Feature, vom 21.11.2020, 18:05 Uhr

Das Terror-Jahr der RechtenErinnerungslücke 1980

Von Philipp Schnee
München, 26. September 2014 Zum Gedenken an den Jahrestag des Wiesn-Attentats vom 26. September 1980 wird am Denkmal direkt am Oktoberfest-Gelände an die Opfer erinnert. 13 Menschen wurden damals getötet, 211 verletzt, 68 davon schwer. Gedenken an die Opfer des Wiesn-Attentats (imago / Michael Westermann)
Gedenken an das Oktoberfest-Attentat vom 26.09.1980 am Denkmal auf dem Oktoberfest-Gelände (imago / Michael Westermann)

Bei einem Anschlag auf das Münchner Oktoberfest 1980 sterben 13 Menschen. Das ist bis heute der schwerste Terrorakt in der bundesdeutschen Geschichte. Aber nicht der einzige in diesem Jahr. Ebenfalls 1980 schlägt eine Neonazi-Gruppe allein sieben Mal zu und tötet u.a. in Hamburg die Asylbewerber Nguyễn Ngọc Châu und Đỗ Anh Lân. In Erlangen werden der Rabbiner Shlomo Levin und seine Lebensgefährtin Frieda Poeschke ermordet. Zwei Schweizer Grenzbeamte werden von dem Rechtsextremisten Frank Schubert erschossen. Warum kann sich kaum jemand an diesen Terror, die Opfer, die Täter erinnern? Sie scheinen in der bundesdeutschen Geschichte weitgehend ausgeblendet. Wer sich aber an die lange Kontinuität des rechten Terrors nicht erinnert, unterschätzt ihn auch leicht in der Gegenwart. Das könnte fatale Konsequenzen haben.


Erinnerungslücke 1980
Das Terror-Jahr der Rechten
Von Philipp Schnee
Regie: N.N.
Mit: N.N.
Ton: N.N.
Produktion: SWR 2020
Länge:


Philipp Schnee ist in Süddeutschland geboren und hat dort Geschichte, Philosophie und VWL studiert. Seit 2010 arbeitet er als Redakteur, Moderator und Autor für den Deutschlandfunk, für Deutschlandfunk Kultur und den SWR. Und beschäftigt sich dabei seit einigen Jahren auch intensiver mit der Geschichte des Rechtsterrorismus. Zuletzt u.a.: "Krieg Spielen – Beobachtungen beim Reenactment der Völkerschlacht von Leipzig" (Deutschlandfunk 2017).

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