"Da hätte ich nicht zugesagt"

Man müsse "auf jeden Fall etwas zu den Opfern kommunistischer Gewaltherrschaft sagen", meint Raju Sharma. © AP
R. Sharma im Gespräch mit E. Rommeney und U. Ziegler · 15.01.2011
Die Fragestellung "Wege zum Kommunismus suchen" finde er heute "nicht besonders spannend", erklärte der Schatzmeister der Linken, Raju Sharma: "Da hätte ich einfach gesagt, da kann ich mich in meiner Zeit mit was anderem befassen, mit wichtigeren Themen."
Deutschlandradio Kultur: Sind Sie Kommunist?

Raju Sharma: Ich hab mich früher immer als Kommunist bezeichnet. Als ich noch in der Schülerzeit in der SDJ aktiv war, da wollte ich immer gerne Kommunist sein. Da haben mir meine Genossen, die gleichzeitig in der DKP waren, immer gesagt, du bist kein Kommunist. Das geht überhaupt nicht. – Und ich war aber so enthusiastisch und habe wirklich auch an diese Ziele und Ideale des Kommunismus geglaubt und mich immer gefragt, warum die sagen, ich sei keiner. Bis sich herausstellte, dass die meinten, solange ich nicht in der DKP bin, bin ich auch kein Kommunist. Dann bin ich mal in die DKP eingetreten und habe da nichts weiter gemacht, weil ich einfach Kommunist sein wollte.

Ich glaube, Kommunismus ist eine Utopie, die vieles beinhaltet, was ich richtig und gut finde. Es ist für mich jetzt aber für die tagespolitische Auseinandersetzung eigentlich kein Thema. Also, ich strebe jetzt auch nicht den Kommunismus an.

Deutschlandradio Kultur: Sie sagen, Sie dachten mal, Sie müssten Kommunist sein, haben sich etwas verändert, sind mittlerweile religionspolitischer Sprecher der Linken im Deutschen Bundestag. Sind Sie denn religiös?

Raju Sharma: Nicht religiös in dem Sinne, dass ich einer bestimmten Konfession angehöre. Also, ich glaube tatsächlich, dass es eine Kraft, eine Macht gibt, die mehr ist als das, was wir hier so direkt wahrnehmen können, physikalisch erfassen können. Das glaube ich schon. Und ob man diese Macht nun Gott nennt, Liebe, das Universum oder Licht, das finde ich zweitrangig.

Deutschlandradio Kultur: Ist das irgendwie ein indischer Hintergrund, Ihr Vater ist Inder, Ihre Mutter Deutsche, dass Sie nicht sagen, ich glaube an Gott, sondern an die Macht der Liebe?

Raju Sharma: Wahrscheinlich auch. Mein Vater war Hindu. Das heißt, ich bin auch als Hindu geboren. Meine Mutter war Christin, ist dann aus der Kirche ausgetreten, also Protestantin und ist ausgetreten. Ich bin zu Hause nicht besonders religiös erzogen. Wenn ich jetzt wieder in die Heimat meines Vaters komme zu Besuch nach Indien und ich gehe dann mal ins alte Indien rein, also nach Neu-Delhi oder ins alte Delhi auch in die Tempel, dann werde ich schon behandelt wie ein Hindu, das heißt, eben als Brahmane behandelt, also mit der Wertschätzung, die diese Inder dann auch, die noch in diesem Kasten-System leben zum Teil, auch Brahmanen entgegen bringen.

Ich gehe aber genauso gerne in Hindu-Tempel wie in eine Moschee oder in eine Kirche. Ich merke schon, dass überall dort, wo Menschen ihren Glauben irgendwo hineinbringen und wo sie das auch mit Symbolen verbinden und mit bestimmten Stätten verbinden, dass da eine Kraft ist, die man spürt – unabhängig davon, ob man nun gerade dieser Konfession angehört.

Deutschlandradio Kultur: Und wenn man sich Ihre Biografie anschaut, dann kann man auch erkennen, wenn man den politischen Teil ansieht, dass Sie einen weiten Weg gegangen sind. Sie haben es gesagt. Sie waren bei diesen kommunistischen Splitterparteien. Dann sind Sie lange Jahre bei der SPD gewesen. Und jetzt sind Sie bei der Linken gelandet. Warum ist die Linke für jemanden wie Sie eine politische Heimat?

