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Kulturnachrichten

Montag, 23. September 2019

Daniel Barenboim bekommt Konrad-Adenauer-Preis

Der Dirigent und Pianist Daniel Barenboim erhält den Konrad-Adenauer-Preis der Stadt Köln. Mit seinem "grenzenlosen Mut" habe der argentinisch-israelische Musiker es geschafft, "dass die Musik eine friedensstiftende Kraft entfaltet", sagte die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker. Barenboim sei ein "Ausnahmekünstler". Die Preisverleihung soll am 19. Oktober im Historischen Rathaus in Köln stattfinden.

Offener Brief unterstützt Kamila Shamsie

Mehr als 250 internationale Autoren haben in einem offenen Brief die Aberkennung des Nelly-Sachs-Preises an die britisch-pakistanische Schriftstellerin Kamila Shamsie kritisiert. Zu den Unterzeichnern des Briefes zählen unter anderen Noam Chomsky, Michael Ondaatje, Arundhati Roy und Alexander Kluge. Was bedeute ein Literaturpreis, fragen die Autoren, wenn er das Recht untergrabe, sich für Menschenrechte und Redefreiheit einzusetzen. Ohne diese Rechte seien Kunst und Kultur bedeutungsloser Luxus. Shamsie befürwortet die umstrittene BDS-Bewegung, die auf einen wirtschaftlichen und kulturellen Boykott Israels wegen seiner Palästinenserpolitik drängt. Davon habe die Jury vor ihrer Entscheidung nichts gewusst, so die Stadt Dortmund nach der Wahl. Die Jurymitglieder hätten ihre Entscheidung widerrufen, weil Shamsies Position im Widerspruch zu den Satzungszielen der Preisvergabe und zum Geist des Nelly-Sachs-Preises stehe.

Jerusalem zeigt Werke aus Gurlitt-Sammlung

Mehr als 80 Werke aus dem Erbe des deutschen Kunsthändlers Gurlitt sind von Dienstag an im Jerusalemer Israel-Museum zu sehen. Die Ausstellung mit dem Titel "Fateful choices" (etwa: Schicksalsentscheidungen) zeigt Werke bekannter Künstler, darunter Otto Dix, Max Ernst, Erich Heckel, George Grosz, Pierre-Auguste Renoir, Claude Monet und Emil Nolde. Sie befasst sich auch mit der komplexen Figur Gurlitt, der einer der wichtigsten Kunsthändler der Nationalsozialisten war. Im Besitz von Gurlitts Sohn Cornelius waren 2012 rund 1500 Werke, viele auf Papier, entdeckt worden. Der Fund galt als Sensation. Große Teile der Sammlung standen im Verdacht, jüdischen Besitzern während der Nazi-Zeit geraubt worden zu sein. Bisher haben sich erst sieben der Kunstwerke eindeutig als NS-Raubkunst erwiesen. Cornelius Gurlitt starb 2014. Er vermachte die ganze Sammlung dem Kunstmuseum Bern.

Schauspieler Andreas Wimberger ist tot

Der Schauspieler Andreas Wimberger ist tot. Er sei bereits am 11. September gestorben, teilte die Schauspielagentur Dietrich - Claudia Spies in München mit. Der 60-Jährige spielte neun Jahre lang in der ARD-Reihe "Um Himmels Willen". Zuletzt drehte der Österreicher für das ZDF eine Folge der Krimireihe "Die Toten von Salzburg" sowie die zweite Staffel der ARD-Serie "Hindafing" mit Maximilian Brückner, die Ende November im Ersten gezeigt wird. Wimberger wohnte in München. Von 1978 bis 1980 studierte er am Mozarteum in Salzburg Klavier.

Christoph Terhechte neuer Intendant von DOK Leipzig

Christoph Terhechte soll zum 1. Januar 2020 neuer Intendant und Geschäftsführer des Dok-Filmfestivals Leipzig werden. Das habe eine Auswahlkommission entschieden, teilte die Stadt mit. Er wird Nachfolger von Leena Pasanen, deren Intendanz nach fünf Jahren regulär endet. Der Journalist und Filmkritiker Terhechte ist derzeit künstlerischer Leiter des Internationalen Filmfestivals Marrakesch. Von 2001 bis 2018 war er Leiter des Internationalen Forums des Jungen Films der Berlinale.

