Seit 12:30 Uhr Die Reportage
Sonntag, 26.09.2021
 
Seit 12:30 Uhr Die Reportage

Das politische Buch

Sendung vom 30.03.2007
Otto von Bismarck (AP Archiv)

Im Schatten des Eisernen Kanzlers

Seit ihrer Gründung war die Weimarer Republik ein instabiles Gebilde, sie wurde von Beginn an von der politischen Rechten wie der extremen Linken infrage gestellt. Robert Gerwarth zeigt in seinem Buch "Der Bismarck-Mythos", wie die National-Konservativen bis hin zu Hitler das Bild des Reichsgründers in ihrem ideologischen Kampf nutzten, um die junge Demokratie zu Fall zu bringen.

Sendung vom 23.03.2007
Flüchtlinge im Oktober 1945 (AP Archiv/Henry Burroughs)

Der Verlust der Heimat als Tabuthema

Manfred Kittel blickt in seinem Buch "Vertreibung der Vertriebenen?" auf die Erinnerungskultur in der Bundesrepublik zurück. Er stellt fest, dass die westdeutsche Gesellschaft seit den 60er Jahren das Thema Vertreibung der Deutschen angesichts der Aufarbeitung der Nazi-Verbrechen und der sich abzeichnenden Entspannungspolitik weitgehend verdrängte.

Sendung vom 16.03.2007
Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (AP)

Ministerielle Verheißungen

Uraula von der Leyen ist für ihre offensive Medienpolitik bekannt. Nun hat sie zusammen mit der TV-Journalistin Maria von Welser zusammen ein Buch herausgebracht, in dem sie ausführlich ihre Frauenpolitik erläutert. Aufschlussreich an diesem Buch ist bestenfalls, wie distanzlos sich eine Journalistin hinter die Regierungspolitik stellt und wie zwei ehemalige Familienministerinnen die Frauenpolitik in der Rückschau betrachten.

Sendung vom 09.03.2007
Günter Brakelmann:  "Helmut James von Moltke" (C.H. Beck Verlag)

Adliger im Widerstand gegen Hitler

Helmuth James Graf von Moltke stand im Mittelpunkt einer Gruppe von Hitler-Gegnern, die als Kreisauer Kreis bekannt wurde. Jetzt hat der Bochumer Historiker Günter Brakelmann eine neue Biografie des 1945 hingerichteten schlesischen Gutsbesitzers vorgelegt. Die Darstellung ist empirisch dicht, klassisch und unprätentiös geschrieben und dürfte schnell zum Standardwerk über Moltke werden.

Sendung vom 02.03.2007
Roman Herzog (AP)

Vom Einserjuristen zum Staatsoberhaupt

Roman Herzog blickt in seinen Erinnerungen auf eine steile Karriere zurück: Seine Laufbahn führte ihn bis in das höchste politische Amt Deutschlands. Als Bundespräsident bleibt er vor allem wegen seiner "Ruck-Rede" in Erinnerung. In seinen Memoiren bietet Herzog zahlreiche Anekdoten und Erzählungen, ein Blick hinter die Kulissen der großen Politik gewährt er dem Leser jedoch nicht.

Sendung vom 23.02.2007
Polizisten, Bankiers, Politiker: Repräsentanten des Systems und ihre Mitläufer? (Piper)

Den Opfern Gesicht und Stimme geben

In langen Interviews mit den Hinterbliebenen von RAF-Opfern macht die Münchner Journalistin Anne Siemens in Gestalt von Angehörigen Individuen sichtbar. Man fragt sich nach der Lektüre dieses streckenweise zu Tränen bewegenden Buchs, warum es solange gedauert hat, bis sich jemand der Ermordeten angenommen hat.

Sendung vom 16.02.2007
Schloss Sanssouci in Potsdam, Sinnbild für Preußens Glanz und Gloria (AP)

Historische Entmystifizierung

Preußen wird oft als der säbelrasselnde Militärstaat dargestellt, der Deutschland 1933 in den Untergang führte. - Dieses Urteil basiert auf Mythen und Legenden, meint der britische Historiker Christopher Clark, der in seinem Buch "Preußen" den Aufstieg und Fall des Landes nachzeichnet.

Sendung vom 09.02.2007
Blick vom Dresdener Rathausturm auf die zerstörte Stadt 1945 (AP Archiv)

Moralisches Versagen der Siegermächte

Seit einigen Jahren befassen sich britische Historiker vermehrt mit der Frage, ob die Bombardierung deutscher Städte am Ende des Zweiten Weltkrieges als militärische Notwendigkeit oder als Kriegsverbrechen zu werten ist. Ohne die Opfer gegeneinander aufzurechnen, kommt A.C. Grayling zu dem Schluss, dass auch die späteren Sieger in diesem gerechten Krieg tief gesunken sind.

