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Literatur | Beitrag vom 07.07.2019

Das italo-slawische TriestWiderspenstige Anmut

Von Maike Albath

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Karl Friedrich Schinkels Aquarell "Blick von den Höhen hinter Triest über die Stadt auf das Meer" (1803).  (dpa / picture-alliance / akg-images)
Karl Friedrich Schinkel unternahm 1803 seine erste Italienreise und malte auch die Stadt Triest. (dpa / picture-alliance / akg-images)

Ein Ort multikultureller Einflüsse, an dem Süden, Osten und Norden miteinander verschmelzen – das ist Triest. Die slawischen, romanischen und österreichischen Bezüge spiegeln sich auch in der Literatur wider.

Triest wirkt wie eine Kreuzung aus Wien, Ljubljana und Zagreb. Oben grüßen die Berge, unten leckt das Meer an der prächtigen Piazza. Auf den Boulevards wird flaniert, und im Stimmengewirr mischen sich viele Sprachen. Die Grenze zu Slowenien ist nahe, und im Laufe der Jahrhunderte ist sie hin- und hergeschoben worden – zuletzt nach dem Zweiten Weltkrieg, als Triest Italien zugeschlagen wurde, sein Hinterland jedoch der Volksrepublik Jugoslawien.

Brutale Italianisierung

Slawische, romanische und österreichische Einflüsse überlagern sich auch in der Literatur. Fulvio Tomizza (1935-1999) übersiedelt 1954 wie viele Italiener aus Istrien nach Triest. Seine großen Romane schildern den Verlust der zu Jugoslawien gehörenden Dörfer im Hinterland und geben Italien einen Teil seiner verdrängten Geschichte zurück. Marko Kravos, Jahrgang 1943, gehört zu den wichtigen Stimmen der slowenischen Lyrik in der Grenzstadt, und der Romancier Boris Pahor erzählt vom Widerstand der Slowenen in Triest gegen die brutale Italianisierung in den 1930er-Jahren.

Multikulturelle Stadt

Manche Triestiner kamen auf verschlungenen Wegen in ihre Stadt. Cecilia Prenz wurde 1964 in Argentinien geboren, ihre Großeltern waren in der Weltwirtschaftskrise als Italiener aus dem später kroatischen Teil von Istrien ausgewandert. Ihre Eltern fanden bei der Rückkehr ein neues Land namens Jugoslawien vor, wo sie bald nicht erwünscht waren – weshalb der Dichter und Romancier Octavio Prenz nach einem Ort suchte, wo Süden, Osten und Norden miteinander verschmolzen. Dieser Ort hieß Triest. Am Rande Italiens gelegen, in unmittelbarer Nähe zu den EU-Staaten Slowenien und Kroatien, bildet die Stadt mit ihren multikulturellen Schichtungen einen Kern Europas.

Lesen Sie hier das vollständige Manuskript.

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