Theaterorchester benennt sich nach Clara Schumann

Das Theaterorchester Plauen-Zwickau tritt ab sofort unter dem Namen Clara-Schumann-Philharmoniker auf. Das habe der Aufsichtsrat des Theaters beschlossen, teilte eine Sprecherin in Plauen mit. Die Idee sei von den Theatermusikern gekommen. Die Pianistin Clara Schumann war die Ehefrau des Komponisten Robert Schumann, der 1810 in Zwickau geboren wurde. Sie hatte sich mehrfach in Zwickau und Plauen aufgehalten und auch Konzerte gegeben. In diesem Jahr wird der 200. Geburtstag der Künstlerin gefeiert.

Jaroslav-Seifert-Preis geht an Philosophen Petricek

Der Philosoph Miroslav Petricek wird mit dem Jaroslav-Seifert-Preis ausgezeichnet. Die Jury würdigt damit den Einsatz des 68-Jährigen für Philosophie, Literatur und Kunst. Petricek ist Professor an der Prager Kunsthochschule AMU. Die prestigeträchtige Auszeichnung ist mit umgerechnet knapp 4000 Euro dotiert und wird seit 1986 von der "Charta-77"-Stiftung verliehen. Der Dichter Jaroslav Seifert (1901-1986) erhielt als bisher einziger Tscheche 1984 den Literaturnobelpreis.

Udo Lindenberg wird mit Verdienstorden geehrt

Der Rockmusiker Udo Lindenberg und der Astronaut Alexander Gerst werden zum diesjährigen Tag der deutschen Einheit mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik geehrt. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wird die Auszeichnung am 2. Oktober auch an führende DDR-Bürgerrechtler wie Rainer Eppelmann, Carlo Jordan und Jens Reich verleihen, teilte das Bundespräsidialamt in Berlin mit. Geehrt werden auch mehrere Wissenschaftler wie die Historiker Jürgen Osterhammel und Karl Schlögel sowie die Lyrikerin Elke Erb. Insgesamt werden 25 Bürger geehrt.

Jeder Fünfte in Deutschland ist tätowiert

In Deutschland ist mehr als jeder Fünfte einer Umfrage zufolge tätowiert. 21 Prozent der Frauen und Männer sagten, sie hätten eine oder mehrere Tätowierungen, berichtet die "Apotheken Umschau" unter Berufung auf eine Umfrage des Ipsos-Instituts. Damit habe sich der Anteil der Tätowierten in den vergangenen sieben Jahren fast verdoppelt. 2012 lag er noch bei 11,4 Prozent. Unter den 20- bis 29-Jährigen trägt fast jeder Zweite (47,1 Prozent) mindestens ein Tatoo und bei den 30- bis 39-Jährigen jeder Dritte (33,9 Prozent). Bundesweit gibt es dem Bericht zufolge rund 8000 Tatoo-Studios.

Tutanchamun-Ausstellung bricht Besucherrekord

Die große Tutanchamun-Ausstellung in Paris ist am Sonntag mit einem französischen Besucherrekord zu Ende gegangen. 1,42 Millionen Menschen besuchten nach Angaben der Veranstalter die Ausstellung im Kulturzentrum Grande Halle de La Villette. Damit brach sie auch den bisherigen französischen Besucherrekord einer anderen Tutanchamun-Ausstellung aus dem Jahr 1967. Damals wollten 1,24 Millionen Besucher die Pharaonenschätze sehen. Ab November wird die Schau mit mehr als 150 Schätzen aus dem Grab des berühmten ägyptischen Königs in London gezeigt.

Direktor der Sächsischen Staatskapelle geht nach Wien

Der langjährige Orchesterdirektor der Dresdner Staatskapelle, Jan Nast, tritt im Oktober sein neues Amt als Intendant der Wiener Symphoniker an. Das sei ein wunderbares Orchester mit sehr viel Potenzial. Er freue sich sehr darauf, dieses Potenzial auszuschöpfen und weiterzuentwickeln, sagte Nast der Deutschen Presse-Agentur. Der Musiker war 22 Jahre lang Direktor der Sächsischen Staatskapelle. In dieser Zeit erlebte der 54-Jährige vier Chefdirigenten und fünf Intendanten an der Semperoper.

