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Feiertag - Kirchensendung / Archiv | Beitrag vom 27.03.2011

"Das darf nicht passieren!"

Vom Umgang mit Schuld und Versagen

Von Pfarrerin Lucie Panzer und Pfarrer Wolf-Dieter Steinmann, Stuttgart

Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) verlässt  nach seinem Rücktritt die Pressekonferenz in Berlin. (picture alliance / dpa)
Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) verlässt nach seinem Rücktritt die Pressekonferenz in Berlin. (picture alliance / dpa)

Jeder macht mal einen Fehler, sagen wir gern, solange es nicht passiert. Aber wenn es dann passiert ist, uns selbst oder anderen, dann geben wir kein Pardon. Das darf einfach nicht passieren, heißt es dann. Vor allem wer ein öffentliches Amt hat, muss die Verantwortung tragen und zurück treten. Und im Privatleben, wo man nicht einfach zurücktreten kann, muss man sehen, wie man mit seiner Schuld lebt. Was bleibt einem übrig? Ist es ein Wunder, dass viele verschweigen, vertuschen und beschönigen, was war? Gibt es eine andere Möglichkeit, wenn man getan hat, was jedem passieren kann? In der Fastenzeit fragen Lucie Panzer und Wolf-Dieter Steinmann, wie Menschen – privat und öffentlich – in einer christlichen Weise mit Schuld und Versagen umgehen können.

"Jeder macht mal einen Fehler." Solange kein Fehler passiert, stimmen die meisten diesem Satz gern zu: Großherzig mit Fehlern umzugehen, das brauchen Menschen für ein gutes Miteinander.

Die Nagelprobe kommt, wenn er passiert, der kleine oder große Fehler. Da kann es schnell vorbei sein mit der Einmütigkeit. Auf einmal klaffen Gräben im Miteinander: Zwischen den einen, die den Fehler begangen haben, und den anderen, die direkt betroffen sind. Und dann sind da noch die, die vom Fehler erfahren, die urteilende Öffentlichkeit.

"So was darf einfach nicht passieren; das muss Konsequenzen haben" sagen die Beobachter. Und wer Fehler gemacht hat gerät unter Druck – oder in Versuchung.

"Meine von mir verfasste Dissertation ist kein Plagiat. ..Sie ist über etwa sieben Jahre – neben meiner Berufs- und Abgeordnetentätigkeit als junger Familienvater – in mühevollster Kleinarbeit entstanden und sie enthält fraglos Fehler. Über jeden einzelnen dieser Fehler bin ich selbst am unglücklichsten. Es wurde aber zu keinem Zeitpunkt bewusst getäuscht."

Beschönigen, wegerklären, leugnen, vertuschen. Bei Karl Theodor zu Guttenberg haben wir es gerade erlebt. Die Versuchung ist groß, sich Fehlern oder Schuld und ihren Folgen zu entziehen. Sich erstmal rauszureden. Auch im Privatleben. Dort muss niemand zurücktreten, man kann es aber auch nicht. Was dann?

"So was darf nicht passieren." Mindestens drei Personen oder Gruppen sind davon betroffen. Täter, Opfer und Beobachter bzw. Öffentlichkeit. Keiner dieser Drei kann das beschädigte Miteinander allein ins Gleichgewicht bringen. Wie können Menschen – privat und öffentlich – mit Schuld und Versagen umgehen? Auf christliche Weise?

Jeder macht mal einen Fehler – gut und schön. Aber wenn es dann wirklich passiert ist, dann kommt: "Ich war’s nicht". Dann beginnt die Zeit der Ausflüchte, der Beschönigungen, der Ausreden, die Zeit der Versuchung.

Die Bibel erzählt, dass das schon immer so war. Erzählt wird die Geschichte von Josef und seinen Brüdern: Die waren neidisch auf den hochbegabten Josef. Deshalb wollen sie ihn loswerden, werfen ihn zuerst in eine Zisterne, und verkaufen ihn schließlich in die Sklaverei ins ferne Ägypten. Natürlich wissen sie, dass das nicht recht ist. Vor sich selbst rechtfertigen sie deshalb, was sie tun: Dieser Träumer, der uns die Liebe unseres Vaters stiehlt, der hat es nicht besser verdient. Und zugleich überlegen sie, wie sie ihre Tat vertuschen können. "Wir wollen sagen, ein wildes Tier habe ihn gefressen", beschließen sie. Hoffentlich deckt niemand die Wahrheit auf. Aber die Angst wird sie von nun an begleiten. Und das schlechte Gewissen.

Wenn man genau hinschaut, verbirgt sich hinter dem "Ich war’s nicht" bei Josefs Brüdern Scham. Das ist ganz typisch, glaube ich. Ich schäme mich vor den anderen. Oder vor mir selbst: Ich habe meine eigenen Maßstäbe und Prinzipien verfehlt. Jetzt schäme ich mich dafür. Und niemand soll es merken. Am liebsten möchte ich es selbst nicht wahrhaben. Deshalb versuche ich auch vor mir selbst Beschönigungen und Erklärungen.

Es geht aber auch anders. Professor Dr. Norbert Pfeiffer zum Beispiel, der als ärztlicher Direktor am Universitätsklinikum in Mainz im vergangenen Jahr den Tod von drei Säuglingen bekannt geben musste, hat klipp und klar gesagt: Wahrscheinlich ist der Fehler in unserer Klinik passiert. Und konnte hinterher aufatmen, als man die wirkliche Ursache anderswo gefunden hat. Er schreibt über die Situation damals:

"Ich bin gut damit gefahren, zu jeder Minute alles zu sagen, was ich wusste. Meinen ersten Berufsabschluss habe ich als Querflötist. Beim Instrument hört man sofort, wenn jemand einen falschen Ton spielt. Das will ich natürlich nicht. So halte ich es auch im richtigen Leben"

Genauso hat es Margot Käßmann gemacht, nach ihrer Alkoholfahrt im Februar 2010:

"Am vergangenen Samstagabend habe ich einen schweren Fehler gemacht, den ich zutiefst bereue. … Hiermit erkläre ich, dass ich mit sofortiger Wirkung von allen meinen kirchlichen Ämtern zurücktrete."

Mit so einem tapferen Schritt ist mit einem Schlag die Angst zu Ende. Die Angst doch noch erwischt zu werden. Und der Druck auch, den es macht, immer weiter zu lügen. Auch beim Lügen darf man ja keinen Fehler machen

"Die Wahrheit hat auch etwas Befreiendes. Ich denke, die Wahrheit zu sagen, hat viele Vorteile. Es gibt nur ein Problem: Man muss dafür relativ mutig sein."

Das sagt Professor Dr. Norbert Pfeiffer, von der Mainzer Universitätsmedizin. Und wo nimmt man ihn her, diesen Mut zur Wahrheit? Norbert Pfeiffer schreibt von seinem "evangelischen Wahrheitsverständnis". Was das bedeuten könnte, hat Margot Käßmann Monate vorher so formuliert:

"Ich weiß aus vorangegangenen Krisen: Du kannst nie tiefer fallen als in Gottes Hand. Für diese Glaubensüberzeugung bin ich auch heute dankbar."

Einer jedenfalls, Gott jedenfalls, bleibt bei mir, wenn ich mich der Wahrheit stelle. Das kann Kraft geben. Das kann einem aus der Sackgasse heraushelfen, in die man mit Lügen und Vertuschen und Beschönigen geraten kann. Im Vertrauen auf Gott können Menschen die Wahrheit sagen.

"Ich habe als Arzt meinen Patienten immer die Wahrheit zugemutet. Und ich habe gelernt: Menschen, egal, welcher Glaubensrichtung, sind in erstaunlichem Maße bereit, zu verzeihen, wenn man sie nicht betrügt."

