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Kulturnachrichten

Donnerstag, 15. September 2016

Dalai Lama kritisiert Jahrhundert der Gewalt

Pessimistischer Ausblick bei Besuch im Europarat

Bei einem Besuch im Europarat hat der Dalai Lama mit Pessimismus auf das 21. Jahrhundert geblickt. "Ich bin jetzt 81 Jahre alt, ich erwarte keine glücklichere Menschheit mehr in meiner Lebenszeit", sagte der geistige Führer der Tibeter bei seinem Auftritt in Straßburg. Er prangerte das bestehende Bildungssystem an, das seiner Ansicht nach eine materialistische Lebensweise fördere. Er befürchte, dass dies das 21. Jahrhundert zu einer Periode der Gewalt werden lasse. Moralische Standards müssten viel besser vermittelt werden.

Indien überholt die USA bei Internetnutzung

Auf dem zweiten Platz weltweit nach China

Indien hat inzwischen mehr Internetnutzer als die USA, aber weniger als China. Als Land mit der zweitgrößten Bevölkerung der Welt kommt Indien mittlerweile auf 333 Millionen Internetnutzer und überholt damit die USA, wie ein Bericht der Breitband-Kommission der Vereinten Nationen zeigt. Indien liegt damit nach wie vor weit hinter China, wo 721 Millionen Menschen einen Internetzugang haben.
Dem Bericht zufolge gibt es weltweit immer noch 3,9 Milliarden Menschen ohne Internetzugang. Mehr als die Hälfte davon leben in China, Indien, Indonesien, Pakistan, Bangladesch und Nigeria. In den reichen Ländern seien so gut wie alle Menschen mit Internet versorgt. In ärmeren Staaten sei der Nachholbedarf weiterhin groß, heißt es in den UN-Bericht.

Peter Zumthor erhält Auftrag für Erweiterungsbau

Architekturwettbewerb in Basel entschieden

Der Architekt Peter Zumthor hat den Wettbewerb um den Erweiterungsbau der Foundation Beyerle in Basel gewonnen. "Wir sind glücklich, einen der weltbesten Architekten als Partner für das Projekt gewonnen zu haben", teilte Hansjörg Wyss, Präsident der Beyerle-Stiftung in einer Erklärung mit. Eine internationale Jury hatte das Projekt von Zumthor ausgewählt, der viel Erfahrung bei Museumsbauten mitbringt. "Der Himmel über Basel, die Stadt und ihre Umgebung - das sind Landschaften meiner Jugend", freute sich Zumthor. "Dass ich hier ein wichtiges Haus bauen darf, wärmt mir das Herz." Der Erweiterungsbau soll auf einem privaten Grundstück in Basel entstehen, das wie der angrenzende Park für die Öffentlichkeit offen stehen soll.

Defa-Regisseur Rolf Losansky gestorben

Losansky drehte knapp 20 Kinder- und Jugendfilme, darunter "Moritz in der Litfaßsäule" (1983)

Der Kinderfilm-Regisseur Rolf Losansky ist mit 85 Jahren am Donnerstag in Potsdam gestorben. Das bestätigte eine Sprecherin der Defa-Stiftung auf Anfrage. Zuerst hatten die "Potsdamer Neuesten Nachrichten" darüber berichtet. Losansky, geboren 1931 in Frankfurt an der Oder, drehte zwischen 1963 und 1998 fast zwanzig Spielfilme, die meisten davon für Kinder und Jugendliche. Bekannt wurde er seinen Defa-Kinderfilmen wie "Ein Schneemann für Afrika" (1977), "Moritz in der Litfaßsäule" (1983) oder "Das Schulgespenst" bekannt geworden. Für seine Spielfilme erhielt er zahlreiche Auszeichnungen. Mit seinem letzten Defa-Film "Zirri, das Wolkenschaf" (1993) war er auf vielen internationalen Festivals präsent. Zuletzt verfilmte Losansky 1999 Grimms Märchen "Hans im Glück".

