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Zeitfragen / Archiv | Beitrag vom 17.11.2017

Das Gehen in der Literatur Vom Traum, unterwegs ein anderer zu werden

Von Stefan Berkholz

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Pilgerdenkmal in León - Füße und daneben Sandalen (picture alliance / Maximilian Schönherr)
"Dass man sich nackt macht, sowohl im übertragenen Sinne, aber auch wortwörtlich. Das heißt, dass man ablegt", so Ilija Trojanow über das Gehen. (picture alliance / Maximilian Schönherr)

Für Autoren ist das Gehen eine ideale Ergänzung zum Sitzen am Schreibtisch. Kein Wunder, dass es in der Literaturgeschichte immer wieder auftaucht. Zeitgenossen wie Tomas Espedal und David Grossman oder Altmeister wie Jean-Jacques Rousseau und Henry David Thoreau kommen hier zu Wort.

Aufbruch aus dem alten Trott oder die Abkehr von einer immer hektischer werdenden Zivilisation – es gibt viele Gründe, um sich auf den Weg zu machen. Aufbruch aus dem alten Trott, nach Krankheiten oder Lebenskrisen, das kann ein Beweggrund sein, um das Gehen in der Natur wieder zu entdecken. Ein anderer: die Abkehr von einer Zivilisation, die immer hektischer und anonymer wird.

Dahinter steckt der Traum, unterwegs ein anderer Mensch zu werden und die Gewissheit, dass der lärmende Überfluss nicht das Maß aller Dinge sein kann. Selbstfindung also. Der Vergänglichkeit trotzen, Freiheit erlangen, Ängste überwinden.

Ideale Ergänzung zum Sitzen am Schreibtisch

Für Schriftsteller ist das Gehen eine ideale Ergänzung zum Sitzen am Schreibtisch. Und so machen sie sich immer wieder Gedanken über die natürliche Fortbewegung des Menschen.

Der Traum, unterwegs ein anderer Mensch zu werden, und die Gewissheit, dass der lärmende Überfluss nicht das Maß aller Dinge sein kann – viele Schriftsteller denken über die natürliche Fortbewegung des Menschen nach und brechen selbst auf in die Natur.

Ilija Trojanow: "Ich glaube, das Entscheidende beim Gehen ist ja eine gewisse Entkleidung. Dass man sich nackt macht, sowohl im übertragenen Sinne, aber auch wortwörtlich. Das heißt, dass man ablegt."

Zu Wort kommen Edo Popovic und Tomas Espedal, Ilija Trojanow und David Grossman. Und mit Honoré de Balzac, Patrick Leigh Fermor, Jean-Jacques Rousseau, Robert Louis Stevenson, Henry David Thoreau und anderen wird in die Literaturgeschichte geblickt.

Hier finden Sie das vollständige Manuskript als pdf-Version und im txt-Format.

Eine Wiederholung der Sendung vom 13. Mai 2016.

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