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Konzert / Archiv | Beitrag vom 30.06.2018

"Das Lied der Liebe" in LeipzigAus Strauß mach Korngold

Moderation: Stefan Lang

Der hell erleuchtete Eingang der Musikalischen Komödie Leipzig (Musikalische Komödie/Kirsten Nijhof)
Am Abend hell erleuchtet - der Eingang der Musikalischen Komödie Leipzig (Musikalische Komödie/Kirsten Nijhof)

Erich Wolfgang Korngold nahm sich alte Operetten von Strauß und verlieh ihnen den Klang der 1920er-Jahre. Mit neuen Begleitungen und aktuellen Liedern entstand so "Das Lied der Liebe" - nun wieder aufgeführt in der Musikalischen Komödie Leipzig.

Der Dirigent und Leiter der Musikalischen Komödie Leipzig, Stefan Klingele und der Tenor Adam Sanchez zur Oper des heutigen Abends:

Der Dirigent Stefan Klingele steht vor einem Orchester und gibt den Einsatz (Musikalische Komödie Leipzig/Ida Zenna)Der Dirigent Stefan Klingele war Initiator der Aufzeichnung (Musikalische Komödie Leipzig/Ida Zenna)

Die gute alte Wiener-Operetten-Tradition geriet in den 1920er-Jahren aus der Mode. Neue Klänge - wie der Jazz - hatten Einzug gehalten und waren auf den modernen Revue-Bühnen der großen Städte präsent. Außerdem schwappten Broadway-Produktionen nach Europa. Erich Wolfgang Korngold erlebte im Wien der 20er-Jahre diese Trendwende und obwohl er sich niemals vorstellen konnte, jemals ein originales Werk zu bearbeiten, passierte es einfach.

"Eigentlich bin ich ein Feind aller Bearbeitungen"

Als Dirigent hatte er die Aufgabe bekommen, die Strauß-Operette "Eine Nacht in Venedig" für eine Wiener Aufführung einzurichten. Und schon polierte er die Instrumentierung der Gesangsnummern im Geschmack des Publikums auf, warf langweilige Nummern heraus, nahm Flottes aus anderen Werken mit hinein, er kam sogar dem Wunsch des Star-Tenors Richard Tauber nach, dessen bevorzugte Lieder in das Werk zu integrieren. Und schon hatte er am Ende seiner Arbeit eine Überarbeitung vorgelegt.

Erich Werner Korngold (imago)Erich Wolfgang Korngold war Dirigent in Wien und somit beauftragt, das Operettenrepertoire flott auf die Bühne zu bringen. (imago)

Der Erfolg beim Publikum war enorm. So wandte er dieses Prinzip auch bei Folgeprojekten an. Als "Das Spitzentuch der Königin" von Johann Strauß Sohn auf dem Programmzettel stand, ging er noch einen Schritt weiter. Er wurde freier in der Behandlung von Stoff und Musik - bettete bekannte Walzer ein. So wurde aus der Strauß-Bearbeitung ein echter Korngold. 

Die Leipziger Musikalische Komödie hat sich die Pflege deutscher Operetten und Singspiele auf die Fahnen geschrieben und so diese Neufassung Korngolds mit Verve wiederbelebt. Der Dirigent und Musikdirektor des Hauses Stefan Klingele hat die Aufzeichnung der Operette vorangetrieben und nun mit seinem Ensemble nach etlichen Aufführungen mit dem Deutschlandfunk Kultur aufgezeichnet.

Eine Produktion von Deutschlandfunk Kultur vom 20. und 21. Juni 2018 in der Bethanienkirche Leipzig 

Erich Wolfgang Korngold
Das Lied der Liebe 
Operette nach der Musik zu "Das Spitzentuch der Königin" von Johann Strauß Sohn
Libretto: Ludwig Herzer

Graf Richard von Auerspach - Adam Sanchez, Tenor
Baronin Paulette - Lilli Wünscher, Sopran
Baron Gigi - Andreas Reiner, Tenor
Tini - Laura Scherwitzl, Sopran
Lori Fallhuber - Mirjam Neururer, Sopran
Oberleutnant Puchberg - Hinrich Horn, Bass
Erzähler - Cusch Jung
Orchester der Musikalischen Komödie Leipzig
Leitung: Stefan Klingele

Bitte beachten Sie, dass wir die Operette aus rechtlichen Gründen nicht zum Nachhören einstellen können. Es folgt eine Veröffentlichung auf CD.

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