Mehr Repertoire statt Gastspiele

Tanztheater Pina Bausch setzt stärker auf neue Formate

Das Tanztheater Pina Bausch in Wuppertal will künftig die Gastspiele reduzieren und sich stärker auf die Pflege des Repertoires und auf neue Formate konzentrieren. Das kündigte der Geschäftsführer, Dirk Hesse, an. In der Spielzeit 2016/17 werde die Truppe keine neuen Stücke anderer Choreographen einstudieren, so wie es vergangenes Jahr der Fall war. Stattdessen werde die Compagnie das seit dem Jahr 2000 nicht mehr gespielte Stück «Arien» neu einstudieren und kommenden Mai aufführen. Das Tanztheater befindet sich in einer Übergangsphase. Im Mai 2017 tritt die neue Intendantin Adolphe Binder ihr Amt in Wuppertal an.

Enttäuscht über EuGH-Urteil zu offenem WLAN

Kläger sieht Hindernis für offene Hotspots in Europa

Das Urteil des Europäischen Gerichtshof (EuGH) zur Haftung von Betreibern offener WLAN-Hotspots ist aus Sicht des Klägers Tobias McFadden ein Hindernis für die Verbreitung offener Hotspots in Europa. Die Richter entschieden, dass Geschäftsleute, die einen kostenlosen Hotspot anbieten, nicht für Urheberrechtsverletzungen anderer haften. Allerdings kann vom Betreiber verlangt werden, dass der Anschluss durch ein Passwort gesichert wird. Dies sei enttäuschend, sagte McFadden, Netzaktivist und Mitglied der Piraten-Partei, in Berlin nach der Urteilsverkündung. Das Urteil sei zwar ein Teilerfolg, bleibe aber hinter seinen Erwartungen zurück und lasse nicht auf eine schnelle Verbreitung von WLAN-Hotspots in Europa hoffen, sagte McFadden.

Lob für EU-Reform des Urheberrechts

Kulturstaatsministerin Grütters begrüßt Verlegerbeteiligung

Die Staatsministerin für Kultur und Medien, Monika Grütters, hat die Vorschläge von EU-Kommissar Günther Oettinger zur Reform des Urheberechts als richtiges Signal begrüßt. "Die Anpassung des EU-Urheberrechts an die Herausforderungen der digitalen Welt ist überfällig", teilte die CDU-Politikerin in einer Erklärung mit. Deshalb begrüße sie, dass die EU-Kommission im Rahmen ihrer Strategie für den digitalen Binnenmarkt nun konkrete Regelungsvorschläge unterbreitet habe. "Erfreulich ist dabei vor allem, dass die Kommission sich auch dem drängenden Problem der Verlegerbeteiligung zugewandt hat", so Grütters. Die besorgniserregenden Entwicklungen bei der VG Wort zeigten die Brisanz des Themas.

Jonas Kaufmann sagt Konzert mit Barenboim ab

Britischer Tenor Toby Spence springt ein

Jonas Kaufmann hat seinen Auftritt mit der Staatskapelle Berlin unter Daniel Barenboim in der Philharmonie wegen Krankheit abgesagt. Für den Startenor springe der Brite Toby Spence ein, der die Titelrolle in Edward Elgars Oratorium "The Dream of Gerontius" übernimmt, teilte die Berliner Staatsoper mit. Spence trete an Opernhäusern weltweit auf und arbeite mit renommierten Dirigenten wie Simon Rattle, Andris Nelsons, Yannick Nézet-Séguin und Nikolaus Harnoncourt zusammen.

Medienpreis für Roberto Saviano

Bundeskanzlerin Merkel ehrt mutigen Mafia-Enthüller

Für seine Enthüllungen über die Mafia wird der italienische Autor und Journalist Roberto Saviano heute Abend in Potsdam mit dem diesjährigen M100 Media Award ausgezeichnet. Hauptrednerin zum Abschluss der internationalen Medienkonferenz ist Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Saviano veröffentlichte vor zehn Jahren den journalistischen Roman „Gomorrha. Reise in das Reich der Camorra“. Darin beschrieb er detailliert die Praktiken des organisierten Verbrechens und dessen Vernetzung mit legalen Wirtschaftsstrukturen und der Politik. Seither leben der Journalist und seine Familie unter Polizeischutz und werden von der Mafia bedroht.

OECD: Deutsche Jugendliche mit guten Startchancen

Nur 8,6 Prozent der 15- bis 29-Jährigen sind ohne Ausbildung oder Beschäftigung

In kaum einem anderen Land gehen so viele junge Leute zur Schule, sind in Ausbildung oder haben einen Job wie in Deutschland. Das zeigt die in Berlin präsentierte OECD-Studie "Bildung auf einen Blick". So waren in Deutschland im vergangenen Jahr 8,6 Prozent der 15- bis 29-Jährigen nicht in Bildung, Ausbildung oder Beschäftigung. Es ist einer der niedrigsten Anteile in den OECD-Ländern. Allerdings sank der Anteil der Menschen ohne abgeschlossene Berufsausbildung oder Abitur in den vergangenen Jahrzehnten kaum. Er liegt bei den heute 25- bis 34-Jährigen bei 13 Prozent.

US-Regisseur Oliver Stone wird 70

Stone drehte seinen aktuellen Film "Snowden" in Deutschland

Schon während der Dreharbeiten zu seinem neuen Werk über den Whistleblower Edward Snowden habe es Probleme gegeben, sagte der US-Regisseur jüngst bei einem Filmfestival in Idaho. "Wir sind nach Deutschland gegangen, weil wir uns in den USA nicht mehr entspannt gefühlt haben", zitiert ihn der "Hollywood Reporter". "Snowden" soll in Deutschland am 22. September in die Kinos kommen. Der Film, für den sich Stone mehrfach in Moskau mit dem Whistleblower Snowden traf, ist typisch für den Oscarpreisträger - politisch, kritisch, unbequem und immer mit dem Finger in den Wunden seines amerikanischen Heimatlandes. So prangerte er unter anderem in "Platoon" (1986) das brutale Vorgehen der GIs im Vietnamkrieg an, in "Natural Born Killers" (1994) thematisierte er die Haltung seiner Landsleute zur Gewalt und in "Wall Street" (1987) nahm er die Machenschaften der Finanzwelt aufs Korn. Zuletzt setzte sich Stone engagiert für den demokratischen Präsidentschaftsbewerber Bernie Sanders ein und sprach sich deutlich gegen Hillary Clinton und Donald Trump aus. "Seit ein paar Monaten bin ich verzweifelt, wenn ich mir unsere politische Landschaft anschaue", schrieb er in einem Text für die "Huffington Post".

Christoph Meckel erhält Hölty-Lyrikpreis

Hölty-Preis ist die höchstdotierte Auszeichnung für Lyrik im deutschsprachigen Raum

Der Dichter Christoph Meckel wird am Donnerstag Abend mit dem Hölty-Preis für Lyrik ausgezeichnet. Der mit 20 000 Euro dotierte Preis ist die höchstdotierte Lyrikauszeichnung im deutschsprachigen Raum und wird von der Stadt Hannover vergeben. Der Schriftsteller und Grafiker Christoph Meckel wurde 1935 in Berlin geboren und zählt zu den einflussreichsten Lyrikern in Deutschland. Zu seinen Werken zählen unter anderem 29 Gedichtbände, die 2015 in einer Gesamtausgabe unter dem Titel "Tarnkappe" erschienen. Die Auseinandersetzung mit seinem Vater und dessen Generation im Nationalsozialismus und im Krieg prägte Meckel und wird am deutlichsten im seinem 1980 veröffentlichten, autobiografischen Roman "Suchbild. Über meinen Vater".

