Seit 23:05 Uhr Fazit
Sonntag, 01.08.2021
 
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Das politische Buch

Sendung vom 05.10.2007

Berichte aus dem Gulag

Warlam Schalamow: "Durch den Schnee" (Matthes & Seitz)

Warlam Schalamow verbrachte 18 Jahre in sowjetischen Straflagern. In "Durch den Schnee" berichtet er von Hunger, Schlägen, Arbeit und einer erbarmungslosen Kälte, die die Gefangenen zugrunde richtete. Schalamows Erzählungen gehören zu den wichtigsten Zeugnissen aus dem Gulag.

Sendung vom 28.09.2007
Wilhelm Furtwängler (AP)

Der Taktstocktyrann

Eberhard Straub porträtiert mit bissiger Angriffslust Wilhelm Furtwängler. Straub beschreibt den Stardirigenten als Machtmenschen, Egoisten, Nationalisten und geltungssüchtigen Heuchler. Und der Biograph zeigt, wie der Tyrann mit dem Taktstock mit den Nazis paktiert und sich nach dem Krieg als Gegner des NS-Regimes darzustellen versucht.

Sendung vom 21.09.2007
Rudolf Augstein im Jahr 2001 (AP Archiv)

Ikone des Journalismus

Ohne Rudolf Augstein und dessen "Spiegel" wäre die Bundesrepublik heute wahrscheinlich ein andere. Peter Merseburger setzt mit seiner Biographie dem einflussreichen Verleger und Journalisten ein Denkmal.

Sendung vom 14.09.2007
China: Beispiel für die Schocktherapie, wie sie laut Klein in den letzten Jahrzehnten stattgefunden hat.  (dpa / picture alliance / He Dongping)

Globaldiagnose mit grobem Strich

Naomi Klein, Verfasserin des Bestsellers "No Logo!" und Ikone der globalisierungskritischen Bewegung, hat ein neues Buch vorgelegt. Es ist ein Rundumschlag: Klein versucht, die Strategien der globalen Ökonomie als neue Form des Kolonialismus zu entlarven und zwar als weltweites Phänomen in den vergangenen 30 Jahren.

Sendung vom 07.09.2007
Straßencafé in Tel Aviv (AP)

Antisemitische Verschwörungstheorie

John J. Mearsheimer und Stephen Walt untersuchen in ihrem Buch den Einfluss der "Israel-Lobby" auf die US-amerikanische Außenpolitik. Dabei stellen die beiden Wissenschaftler nicht nur die Fakten auf den Kopf, sondern bedienen lauter antisemitische Vorurteile.

Sendung vom 31.08.2007
Friedhof in Ruanda

Liquidierung der "Anderen"

In der Geschichte der Menschheit hat es zahllose Massaker gegeben. Doch nicht jedes Massaker ist mit einem Völkermord gleichzusetzen. Der französische Politikwissenschaftler Jacques Sémelin analysiert in seinem Buch "Säubern und Vernichten" die Prozesse, die zu einem Völkermord führen.

Sendung vom 24.08.2007
Der Historiker Fritz Stern (AP Archiv)

Meisterliches Geschichtsbuch

Der amerikanische Historiker Fritz Stern hat mit "Fünf Deutschland und ein Leben" seine Memoiren vorgelegt. Stern erzählt seine eigene Geschichte und die seiner jüdischstämmigen Familie, die 1938 aus Breslau floh.

Sendung vom 17.08.2007
Panajotis Kondylis: "Machiavelli" (Akademie Verlag)

Vordenker des modernen Staats

In "Machiavelli" ordnet der griechisch-deutsche Philosoph Panajotis Kondylis das politische Denken von Niccolò Machiavelli in den zeithistorischen Kontext ein. Für Kondylis erklärt sich Machiavelli vor allem durch die Zeit der Renaissance, also des Übergangs vom mittelalterlichen Feudalismus zum modernen Staat.

Sendung vom 10.08.2007
Blick in den Bundestag (AP)

Krank, aber heilbar

Die Demokratie - so Florian Felix Weyhs Befund - ist krank. Sie bedarf einer Therapie. Und die Therapievorschläge unterbreitet Weyh in Form eines Dialogs zwischen Arzt und Patientin.

Sendung vom 03.08.2007
Hillary Rodham Clinton (AP Archiv)

Ehrgeiz und Selbstbeherrschung

Hillary Rodham Clinton, die Frau, die womöglich die erste US-Präsidentin wird, verdankt ihre Popularität ausgerechnet den Fehltritten ihres Mannes. Die Biografie der beiden "New -York-Times"-Reporter Jeff Gerth und Don van Natta zeichnet aber nicht nur das Bild Hillary Clintons, sondern ebenso der amerikanischen politischen Kultur.

Sendung vom 27.07.2007
Der wohl bekannteste Terrorist: El Kaida-Führer Osama bin Laden (AP)

Rache, Ruhm und Reaktionen

Terroristen seien weder Verrückte noch Psychopathen, sondern rational handelnde Menschen, die ein politisches Ziel erreichen wollten. Das schreibt die US-amerikanische Sicherheitsexpertin Louise Richardson in ihrer brillanten Analyse. Sie wollten Rache nehmen, Ruhm erfahren und ihre Gegner zu einer Reaktion zwingen.

Sendung vom 20.07.2007
Zwangsarbeiter in einer Munitionsfabrik in der Nähe des KZ Dachau. (AP Archiv)

Wirtschaft unter dem Führerbefehl

In der Studie "Ökonomie der Zerstörung" von Adam Tooze über die Wirtschaft im "Dritten Reich“ wird das umstrittene Problem des Verhältnisses von kapitalistischer Wirtschaft zum NS-Regime auf denkbar breiter empirischer Basis und in eindringlicher Analyse souverän geklärt. Man kann sagen: Zum ersten Mal ist das jetzt in einer überzeugenden Synthese auf gleichmäßig hohem Niveau geschehen.

Sendung vom 13.07.2007
Der hessische Ministerpräsident Roland Koch wird von Journalisten bedrängt. (AP)

Drahtzieher in der Medienrepublik

In der Hauptstadt sind Heerscharen von Journalisten unterwegs, doch nur ein paar aus der schreibenden Zunft haben die publizistische Macht in ihren Händen konzentriert und verfügen über direkte Verbindungen in die höchsten Ebenen der Politik. Lutz Hachmeister analysiert in seinem Buch "Nervöse Zone", wie Politik und Journalismus in der Berliner Republik funktionieren und voneinander abhängen.

Sendung vom 29.06.2007
Überwachungskamera (AP)

Der Staat als väterlicher Beschützer

Terror, Klimakatastrophe, Drogen, Gentechnik - die Menschheit sieht sich von vielen Gefahren bedroht, und der Staat versucht seine Bürger zu beschützen. Doch eine Demokratie sollte nicht kollektiver Panik folgen, sondern eine schützende Rolle einnehmen, die die Freiheit nicht erstickt, meint Cass Sunstein in seinem Buch "Gesetze der Angst".

Sendung vom 22.06.2007
Blick in den Bundestag (AP)

Eine zweifelhafte Errungenschaft

Für Fareed Zakaria ist der historische Sieg der Demokratie ein zweischneidiges Schwert. In seinem Buch "Das Ende der Freiheit. Wieviel Demokratie verträgt der Mensch?" vertritt er die These, dass einerseits die Demokratie für das Mehrheitsprinzip steht, andererseits für die Freiheit. Aber beide Prinzipien widersprechen sich.

Sendung vom 15.06.2007
Alexander Litwinenko (AP)

Geheimnisvoller Mord an einem Ex-Agenten

Berühmt wurde Alexander Litwinenko erst durch seinen Tod. Der ehemalige russische Geheimdienstler starb an den Folgen einer Vergiftung durch Polonium 210. Marina Litwinenko und Alex Goldfarb beschreiben in "Tod eines Dissidenten" Litwinenkos Werdegang und zeichnen ein Bild Russlands zwischen Jelzin und Putin.

Sendung vom 08.06.2007
Globalisierungsgegner beim G8-Gipfel (AP)

Sprechblasen von Globalisierungsoptimisten

Die Globalisierung gehört derzeit zu den Reizthemen schlechthin. Während die einen vor dem Verlust der hiesigen Besitzstände warnen, sagen die anderen eine blühende Zukunft voraus. Ausgewogene Aufklärung wäre also dringend geboten. Doch Stefan Aust, Claus Richter und Matthias Ziemann geben in ihrem Buch "Wettlauf um die Welt" nur die Sichtweise derer wieder, die sich vor der Globalisierung nicht fürchten müssen.

Sendung vom 01.06.2007
Klimaveränderung als globale Gefahr (AP)

Globalisierte Gefahr

Der Soziologe Ulrich Beck wurde 1986 durch sein Buch "Risikogesellschaft" bekannt. Die darin vertretenen Thesen hat er in den Folgejahren nuanciert und erweitert. In "Weltrisikogesellschaft", seinem neusten Buch, fasst Beck diese zwanzigjährige Forschungsarbeit zusammen und zeigt, dass die Risiken globale Dimensionen erreicht haben.

Sendung vom 25.05.2007
US-Soldaten im nordirakischen Mossul (AP)

Über die Realität des Irakkriegs

Zwar erreichen uns täglich Bilder und Berichte über Anschläge und Tote aus dem Irak, doch der Kriegsalltag bleibt der Öffentlichkeit verborgen. Dietmar Herz, deutscher Politikwissenschaftler, und Joshua Key, ehemaliger US-Soldat, waren beide im Irak und berichten in ihren Büchern über die grausige Realität des Alltag.

Sendung vom 18.05.2007
Menschenmenge (Stock.XCHNG / Joseph Zlomek)

Gegen die Lust an der Angst

Der renommierte Zukunftsforscher und Bestsellerautor Matthias Horx hat sich in seinem neuen Buch "Anleitung zum Zukunftsoptimismus" die unbequemen Wahrheiten vorgenommen und schickt sich an, den Deutschen ihr Liebstes zu nehmen: ihre Angst.

Sendung vom 11.05.2007
Opfer der türkischen Massaker an den Armeniern (AP Archiv)

Ethnischen Säuberungen des 20. Jahrhunderts

Bücher über großflächig organisierte Massenmorde, über individuelle Sadismen, aber ebenso über kaltblütige Planungen zur möglichst effektiven, also schnellen und kostengünstigen Tötung von Menschen zu lesen, ist kein Vergnügen. Doch Manns Buch ist in der hiesigen Forschungslandschaft ein Unikat, und allein dies rechtfertigt auch die Mühen der Lektüre.

Sendung vom 04.05.2007
Die Berliner Mauer in Kreuzberg, 1962 (AP)

In der Teilung miteinander verbunden

Dass trotz der 40-jährigen Teilung Deutschland 1990 die Kraft zur Wiedervereinigung besaß, ist nach Ansicht von Peter Bender dem Umstand geschuldet, dass die beiden Teilstaaten stets aufeinander bezogen waren. In seinem Buch "Deutschlands Wiederkehr" legt der Historiker dar, wie "gerade die Zeiten der schlimmsten Feindschaft erkennen ließen, dass hier eine Nation mit sich selbst kämpfte".

Sendung vom 27.04.2007
Helga Hirsch: Entwurzelt (Edition Körber Stiftung)

Aus der Heimat vertrieben

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Grenzen in Osteuropa neu gezogen. Nicht nur Deutsche wurden Opfer einer gigantischen Vertreibungswelle, auch Polen und Ukrainer wurden aus ihrer alten Heimat davongejagt. Helga Hirsch hat in "Entwurzelt" die Schicksale einiger Betroffener festgehalten.

Sendung vom 20.04.2007
Vermummter Palästinenser mit Koranvers auf dem Kopftuch (AP)

Unter dem Banner des Islam

Einige Wissenschaftler sprechen von einer schleichenden Islamisierung Westeuropas. Migration und Demographie könnten nun das schaffen, was der bisherige "Imperialismus im Namen Allahs" - so der Titel des neuen Buches von Efraim Karsh - nicht vermochte. Karsh zeichnet in seinem Werk den heiligen Krieg der Moslems vom Propheten Mohammed bis zu Osama bin Laden nach.

Sendung vom 13.04.2007
Hubertus Knabe: "Die Täter sind unter uns" (Propyläen)

Getrübter Blick auf die DDR-Diktatur

Die Erinnerung an die Unterdrückung durch die DDR-Diktatur weicht zunehmend dem nostalgischen Blick auf die "Errungenschaften" des SED-Regimes. Hubertus Knabe analysiert in "Die Täter sind unter uns" den Prozess der schleichenden Verklärung und tritt mit seinem Buch gegen das Vergessen und für die Würde der Opfer ein.

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07.08.2021, 11:05 Uhr Lesart
Das politische Buch

Informationen zur Sendung

Im Rahmen der Wochenendreform im Oktober 2007 wurde die Sendung Das politische Buch eingestellt. Das neue Magazin Lesart informiert Sie über wichtige Neuerscheinungen auf dem Buchmarkt.

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