Nationale Forschungszentrum für angewandte Cyber­sicher­heit (Crisp), ein Forschungszentrum der Fraunhofer-Gesellschaft für ihre beiden Darmstädter Institute SIT und IGD unter Beteiligung der Technischen Universität Darmstadt und der Hochschule Darmstadt.

Blauäugiger Umgang mit Daten

Den Umgang mit den eigenen Daten hält der Leiter von Crisp, Michael Waidner, immer noch für ziemlich blauäugig. Es gebe in der Cybersicherheit einen großen Forschungsbedarf, dem sich das seit 1. Januar tätige Zentrum widme. Die 450 Mitarbeiter sollen in den nächsten Jahren auf 700 anwachsen.

"Wir können schnell reagieren", sagte Waidner. Dank der staatlichen Förderung müssten nicht erst mühsam Projektanträge geschrieben werden. Sobald es einen neuen Hackerangriff oder eine neue Technologie gebe, dann könne Crisp sofort loslegen.

Nutzer hinken hinterher 

"Die Erkenntnis, das da ein Problem ist, ist schnell, aber das Bewusstsein bei den Nutzern entwickelt sich dann sehr, sehr langsam", sagte der Professor. Auch die Umsetzung dauere viel zu lange. "Im Cyber-Sicherheitsbereich gibt es wenig Unterschiede, Deutschland steht da nicht besser oder schlechter da als der Rest von Europa zumindest." (gem)

Mehr zum Thema

Datendiebstahl - Weckruf für mehr Cybersicherheit
(Deutschlandfunk, Kommentare und Themen der Woche, 04.01.2019)

Cybersicherheit - SAP-Experte: Unternehmen oft nicht gut auf Hackerangriffe vorbereitet
(Deutschlandfunk, Wirtschaft am Mittag, 04.10.2018)

Schutz vor Hackerangriffen - Kabinett beschließt Agentur für Cybersicherheit
(Deutschlandfunk, Informationen am Mittag, 29.08.2018)

Interview

Élysée 2.0"Vor allem Deutschland steht auf der Bremse"
Gedenkzeremonie für die Opfer des Ersten Weltkriegs in Paris: Bundeskanzlerin Angela Merkel, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, dessen Frau Brigitte und Russlands Präsident Vladimir Putin in einer Reihe von links nach rechts. (imago/Mikhail Metzel)

Mit dem Aachener Vertrag vereinbaren Deutschland und Frankreich eine Zusammenarbeit weit über den EU-Rahmen hinaus. Doch Élysée 2.0 lenke auch davon ab, wie sehr beide Länder derzeit mit eigenen Problemen beschäftigt seien, meint Ulrich Fuchs.Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur