Freistil, vom 08.11.2015

Das Münchner Traditionslabel TrikontDie andere Heimat oder: Das Rebellische im Gstanzl

Von Valerie Trebeljahr

Heimat ist wieder in - zumindest im Süden Deutschlands. Auch das anarchische, das hippe Bayern liegt im Trend. Eine Münchner Institution, die den aktuellen Heimattrend mitbefördert hat, von ihm profitiert, ihn aber auch kontinuierlich hinterfragt, ist Trikont.

Der Musiker Hank Williams mit Gitarre und Cowboyhut bei einem Auftritt. (imago / United Archives International)
Von finnischem Tango bis zur Country-Musik von Hank Williams (s. Foto) - Bei Trikont kommen ganz unterschiedliche Musikstile bei einem Label zusammen. (imago / United Archives International)

"Damn, Trikont get me every time. How do these dudes keep getting it so right?" fragte der angesehene US-Musikjournalist Everett True 2007. Rund 450 Veröffentlichungen zählt die Diskografie des Labels: finnischer Tango neben American Yodeling, Russendisko neben Rembetika, Karl Valentin neben Countrylegende Hank Williams. Eine große Bandbreite, Resultat einer eindeutigen politischen Linie. Gegründet wurde Trikont 1967 als linksradikaler Verlag mit dem klaren Ansatz: Revolution. Die Suche nach dem Anderen, dem Dagegen, ohne Angst vor Staat oder Trend, bestimmt bis heute die Arbeit des Labels, das längst auch international Anerkennung genießt.

Produktion: BR 2014