Raju Sharma: Ich war in der Friedensbewegung aktiv und hab mich organisiert in der SDAJ, eben mit dem Ziel, etwas zu tun für soziale Gerechtigkeit in dieser Welt. Vieles, was ich damals als ungerecht empfunden habe, habe ich versucht im Rahmen dieser politischen Arbeit dort zu bekämpfen, um mich zu engagieren. Wir waren in der Tat immer eine Splittergruppe. Und es war schon frustrierend, wenn man dann auch Wahlkämpfe gemacht hat, damals in Hamburg noch, Bürgerschaftswahlkämpfe, und beim letzten Mal waren es vielleicht 0,8 Prozent für die DKP. Da macht man Wahlkampf und ich hatte damals die Vorstellung: So engagiert, wie wir waren, müssten wir diesmal bei mindestens 3,5 Prozent landen. Und dann waren es vielleicht 0,7. Das ist auf Dauer frustrierend, weil man auch merkt, man bewegt nichts.

Ich habe dann mein politisches Engagement ziemlich runter gefahren, als ich einfach auch mit anderen Sachen beschäftigt war – also, mit dem Studium, mit Familiengründung und so was. Und ich bin eingestiegen wieder, als ich im Ministerbüro des damaligen Sozialministers in Schleswig-Holstein, bei Günther Jansen angefangen habe.

Deutschlandradio Kultur: Aber mit sozialdemokratischem Parteibuch?

Raju Sharma: Ohne Parteibuch. Ich habe ohne Parteibuch angefangen und hatte dann überlegt, ob ich mich jetzt überhaupt mal wieder engagieren wollte. Ich hab bloß gemerkt, dass meine ganzen Gesprächspartner dann im Ministerbüro, die waren davon ausgegangen wie selbstverständlich, dass ich auch Genosse wäre.

Dann habe ich mich also auch ein bisschen näher mit dem Gedanken beschäftigt, dann auch mal mich wieder zu engagieren. Und dann lag die SPD denn eben auch sehr nah. Ich hab mich in der SPD engagiert, was mir auch viel Freude bereitet hat. Die SPD war damals – noch mehr als heute, würde ich sagen – eine sehr plurale Partei. Ich war immer Pazifist, konnte ich auch in der SPD sein, niemals mit einer Mehrheit, hatte aber trotzdem in der SPD eine politische Heimat, konnte mich auf bestimmte Fachthemen auch konzentrieren und habe da auch viele Freunde gewonnen, die ich auch immer noch habe.

Ich habe dann, als das Signal kam – im Grunde nach der Wahl in Nordrhein-Westfalen im Jahr 2005 – und Oskar Lafontaine zusammen mit Lothar Bisky und Gregor Gysi Signale ausgesandt hat, jetzt gibt es die Chance eine gesamtdeutsche linke Partei zu bilden, gesagt: Das wäre meine Partei. Ich wollte nicht mehr in einer Splittergruppe aktiv sein. Ich wollte im Westen Politik machen. Und ich wollte gerne eine linke Politik machen.

Deutschlandradio Kultur: Das verstehe ich nicht. Sie sagen, Sie hätten die Nase voll von den Splittergruppen. Und nun haben Sie sie reichlich alle bekommen – siehe Nordrhein-Westfalen.

Raju Sharma: Na ja, also, die Linke ist ja zunächst mal keine Splittergruppe. Das ist ja eine Partei schon damals gewesen mit dem Anspruch, im Bundestag vertreten zu sein, in vielen Parlamenten vertreten zu sein. Wir sind eine plurale Partei. Das stimmt. Und wir haben auch viele politische Gruppierungen bei uns, bei denen ich sagen würde, das toleriere ich. Ich finde es auch gut, dass wir sie da haben, weil wir da mehr Menschen in der Gesellschaft ansprechen können.

Die würde ich mir aber nicht zu eigen machen die Positionen, die die jetzt spezifisch vertreten. Also, ich bin sicherlich kein Anhänger der Kommunistischen Plattform. Trotzdem finde ich es gut, dass wir auch diese Diskussionsfelder bei uns in der Partei haben.

Deutschlandradio Kultur: Aber die machen doch eigentlich mehr Wind als die Linke, sozusagen, Zustimmung hat.

Raju Sharma: Das ist auch so ein Punkt, dass ich glaube, dass viele bei uns in der Partei, die sich verbal sehr radikal geben, in der praktischen Umsetzung ihrer Ziele dann doch sehr viel pragmatischer und realistischer werden. Da ist Nordrhein-Westfalen ein gutes Beispiel dafür. Man kann sich da durchaus entspannen, auch wenn bei dieser ganzen verbalen Radikalität, die wir auch bei Kollegen im Bundestag haben, das muss man alles relativ gelassen sehen.

Deutschlandradio Kultur: Bei Nordrhein-Westfalen würde ich Ihnen widersprechen. Es gibt ein jüngstes Papier der Fraktionsvorsitzenden. Die sagen dann eindeutig, man müsse versuchen "das Kapital wirklich zu beißen. Es genüge nicht, es anzukläffen." Also, da sind doch die alten Positionen sozusagen zementiert, und zwar von den Fraktionsvorsitzenden.

Raju Sharma: Nein, verbal sind die sehr radikal. Wenn man sich die praktische Politik ansieht, ist es schon daran orientiert, mit neuen Mehrheiten auch politische Veränderungen zu erreichen. Die realistischen Mehrheiten, die man haben kann, sind eben SPD, Grüne. Mit Unterstützung und Tolerierung durch uns bekommen wir es hin, dass wir zunächst mal die schwarz-gelbe Regierung abgelöst haben in Nordrhein-Westfalen und tatsächlich auch etwas bewegen für die Menschen – in kleinen Schritten. Und das tragen ja dieselben Leute mit, die sich verbal sehr viel radikaler äußern, als sich das dann in der praktischen Politik auswirkt.

Deutschlandradio Kultur: Ja, wenn das denn so ist, was soll denn dann die Kommunismusdebatte, die wir derzeit führen?

Raju Sharma: Ich könnte mal für mich sagen, wie ich damit umgehen würde: Hätte mich die "Junge Welt" gefragt, was sie nicht getan hat, ob ich an dieser Konferenz hätte teilnehmen wollen, also, in dieser Konstellation mit dieser Fragestellung hätte ich gesagt: Nein, würde ich nicht machen. Zum einen, weil ich nichts dagegen hätte, mich mit der DKP-Vorsitzenden an einen Tisch zu setzen und mich mit der zu unterhalten, aber ich hätte schon ein Problem damit, mit einer Ex-Terroristin mich zusammenzusetzen, die nicht wirklich geläutert ist und sich jetzt zu demokratischen und friedlichen Aktivitäten bekennt, sondern im Grunde in ihrer Biografie immer noch sozusagen ihr Opfer von damals verhöhnt.

Also, ich hätte diese Diskussion, die Gesine Lötzsch dann auch tatsächlich ja nicht geführt hat, da hätte ich nicht zugesagt. Und ich fand die Fragestellung, Wege zum Kommunismus zu suchen, nicht besonders spannend für heute. Da hätte ich einfach gesagt, da kann ich mich mit meiner Zeit mit was anderem befassen, mit wichtigeren Themen, also auch mit Themen, bei denen ich heute real für die Menschen was bewegen kann und die heute auch auf der Tagesordnung stehen. Die Frage, wo bitte geht's zum Kommunismus, gehört aus meiner Sicht nicht dazu.

Deutschlandradio Kultur: Aber wenn Sie ein Grundsatzprogramm erarbeiten und darin zumindest im Entwurf steht, dass Sie versuchen, kapitalistisches Eigentum endgültig zu überwinden, ist das dann nicht die Richtung, die sich Richtung Kommunismus bewegt?

Raju Sharma: Wir wollen ja nicht alles kapitalistische Eigentum endgültig überwinden. Also, der Weg, der demokratische Sozialismus, den wir uns vorstellen, sieht aber tatsächlich vor, dass wir die Banken verstaatlichen, dass wir die Schlüsselindustrien auch verstaatlichen oder in gesellschaftliches Eigentum überführen, weil wir sagen: Wer so viel Macht hat, der muss auch demokratisch kontrolliert werden. Und das kann man am besten, wenn es in gesellschaftlichem Eigentum ist.

Kommunismus hat ja noch ein paar andere Facetten. Und so, wie er erschienen ist, also der Anspruch, eine kommunistische Herrschaft aufzubauen, das haben wir ja nun erlebt. Und das wollen wir nicht und das will im Grunde keiner bei uns in der Partei. Und da kann ich, glaube ich, auch ganz sicher für Gesine Lötzsch sprechen. Das hat sie auch mehrfach selber schon gesagt. Auch das will sie nicht.