Sendung vom 02.02.2007
Andreas Baader und Gudrun Ensslin auf der Anklagebank vor der Urteilsverkündung im Brandstifter-Prozess in Frankfurt (AP Archiv)

Topologie des Terrorismus

Das Reemtsma-Institut für Sozialforschung hat zwei schwere Wälzer zum Thema "Die RAF und der linke Terrorismus" hervorgebracht. Dabei gehen die 47 Autorinnen und Autoren mit ihren Beiträgen weit über das im Titel abgesteckte Themenfeld hinaus: Hier wird Terrorismus von allen Seiten betrachtet, ohne allerdings zu einer schlüssigen Analyse zu gelangen.

Sendung vom 26.01.2007
Ein mit Nazi-Symbolen beschmiertes jüdisches Mahnmal in Dortmund (AP)

Geschichte eines Symbols

Das Hakenkreuz ist eines der ältesten Symbole der Menschheit. Es findet sich bereits auf 14.000 Jahre alten Darstellungen in Ägypten. Lorenz Jäger geht in seinem Buch "Das Hakenkreuz" der Geschichte dieses Zeichens nach und klärt, wie aus einem Symbol für Lebenskraft und Fruchtbarkeit ein Symbol für Terror und Massenmord wurde.

Sendung vom 19.01.2007
KZ Buchenwald (AP)

Verdrängte Opfer

Dass die Sowjetunion in Ostdeutschland nach dem Zweiten Weltkrieg Gefangenenlager unterhielt und zum Teil die Konzentrationslager der Nazis für ihre Zwecke weiterhin nutze, ist zwar bekannt, von der Gesellschaft jedoch weitgehend verdrängt worden. Zu groß war offenbar die Angst vor dem Vorwurf, die nationalsozialistischen Verbrechen relativieren zu wollen.

Sendung vom 12.01.2007
Willy Cohn: Kein Recht, nirgends (Coverausschnitt) (Böhlau Verlag)

Erschreckende Beobachtungen

Der Wissenschaftler Norbert Conrads hat zehn Jahre gebraucht, um 4600 Seiten zu sichten, zu kürzen und mit Anmerkungen zu versehen, auf denen Willy Cohn zwischen 1933 und 1941 über den Alltag in Breslau und die Entwicklung der jüdischen Gemeinde berichtet hat. Herausgekommen sind beklemmende und erschreckende Beobachtungen.

Sendung vom 05.01.2007
Auch die Aufnahme weiterer Mitglieder wird die EU nicht vor dem Niedergang retten (AP)

Die europäische Krankheit

Noch vor wenigen Tagen feierte die Europäische Union die Aufnahme von Bulgarien und Rumänien. Doch auch diese Erweiterung wird die europäische Gemeinschaft nach Ansicht von Walter Laqueur nicht vor dem Untergang retten. Schon in wenigen Jahrzehnten wird Europa in die politische und wirtschaftliche Bedeutungslosigkeit versinken.

Sendung vom 29.12.2006
Reiterdenkmal des "Alten Fritz" mit Deutschlandflagge im Hintergrund. (AP-Archiv)

Handbuch für deutsche Hausaufgaben

Ein Kompendium unserer Gegenwart stellt "Die veränderte Republik" von Klaus Schroeder dar. Der Autor wollte gewiss nur ein Stück Zeitgeschichte schreiben, doch unter der Hand geriet ihm das Werk zu einem Handbuch für nationale Hausaufgaben und noch unerfüllte Hoffnungen.

Sendung vom 22.12.2006
Paul Kirchhof: Das Gesetz der Hydra (Coverausschnitt). (Droemer Verlag)

Plädoyer für eine Kultur des Maßes

In seinem Buch "Das Gesetz der Hydra" behandelt Paul Kirchhof die Hybris unserer Tage: maßloses Erfolgs- und Gewinnstreben, maßloses Streben nach Freiheit und Bindungslosigkeit, maßloses Streben nach körperlichem und geistigem Wohlbefinden. Seine Liste der Maßlosigkeiten ist lang.

Sendung vom 15.12.2006
Richard J. Evans: Das Dritte Reich (Deutsche Verlags-Anstalt)

Ein Standardwerk

Der britische Historiker Richard J. Evans, Dozent in Cambridge, legt mit "Diktatur" seinen zweiten Teil über Hitlers Vernichtungskrieg vor. Er zeigt, dass Hitler und seine Gefolgsleute nicht als paranoide Außenseiter unter die Deutschen gefallen waren, sondern in breiten Volksschichten unzählige willige Helfer fanden.

Sendung vom 08.12.2006
Peter Sloterdijk  (AP Archiv)

Ungewohnte Sicht auf die Geschichte

Peter Sloterdijk vermittelt eine ungewohnte Sicht auf die Triebkräfte der Geschichte, auf die Leidenschaften des Zorns, die man hierzulande am liebsten verleugnen möchte. Man kann die Lektüre jedem empfehlen, dem das leere Gerede von "sozialer Gerechtigkeit" hin und wieder die Zornesröte ins Gesicht treibt.