Millionen Flüchtlingskinder besuchen keine Schule

Weltweit sind derzeit mehr als 65 Millionen Menschen auf der Flucht

Mehr als die Hälfte der vom Hilfswerk UNCHR betreuten Kinder besucht keine Schule. Rund 3,7 Millionen der insgesamt sechs Millionen Mädchen und Jungen erhielten keinen Unterricht, teilte das UN-Flüchtlingshilfswerk in Genf mit. Ohne Bildung hätten es die geflohenen Kinder später als Erwachsene noch schwerer, in einer Gesellschaft Fuß zu fassen. Den Angaben zufolge befinden sich 1,75 Millionen Flüchtlingskinder nicht in der Grundschule, knapp zwei Millionen Heranwachsende können keine weiterführende Schule besuchen. Hauptgründe seien fehlende Gelder und fehlendes Personal. Unter dem Mandat des UNHCR sind mehr als 16 Millionen geflüchtete Männer, Frauen und Kinder. Insgesamt sind mehr als 65 Millionen Menschen auf der Flucht. In der nächsten Woche wollen die Staats- und Regierungschefs auf zwei Gipfeln bei den UN in New York Auswege aus der globalen Flüchtlingskrise finden.

Filmfest Oldenburg eröffnet

Zum Auftakt wurde Benjamin Teskes Roadmovie "Strawberry Bubblegums" gezeigt

Die Produktion ist einer von vielen Debütfilmen, die in den kommenden Tagen laufen werden. Der Festivalleiter beschrieb das Programm des 23. Internationalen Filmfestes als "junges, wildes, ungewöhnliches Kino". Bis Sonntag werden an verschiedenen Standorten in Oldenburg mehr als 40 Spiel- und mehr als zehn Kurzfilme gezeigt. Darunter sind drei Produktionen mit dem amerikanischen Schauspieler Nicolas Cage: "Face/Off", "Wild at Heart" und "Leaving Las Vegas", für den Cage 1996 den Oscar als bester Darsteller erhielt. Das Filmfest startete aber ohne ihn. Obwohl der 52-jährige bereits zum Festival in Oldenburg zu Besuch ist, kam er nicht zur Eröffnung. Am Freitag wird der Hollywood-Star zusammen mit Amanda Plummer und Christophe Honoré mit dem "German Independence Honorary Award" ausgezeichnet.

Leipziger Bildermuseum erwirbt zwei Beckmann-Gemälde

Kaufpreis für Frühwerke "Die Große Buhne" (1905) und "Sumpfblumen" (1907) wurde nicht bekannt

Das Erstgenannte gehört zu einer Gruppe von Gemälden, die während eines Sommeraufenthaltes in Dänemark entstanden. Es zähle zu den bedeutenden frühen malerischen Arbeiten Beckmanns, teilte das Museum der bildenden Künste mit. Das Gemälde ist bereits seit 1993 als Dauerleihgabe im Museum. Das Stillleben "Sumpfblumen" malte der Künstler während eines Sommeraufenthaltes an der Ostsee. Leipzig ist die Geburtsstadt des Malers, Grafikers und Bildhauers Max Beckmann. Die Mehrzahl der Werke im Bildermuseum sind Dauerleihgaben aus dem Nachlass der zweiten Ehefrau des Künstlers, Mathilde "Quappi" Beckmann.

45 Jahre nach Diebstahl: Heiligenfiguren kehren zurück

Unbekannte hatten sie in Taschen über Abtei-Mauern geworfen

Mehr als 40 Jahre nach ihrem Diebstahl überwiegend aus Kirchen in Nordrhein-Westfalen sind mehrere wertvolle Sakralfiguren wieder aufgetaucht. Unbekannte hätten sie in Taschen verpackt bereits im Februar dieses Jahr über die Mauern der Benediktinerabtei Maria Laach in Rheinland-Pfalz geworfen, berichtete das Bundeskriminalamt (BKA). Ein Mönch fand die in zwei Gepäckstücken verstauten Kunstgegenstände und schaltete die Polizei ein. BKA-Mitarbeiter übergaben nach umfangreichen Ermittlungen jetzt insgesamt neun Heiligenfiguren an Vertreter der Bistümer Aachen und Münster. In monatelanger Arbeit klärten BKA-Spezialisten die Herkunft fast des gesamten Diebesgutes. Drei der elf Sakralfiguren, die mehr als 500 Jahre alt sind, waren demnach bereits in den Jahren 1970 und 1971 aus Kirchen in den Bistümern Münster und Aachen gestohlen worden.

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