Deutschlandradio Kultur: Hat man nicht das Gefühl bei Ihren Parteifreunden, dass sie – gerade wenn sie "Kapitalismus" sagen – eine etwas realitätsferne Sicht haben? Genauso, wie sie den Kapitalismus überwinden wollen, könnte ich sagen, ich will grenzenlose Freiheit überwinden und gleichzeitig will ich die Freiheit überwinden. Das geht doch hinten und vorne nicht, wenn man sagt, wir müssen unser Leben gestalten, aber wir können doch nicht alles, was unser Leben auch ausmacht, zur Seite schieben für irgendeine Utopie, die es gar nicht gibt.

Raju Sharma: Nein, da würde ich Ihnen auch zustimmen. Das ist ja auch eine der Kritiken, die ich habe an dem bisherigen Programmentwurf, den wir diskutieren. Der ist antikapitalistisch, was ich an und für sich überhaupt nicht schlecht finde. Der Kapitalismus kann nicht das Ende der Geschichte sein. Da gibt es noch etwas danach. Auch aus meiner Sicht hat der Kapitalismus eine Zeit lang, eine lange Zeit lang eine wichtige gesellschaftliche Funktion für den Fortschritt einer Gesellschaft gehabt, aber im Moment ist er in vielen Facetten, weil er so profitorientiert ist, eher hinderlich für den Fortschritt, zu einer Gesellschaft hin zu einer friedlichen und sozial gerechteren Gesellschaft. Dass man den Kapitalismus überwinden sollte, das trage ich aus voller Überzeugung mit.

Deutschlandradio Kultur: Sie haben aber trotzdem einen Entwurf jetzt bekannt gegeben, zumindest mit anderen Kollegen geschrieben, zum Grundsatzprogramm der Partei, zu der Diskussion. Ist das dann ein Gegenentwurf, eine Ergänzung oder was haben Sie damit vor?

Raju Sharma: Na, ein Gegenentwurf ist es nicht. Wir haben ganz viel von dem bisherigen Entwurf übernommen, das, was wir als richtig empfunden haben. Die Schwachstelle bei der Analyse in diesem Programmentwurf, den wir jetzt haben, ist aus unserer Sicht gewesen, dass eigentlich alles ökonomisch hergeleitet wurde. Alle Krisen, die wir in diesem System haben, sind in diesem Entwurf ökonomisch bedingt. Das lässt darauf schließen in diesem Entwurf: Wenn wir den Kapitalismus dann erst mal überwunden haben, dann wird alles schön.

Das ist nicht die Analyse, die wir haben, also die Kollegin und ich, die wir das zusammen geschrieben haben. Und das sehen auch viele andere so. Wir sagen: Der Kapitalismus hat viele, viele Probleme, aber er hat im Laufe seiner Zeit auch Chancen eröffnet, die man auch nutzen kann. Und diese Chancen werden in dem bisherigen Programmentwurf aus unserer Sicht völlig unzureichend beleuchtet.

Ganz deutlich wird das bei der Bedeutung der Arbeit. Dieser Programmentwurf, den wir jetzt haben, definiert Arbeit sehr stark über Erwerbsarbeit und auch die Bedeutung der Erwerbsarbeit. Die Welt sieht mittlerweile aber ganz anders aus. Wir haben viele Selbständige, Freelancer, die Sie nicht erfassen können. Wenn Sie sagen, wir brauchen Vollbeschäftigung, haben diese Menschen noch lange keine sichere Beschäftigung. Sie haben noch keine gute Arbeit. Sie haben noch keinen guten Lohn. Sie sind noch nicht sozial abgesichert dadurch. Um das auch mit zu erfassen, muss man diesen ganzen Arbeitsbegriff auch überdenken. Diese Fixierung auf Arbeit finde ich sehr sozialdemokratisch und sehr gewerkschaftsorientiert, aber nicht zeitgemäß.

Zeitgemäß finde ich es, wenn man sagt, es gibt im Leben mehr als abhängige Beschäftigung. Es gibt auch mehr gesellschaftlich notwendige Arbeit als die in abhängiger Beschäftigung. Auch wenn man sich kümmert um Angehörige, ist das wichtige gesellschaftliche Arbeit. Auch Kunst und Kultur ist wichtige gesellschaftliche Arbeit. Und auch sich selber fortzubilden, ist wichtige gesellschaftliche Arbeit, auch wenn das alles im Moment nicht bezahlt wird oder nicht alles bezahlt wird.

