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Neue Musik | Beitrag vom 05.02.2019

Das Publikum als Werkzeug der Neuen MusikRe-Aktion

Von Leonie Reineke

Ein Mann animiert das Publikum, Gesten und Laute nachzumachen (IMD-Archiv / Daniel Pufe)
David Helbich in Aktion bei den Internationalen Ferienkursen für Neue Musik, Darmstadt 2014 (IMD-Archiv / Daniel Pufe)

Nicht nur, dass alles, was klingt, und alles, was nicht klingt, Material der Neuen Musik sein kann: Auch ihre Werkzeuge ufern aus. So werden in sogenannten Publikumsstücken die Zuhörer zu Mitwirkenden der musikalischen Darbietung.

Das Konzertpublikum verhält sich in der Regel passiv und unauffällig. Interaktion mit den Musikern auf der Bühne ist höchstens nach der Aufführung erwünscht, in Form von Protest oder Beifallsbekundungen. In Stücken mit Publikumsbeteiligung allerdings ist diese Rollentrennung aufgehoben: Eingreifen und Mitmachen der Zuhörer ist hier ausdrücklich vorgesehen.

Das Publikum wird Teil des Werkes

Vor allem in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts erlebte das Publikumsstück eine Blüte. Diese Entwicklung ging mit der Entstehung offener Formen einher, sowie mit der Fragestellung, wie Konventionen des Konzertlebens aufgebrochen werden können. Bis heute haben sich Konzepte dieser Art gehalten: Immer wieder setzen Komponisten vorbereitete oder spontane Publikumsbeteiligung ein – ob im Konzertsaal oder im Internet.

Standing Ovation des Publikums bei einem Konzert. (IMD-Archiv / Pit Ludwig)Applaudierendes Publikum beim Kammerkonzert auf der Mathildenhöhe. Darmstädter Ferienkurse 1960 (IMD-Archiv / Pit Ludwig)

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