Die Wahrheit kann beschädigte Beziehungen zwischen Menschen wieder in Ordnung bringen. Das ist die Erfahrung, die am Ende auch Josefs Brüder gemacht haben, erzählt die Bibel. Ihr Leben lang haben sie ihre Schuld mit sich herumgetragen. Schließlich begegnen sie dem verschollen geglaubten Bruder wieder. Sofort ist sie wieder da, ihre Angst. Aber diesmal beschönigen sie nichts und erklären sie nichts. Sie stehen zu dem, was sie getan haben. Sie sagen die Wahrheit. Und bitten um Verzeihung. "Vergib doch deinen Brüdern ihre Missetat", heißt es in der Bibel. Das kann gelingen. Dann werden Beziehungen heil.

"Wie kann ein Mensch vergeben, der zum Opfer geworden ist?" Ich habe Menschen kennen gelernt, die durch die Schuld eines anderen ihren Sohn und ihre Tochter verloren haben. Da ist mir sehr bewusst geworden: Man kann verzeihen und vergeben nicht automatisch erwarten und schon gar nicht als Beobachter oder Täter von Betroffenen einfordern.

Verzeihen und vergeben verlangt dem Opfer eines Fehlers und einer Schuld einiges ab, in jedem Fall. Vergebung einzufordern, schon gar zu schnell, kann Menschen überfordern.

Vergeben hat seine Zeit. Verzeihen und vergeben braucht Anstrengung. Es dauert und zugleich ist es ein Geschenk. Man kann nicht sicher sein, ob verzeihen und vergeben gelingt. Man kann nur froh sein, wenn es gelingt.

Zugleich zeigt gelungenes Verzeihen, auf dem Weg des Vergebens gibt es Schritte, Stufen. Wenn man die miteinander geht, als Täter und Betroffener, kann Vergebung gelingen.

Von einem solchen Prozess erzählt auch eine Geschichte im Neuen Testament: Jesus vergibt Petrus, obwohl dieser ihn am Abend seiner Verhaftung drei Mal verleugnet hat. Aus Angst um die eigene Haut flüchtet er sich in die Lüge. "Den kenn ich nicht, ich bin keiner von denen." Drei Mal verleugnet Petrus, wie tief er mit Jesus verbunden ist. Wie viel er ihm verdankt. Er zerschlägt damit das Vertrauen, das zwischen beiden gewachsen ist.
Und dann begegnen sich die beiden wieder. Der beschämte Petrus und der auferstandene Jesus. Und die beschädigte Beziehung wird geheilt und gewinnt eine neue Basis.
Den ersten Schritt dazu macht erstaunlicherweise das Opfer. "Liebst Du mich?", fragt Jesus. "Ja", antwortet Petrus. Ob er Jesus dabei schon in die Augen schauen kann?

Aber seine Antwort kann die dreifache Lüge noch nicht wieder gut machen. Weder für ihn, den Täter, noch für Jesus, das Opfer. Jesus fragt noch zwei Mal. "Liebst Du mich?" Vergebung wächst. Beide arbeiten die geschehene Verletzung durch, damit beide gemeinsam über sie hinaus kommen. Am Ende bekommt Petrus von Jesus den Auftrag, die junge christliche Gemeinde zu leiten.

Leichter ist es, wenn der erste Schritt zu Vergebung vom Täter ausgeht. Wenn er dem Opfer sein Gesicht zeigt und ausspricht, was er getan hat. Und das Opfer? Der Theologe und Psychologe Wunibald Müller beschreibt idealtypisch die Schritte zur Vergebung

"Der erste Schritt besteht darin, den Schmerz noch mal zuzulassen, ihn nicht zu überspringen. Der zweite heißt, die Gefühle wie Wut, Trauer und Enttäuschung zuzulassen. Der dritte Schritt verlangt, zu betrachten, was sich abgespielt hat, warum es so war. ..Wo und wie wirkt sich die Verletzung aus …Soll Schuld vergeben werden, muss sie in ihrem ganzen Ausmaß erkannt und erfasst werden. …Wenn es soweit ist, kommt als vierter Schritt die Vergebung als Akt der Befreiung: Ich befreie mich von dem, der mich verletzt hat." (Zeitzeichen 2/2011 S. 25f)

Vergebung ist ein Geschenk an den Täter, und ist ein Geschenk für den Betroffenen. Vielleicht ist vergeben zu können für das Opfer sogar wichtiger als für den Täter. Wer nicht vergeben kann, bleibt häufig Opfer. Das Erlittene kann nicht abkühlen zur Erinnerung, es bleibt eine Wunde, die immer wieder brennt. Wenn ich einem anderen vergebe, komme ich wieder auf Augenhöhe mit ihm. Vergebung gibt verschüttete Stärke zurück. (Suzanne Simon)

"Was werden die Leute dazu sagen?" Oft ist das die erste Frage, wenn jemand einen Fehler gemacht hat. Weil sie das Urteil und die Verurteilung der beobachtenden Öffentlichkeit fürchten, wagen Menschen nicht, die Wahrheit zu sagen und ihren Fehler zuzugeben. Das gilt für die private Ehekrise oder das dramatische Versagen der eigenen Kinder, und das gilt genauso für die Fehler und Entgleisungen der Prominenten, die in den Zeitungen stehen.

"Was werden die Leute dazu sagen?" Die Schlagzeilen der vergangenen Monate zeigen: Es ist unberechenbar, was die Leute sagen. Margot Käßmann, Karl Theodor zu Guttenberg oder Adolf Sauerland, der Oberbürgermeister von Duisburg, der die Verantwortung für die Todesopfer bei der Love-Parade übernehmen sollte: ob der Daumen der Öffentlichkeit nach oben zeigt oder nach unten, das hat auch mit der Sympathie für die Betroffenen zu tun. Man weiß nie, wie das Urteil ausfällt. Eines aber ist sicher: Die Öffentlichkeit vergisst nichts, schon gar nicht in Zeiten des Internets. Auch wenn zunächst ein neuer Aufreger in Vergessenheit geraten lässt, was war: Bei nächster Gelegenheit kommt alles wieder zum Vorschein. Margot Käßmann hat das wohl richtig eingeschätzt:

"Die Freiheit, ethische und politische Herausforderungen zu benennen und zu beurteilen, hätte ich in Zukunft nicht mehr so, wie ich sie hatte. Die harsche Kritik etwa an einem Predigtzitat wie 'Nichts ist gut in Afghanistan' ist nur durchzuhalten, wenn persönliche Überzeugungskraft uneingeschränkt anerkannt wird."

Kein Wunder also, dass kaum jemand den Mut hat, einen Fehler zuzugeben – obwohl doch, wie Professor Dr. Norbert Pfeiffer behauptet, die Menschen bereit sind zu verzeihen, wenn man sie nicht betrügt. Ist also die Öffentlichkeit daran Schuld, wenn Fehler vertuscht und beschönigt werden? Eine Öffentlichkeit, die unbarmherzig nichts vergisst und immer neu anprangert?

"Wer unter euch ohne Schuld ist, der werfe den ersten Stein auf sie". Das hat Jesus der empörten Öffentlichkeit entgegen gehalten, als man eine Frau vor ihn brachte, die als Ehebrecherin ertappt worden war. Da haben die Leute die Steine sinken lassen, die man auf die Frau werfen wollte. Aber kann man das? Darf man das? Soll man einfach so tun, als ob nichts wäre? Alles halb so wild, wir haben doch alle unsere Laster und jeder macht mal einen Fehler?

So versuchen sich manche die Fehler der Prominenten zunutze zu machen. Wir haben doch alle schon mal abgeschrieben, das ist doch kein Beinbruch, sagen viele augenzwinkernd. Und mancher denkt dabei: Wenn die das machen, dann kann ich das jedenfalls auch tun.

Wir geben denen Pardon, die einen Fehler gemacht haben, und nehmen das Pardon gleich auch für uns selber in Anspruch. Meint Jesus das so, wenn er der empörten Öffentlichkeit seiner Zeit die Steine aus der Hand nimmt? Ich glaube nicht. "Ich verurteile dich nicht, aber sündige in Zukunft nicht mehr" sagt Jesus zu der ertappten Ehebrecherin. Sie hat Schuld auf sich geladen, daran lässt er keinen Zweifel. Aber was hilft es, sie hinzurichten? Jesus will Menschen nicht vernichten. Er will ihnen die Chance geben, Fehler zu erkennen, aus ihnen herauszuwachsen, neu anzufangen und es besser zu machen. Und wir Christen glauben: so ist Gott

Das könnte ein Weg sein zu einer fehlerfreundlichen Gesellschaft, in der Fehler aufgedeckt und beim Namen genannt werden. Aber nicht, um die Täter los zu werden und für immer zumindest mundtot zu machen.

"Fehler geschehen überall, wo Menschen arbeiten, wenn sie passieren, muss man sie identifizieren und abstellen. Dafür braucht man auch ein Klima, in dem man Fehler zugeben kann" (Interview, Allgemeine Zeitung Mainz, 2.10.2010)

So formuliert das Norbert Pfeiffer, der in seiner Universitätsklinik für seine Patienten Verantwortung trägt. Und das gilt wahrscheinlich für die meisten Bereiche, wo Menschen zusammen leben: Wenn Fehler vermieden bzw. abgestellt werden sollen, dann muss es möglich sein, die Fehler zunächst zuzugeben. Dazu brauchen wir eine Kultur der Barmherzigkeit

Und was ist mit der Glaubwürdigkeit? Wie kann ich jemandem vertrauen und sein Urteil ernst nehmen, der einen schweren Fehler gemacht hat? Viele behaupten, dass man das nicht kann. Auch Margot Käßmann hatte die Befürchtung, dass ihre Autorität und Glaubwürdigkeit durch die Alkoholfahrt so sehr angekratzt ist, dass ihr Wort als Bischöfin in der Öffentlichkeit künftig nicht das Gewicht haben würde, das es braucht.

Wäre das aber nicht die Tyrannei der Glaubwürdigkeit, wenn wirklich jeder Fehler, den ich mache, mich disqualifiziert für Führungsaufgaben? Kann nur der glaubwürdig sein, kann nur der ein Vorbild sein für andere, der sich nicht erwischen lässt? Denn Fehler macht doch jeder – irgendwann. Oder ist das Argument der verlorenen Glaubwürdigkeit vielleicht doch nur ein Einwand, der bestimmte Menschen mundtot machen soll? Ein Argument, mit dem ich mir die vom Hals halten kann, die mir unbequem sind?

"Ich als Chef habe Angst vor dem Mitarbeiter, der zu mir sagt, er mache keine Fehler: Der ist brandgefährlich! Ich habe Respekt vor dem, der sagt: Ich glaube, da habe ich etwas falsch gemacht. Können wir mal drüber reden."

Der leitende Arzt Professor Dr. Norbert Pfeiffer findet es gefährlich, wenn einer nicht zugeben kann, dass er Fehler gemacht hat. Genauso gefährlich ist es, wenn Menschen sich keine Entscheidung mehr zutrauen, weil sie Angst haben, Fehler zu machen.

Nicht ein einzelner Fehler macht Menschen ungeeignet für wichtige Aufgaben. Und wer einen Fehler gemacht hat, kann trotzdem Vorbild sein für andere. Denn jeder macht mal einen Fehler. Ich glaube: Entscheidend ist, wie Menschen mit den Fehlern umgehen, die sie gemacht haben. Ob sie wahrhaftig sind. Ihre Fehler eingestehen und versuchen, in Ordnung zu bringen, was schief gelaufen ist. Das macht Menschen glaubwürdig. Denn es zeigt: Hier hat jemand einen Fehler gemacht, wie mir das auch passieren könnte. Aber er tut alles, damit das nicht wieder passiert. So wächst Vertrauen. Und im Vertrauen liegt die Chance, dass Menschen gut miteinander leben und arbeiten können.


Musikangaben:

Wolfgang Schröter/Uli Kammerer; Orgel und Sax, Von Komposition bis Improvisation, 2003:
- "Brother Wind March" (Jan Gabarek)
- "Es geht ein‘ dunkle Wolk herein"
- Laudate Dominum" (Improvisation über J. Berthier)


Die redaktionelle und inhaltliche Verantwortung für diesen Beitrag liegt bei Pfarrerin Petra Schulze, Senderbeauftragte für Deutschlandradio und Deutsche Welle für den Medienbeauftragten der Evangelischen Kirche in Deutschland.

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