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Buchkritik / Archiv | Beitrag vom 02.05.2005

Das Comeback der Supergroup

Die Band Cream gibt vier Konzert in London

Von Uwe Wohlmacher

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Ginger Baker, links, und Eric Clapton, die Rock-Opas der neuformierten Band "Cream" (AP)
Ginger Baker, links, und Eric Clapton, die Rock-Opas der neuformierten Band "Cream" (AP)

Eine Legende feiert Comeback - die legendäre Blues-Rock-Band Cream, von Eric Clapton 1966 gegründet, geht heute, 37 Jahre nach ihrer Auflösung, wieder auf die Bühne. Heute Abend findet das erste von vier Konzerten in der Londoner Royal Albert Hall statt.

Ende 1966 beschlossen der Gitarrist Eric Clapton, der Schlagzeuger Ginger Baker und der Bassist Jack Bruce aus ihren jeweiligen bekannten Gruppen, John Mayall's Bluesbreakers, der Graham Bond Organisation und Manfred Mann auszusteigen und eine neue Blues-Rock orientierte Band zu gründen.

Sie nannten sich Cream und innerhalb kürzester Zeit etablierte sich das Trio durch seine außergewöhnliche Kreativität und das enorme Können seiner Protagonisten während der kurzen Zeit seiner Existenz als eine der erfolgreichsten und stilbildensten Bands.
Dabei ging es den drei Musikern nicht mehr darum, die alten Blues-Heroen nur zu kopieren, sondern einen darüber hinausgehenden eigenen Stil zu entwickeln. Und selbst, wenn die Band noch alte Blues-Klassiker wie "Spoonful" oder "Crossroads" ins Programm nahm, so spannten sich über der Grundstruktur der Songs weite Improvisationsbögen, bei denen sich Gitarrist Clapton und Bassist Bruce auf Bakers donnernde Schlagzeugphrasen heiße Gitarrenschlachten lieferten.

Am Beispiel von "Crossroads", einem Song der Blues-Legende Robert Johnson erläutert Gitarrist Eric Clapton die Vorgehensweise von Cream.

Eric Clapton: "Ich hab den zentralen Riff des Songs genommen, der sehr markant ist. Johnson hat so etwas in jedem seiner Songs. Allerdings sind seine Blues-Songs nicht besonders klar und deutlich strukturiert. Das habe ich erst für unsere Version hineinarrangiert. Dabei war es ja wichtig Anteile für Bass und Schlagzeug hinzuzufügen, weil Johnson den Songja allein gespielt hat. Sonst wäre das ja ein Solotitel für mich geworden."

Doch die drei egozentrischen Individuen hielten es nicht lange miteinander aus, Streitereien nahmen zu und so löste sich die Band, trotz ausverkaufter Tourneen, enormer Plattenumsätze und hoher Chartplatzierungen nach nur vier Jahren, in denen vier Studioplatten zustande kamen, nach zwei spektakulären Abschiedskonzerten in der Londoner Royal Albert Hall am 28. November 1968 und dem Abschiedsalbum "Goodbye" im Frühjahr 1969 auf.

Nur einmal, bei der Aufnahme in die Rock'n Roll Hall Of Fame 1993 standen die drei Musiker noch einmal für drei Songs zusammen auf der Bühne.
Auf die Frage nach einem längeren Comeback der Band, äußerte sich Gitarrist Eric Clapton vor einigen Jahren noch skeptisch.

Eric Clapton: "Ausgeschlossen ist das nicht. Man soll ja nie nie sagen. Die Frage ist natürlich, ob es das Risiko wert ist, damit an die Öffentlichkeit zu gehen. Natürlich liegt das Thema permanent in der Luft. Wenn ich mit Jack und Ginger eine Tournee machen würde, könnten wir eine Menge Geld verdienen, das ist sicher. Aber würde das musikalische Resultat befriedigend sein?"

Diese Zweifel scheinen ausgeräumt zu sein, denn Anfang dieses Jahres kam die überraschende Meldung, dass Cream Anfang Mai in Originalbesetzung an der Stätte ihres letzten Konzertes, der Royal Albert Hall vier Comeback-Konzerte geben werden. Heute Abend findet nun das erste dieser Konzerte statt, die natürlich bereits seit Monaten ausverkauft sind. Ob es über diese Konzertserie hinausgehende Pläne gibt, ließ die Band noch offen. Sicher ist zumindest, dass das denkwürdige Cream-Comeback für eine Live-CD und DVD dokumentiert wird.

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