"Game of Thrones" räumt bei Emmy-Verleihung ab

Die Fantasy-Serie "Game of Thrones" hat bei den US-Fernsehpreisen Emmys ihren eigenen Rekord erneut eingestellt. Die im Mai nach acht Staffeln zu Ende gegangene Serie gewann am Sonntagabend in Los Angeles zwei Preise - beste Drama-Serie und bester Nebendarsteller für Robert Dinklage - zusätzlich zu den zehn Trophäen, die sie schon in Nebenkategorien eingesammelt hatte. Bereits 2015 und 2016 hatte die Serie je zwölf Auszeichnungen bekommen. Die Emmys werden in rund 120 Kategorien von etwa 24 000 Mitgliedern der Television Academy vergeben.

Erster deutscher Raumfahrer Sigmund Jähn ist tot

Der erste deutsche Raumfahrer Sigmund Jähn ist tot. Er sei am Samstag im Alter von 82 Jahren gestorben, wie das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt DLR mitteilte. Jähn war 1978 für die damalige DDR gemeinsam mit dem russischen Kosmonauten Bykowski knapp acht Tage lang in den Weltraum gereist. Mit Sigmund Jähn verliere die deutsche Raumfahrt einen weltweit anerkannten Kosmonauten, Wissenschaftler und Ingenieur, sagte die Vorstandsvorsitzende des DLR, Ehrenfreund.

Star Trek-Schauspieler Aron Eisenberg gestorben

Der US-Schauspieler Aron Eisenberg ist tot. Er sei im Alter von 50 Jahren gestorben, teilte seine Ehefrau auf Facebook mit. Woran, das blieb zunächst unklar. Zuvor hatte sie geschrieben, dass Eisenberg im Krankenhaus liege und sich in einem "kritischen Zustand" befinde. Der Schauspieler wurde in den 90er-Jahren bekannt durch seine Rolle des Ferengi "Nog" in der Serie "Star Trek: Deep Space Nine". Zuletzt war es aber ruhiger um ihn geworden.

Schriftsteller György Konrad in Budapest beigesetzt

Der ungarische Schriftsteller György Konrad ist in Budapest beigesetzt worden. Der Romanautor, Essayist, ehemalige Dissident und frühere Präsident der Berliner Akademie der Künste war am 13. September im Alter von 86 Jahren in Budapest gestorben. Zur Beerdigung kamen zahlreiche Freunde und Weggefährten auf den jüdischen Friedhof im Stadtteil Farkasret, wie Teilnehmer berichteten. Als Kind hatte Konrad einen großen Teil seiner jüdischen Familie durch den Holocaust verloren. Zu seinen Werken gehören der Debütroman "Der Besucher" (1969), "Geisterfest" (1986) und "Gästebuch - Nachsinnen über die Freiheit" (2016). Anfang der 1990er Jahre war Konrád Präsident des internationalen PEN-Clubs. 2001 erhielt er den Aachener Karlspreis. Mit seinem Tod verstummte in Ungarn eine wichtige Stimme, die in Zeiten einer Dominanz des Rechtspopulismus in der Politik für Toleranz und Menschenrechte eintrat.

Schriftsteller Günter Kunert gestorben

Der Schriftsteller Günter Kunert ist im Alter von 90 Jahren in seiner Wahlheimat Kaisborstel bei Itzehoe gestorben. Kunert gilt als einer der wichtigsten deutschen Schriftsteller und als einer der produktivsten. Bekannt wurde er für seine Gedichte, Kurzgeschichten, Hörspiele und Romane. 1950 erschien Kunerts erster Gedichtband „Wegschilder und Mauerinschriften“und in diesem Jahr der kritische DDR-Roman „Die zweite Frau“. Das Manuskript war bereits 45 Jahre zuvor entstanden. Doch Kunert hatte es aus Sorge, ins Gefängnis zu müssen, unter Verschluss gehalten. Der mehrfach ausgezeichnete Schriftsteller gehörte 1976 zu den Erstunterzeichnern der Petition gegen die Ausbürgerung des Liedermachers Wolf Biermann. Kunert wurde daraufhin 1977 die SED-Mitgliedschaft entzogen. 1979 ermöglichte ihm ein mehrjähriges Visum, die DDR zu verlassen.

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