Sendung vom 01.12.2006
Muslimische Mädchen in der Frankfurter Innenstadt (AP)

Der Krieg beginnt im Kopf

Der Lyriker, Romancier und Publizist Zafer Şenocak ist kein Hysteriker, sondern - im Gegenteil - ein besonnener Denker mit einer klaren Vorliebe für Deeskalation. In "Das Land hinter den Buchstaben" vertritt er die Auffassung, dass Israel und Libanon, Irak und Afghanistan, Berlin und Istanbul nur "Nebenkriegsschauplätze" des einen, globalen Kriegs sind, der zuerst in den Köpfen wütet.

Sendung vom 24.11.2006
Der Autorin erscheint das zentrale Holocaust-Mahnmal in Berlin sehr notwendig. (AP)

"Nie wieder Gulag" hört man bis heute kaum

Die Autorin beschreibt die nationale Erinnerungskultur der Deutschen anhand einiger Fallbeispiele: die Debatten über die Wehrmachtsausstellung oder über die Vertreibung der Deutschen. In allen Fällen ist ihr Bezugspunkt der Holocaust. Worüber man bei Aleida Assmann leider nichts liest: die immer noch herrschende Asymmetrie in der Erinnerung an den braunen und den roten Terror und das Tabu, Nationalsozialismus, Faschismus und Kommunismus vergleichend in den Blick zu nehmen.

Sendung vom 17.11.2006
Nina Grunenberg: Die Wundertäter (Coverausschnitt) (Siedler Verlag)

Väter des Wirtschaftswunders mit brauner Vergangenheit

Die Wirtschaftsführer, die Westdeutschland nach dem Zweiten Weltkrieg wieder aufbauten, hatten mit dem heutigen Bild eines Managers nichts zu tun. Nina Grunenberg beschriebt sie in ihrem Buch "Die Wundertäter" als "farbige und knorrige Figuren“, die "patriarachalisch, ständestaatlich und antikommunistisch" dachten. Und: die trotz ihrer braunen Vergangenheit eine erstaunliche Karriere machten.

Sendung vom 10.11.2006
Peter Scholl-Latour: "Rußland im Zangengriff" (Propyläen Verlag)

Eingekreiste Weltmacht

Die Existenz des russischen Imperiums ist bedroht - das zumindest behauptet der bekannte Journalist Peter Scholl-Latour in seinem Buch "Rußland im Zangengriff". Umringt von Nato, China und Islamismus befindet sich Putins Reich in der Defensive. Belastbare Belege für seine These liefert Scholl-Latour jedoch nicht.

Sendung vom 03.11.2006
Altkanzler Gerhard Schröder stellt seine Memoiren vor. (AP)

Erinnerungen mit schwarzen Löchern

Keine Sorge: So neu, so überraschend, so enthüllend sind die Memoiren von Altbundeskanzler Gerhard Schröder nicht, wie es die beispiellose Medienkampagne glauben machen könnte. Und manches - wie etwa die Reibereien und Rivalitäten unter den so genannten Enkeln Willy Brandts schon in den Zeiten vor der rot-grünen Koalition - bleibt schlicht unerwähnt.

Sendung vom 27.10.2006
Die Rote Fahne weht auf dem Reichstag 1945 in Berlin (AP)

Iwans Krieg

Für ihr Buch über die Rote Armee hat die britische Historikerin Catherine Merridale lange unzugängliche russische Archive genutzt und ellenlange Gespräche mit Veteranen ausgewertet. Fast ausschließlich Selbstzeungisse sind es daher, die das Bild der Russen vom Krieg behandeln, die ihren Sieg mit fünfzehn bis zwanzig Millionen Toten bezahlen mussten.

Sendung vom 20.10.2006
Der Zweite Weltkrieg: Hier ein deutscher Panzer 1942 vor Stalingrad (AP Archiv)

Das Jahrhundert der Gewalt

Die Wahrheit über das 20. Jahrhundert ist nicht die Idee des Fortschritts, sondern die Übermacht der Gewalt, verbunden mit dem Niedergang des Westens. Das ist die zentrale These, die der britische Historiker Niall Ferguson in seinem Buch "Welt im Krieg" aufstellt.

Sendung vom 13.10.2006
Das Konzentrationslager Auschwitz (1945) (AP Archiv)

Einem erbarmungslosen Vernichtungswillen ausgeliefert

Mit seinem neuen Buch zeigt Saul Friedländer, wie sehr die Durchsetzung des nationalsozialistischen Vernichtungsprogramms von der Unterstützung und Beteiligung der Bevölkerung abhing. Auf bedrückende Weise legt der Historiker dar, dass Hitler sich nicht nur auf eine antisemitische Kultur, sondern auch auf das völlige Fehlen von Solidarität mit den Verfolgten verlassen konnte.

Seite 2/6

Nächste Sendung

02.10.2021, 11:05 Uhr

Informationen zur Sendung

Im Rahmen der Wochenendreform im Oktober 2007 wurde die Sendung Das politische Buch eingestellt. Das neue Magazin Lesart informiert Sie über wichtige Neuerscheinungen auf dem Buchmarkt.

September 2021
MO DI MI DO FR SA SO
30 31 1 2 3 4 5
6 7 8 9 10 11 12
13 14 15 16 17 18 19
20 21 22 23 24 25 26
27 28 29 30 1 2 3

Lesart

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur