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Interpretationen | Beitrag vom 08.03.2020

Das "Oratorium nach Bildern der Bibel" von Fanny HenselTrauer und Anmut

Gast: Cornelia Thierbach, Musikwissenschaftlerin und Museumsleiterin des Mendelssohn-Hauses in Leipzig; Moderation: Claus Fischer

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Die Komponistin Fanny Hensel (1805-1847) (imago/ United Archives International)
Komponieren für die Opfer der Cholera-Epidemie: Fanny Hensel (imago/ United Archives International)

Enkelin, Tochter, Schwester, Ehefrau: Für Fanny Hensel lagen viele Rollen nahe, aber sie ergriff die der Komponistin. Mit einem Oratorium bewies die 26 Jahre alte Musikerin, dass sie sich vor männlicher Konkurrenz nicht verstecken musste.

Es war alles andere als leicht für Fanny Hensel geb. Mendelssohn Bartholdy, sich als Komponistin zu etablieren. Da war der Vater, der für sie – wie im 19. Jahrhundert normal – die spätere Rolle als Ehefrau und Mutter vorgesehen hatte. Und da war der ehrgeizige Bruder Felix, mit dem sie zutiefst verbunden war, aber auch in einer unausgesprochenen Konkurrenzsituation steckte.

Hier geht es zur Playlist der Sendung.

Umso erstaunlicher ist es, dass Fanny Hensel (1805-1847) bereits 1831, im Alter von 26 Jahren, ein gut halbstündiges chorsinfonisches Werk geschaffen hat, die "Cantate für die Toten der Cholera-Epidemie". Überliefert ist das Werk in der Berliner Staatsbibliothek; die Handschrift hat allerdings kein Titelblatt.

Erstaunlicher Kosmos

Der Musikwissenschaftler und Bibliothekar Rudolf Elvers erfasste das Werk dort unter dem Namen "Oratorium nach Bildern der Bibel", wohl um seine Bedeutung hervorzuheben. Und tatsächlich erschließt sich beim Hören ein musikalischer Kosmos, der einen erstaunen lässt!

Das Hammerklavier von 1830 im Arbeitszimmer von Felix Mendelssohn Bartholdy mit aufgedeckten Tasten. (imago/imagebroker)Grundlage vieler Kompositionen aus dem Hause Mendelssohn: Ein Hammerklavier, Baujahr 1830, in Felix Mendelssohn Bartholdys Arbeitszimmer. (imago/imagebroker)

Vier Aufnahmen des "Oratoriums" von Fanny Hensel existieren, drei im Handel erhältliche Einspielungen und ein Rundfunk-Live-Mitschnitt. Im Gespräch mit der Leiterin des Museums im Leipziger Mendelssohnhaus, Cornelia Thierbach, erschließt Claus Fischer die musikalische Welt der Fanny Hensel.

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