Deutschlandradio Kultur: Aber das, was Sie sagen, klingt ja nicht nach dem Programm einer Partei, sondern nach dem einer Religionsgemeinschaft. – Wenn wir erst den Kapitalismus überwunden haben, also, wenn wir erst mal dieses Leben überwunden haben am Jüngsten Tage, dann landen wir im Haus des Islam, sagen die Moslems, oder die Christen sagen, im Paradies. Und die Linke sagt: Ja, dann landet ihr irgendwo, was nach dem Kapitalismus liegt. Aber dann ist der Jüngste Tag. Dann leben wir alle nicht mehr.

Raju Sharma: Ja. So legen wir es nicht an. Aber da muss ich auch der Fairness halber sagen: Auch der bisherige Programmentwurf sagt ganz deutlich, "das Ganze ist ein transformatorischer Prozess". – Na, das ist immer blöd, wenn man mit solchen Begriffen arbeitet, aber das heißt also: Wir fangen heute an, nutzen die Chancen, die es gibt in dieser Gesellschaft, diese Gesellschaft hier, wie sie ist, ganz real zu verändern, Entwicklungen zu nutzen im Sinne einer Veränderung zu einer besseren, friedlicheren, gerechteren, sozialen Gesellschaft. Und wir sagen nicht, wir versuchen gesellschaftliche Mehrheiten zu haben, parlamentarische Mehrheiten zu haben, bis wir dann 50,1 Prozent haben, und dann sagen wir mit einem Gesetz, der Kapitalismus ist abgeschafft. – So gehen wir ja nicht vor.

Sondern wir sagen, es gibt ja Protestbewegungen in der Bevölkerung. Es gibt den Wunsch von Menschen, mehr mitzureden. Und wenn wir jetzt sagen, wir wollen eine direkte Demokratie mit Bürgerbegehren und Bürgerentscheiden, wir wollen das auch auf der Bundesebene haben, dann geht das ja in die richtige Richtung. Das heißt, mehr direkte Demokratie, mehr Beteiligung von mehr Menschen. Aber das ist ja alles in diesem parlamentarischen System verankert. Da wird das System, was wir haben, ja nur ergänzt und erweitert, aber nicht abgeschafft.

Deutschlandradio Kultur: Was wollen Sie jetzt? Abschaffen oder Ergänzen und Erweitern?

Raju Sharma: Wir wollen es fortentwickeln, den Keim des Neuen nutzen, sodass sich aus diesem Alten etwas Neues entwickeln kann.

Deutschlandradio Kultur: Und was macht dann jemand wie Wulf Gallert, der Ministerpräsident in Sachsen-Anhalt werden möchte am 20. März? Der sagt: Wir wollen Chancengleichheit oder Gerechtigkeit für Kinder und Jugendliche. Wir wollen vernünftige Entlohnung. Wir wollen über gute Arbeit reden. Wir wollen versuchen, ein besseres Bildungssystem hinzubekommen. Letztendlich ist er doch ein Sozialdemokrat, der dann in dieser Partei nichts mehr zu suchen hat.

Raju Sharma: Das Kriterium, was wir haben, wenn wir über Regierungsbeteiligung reden, sieht doch so aus, dass wir im Grunde ein Kriterium mit drei Bestandteilen haben. Der erste Bestandteil ist: Verhindern wir durch eine Regierungsbeteiligung die Verschlechterung der Lebensbedingungen der Einwohnerinnen und Einwohner in einem Land? Und zweitens: Fördern wir neue Perspektiven, neue Entwicklungen, etwas, was es bisher noch nicht gegeben hat? Ich sage mal, zum Beispiel einen bestimmten öffentlichen Beschäftigungssektor, nicht das, was wir jetzt haben als dritter Arbeitsmarkt, sondern etwas Neues, also, gesellschaftliche Arbeit, die man nicht irgendwo woanders andocken kann.

Und das Dritte ist: Ermuntern wir die Menschen, ihre eigenen Angelegenheiten selber in die Hand zu nehmen? Das ist also dieses Emanzipatorische. Dazu gehören eben auch die Möglichkeiten, direkte Demokratie einzuführen. Also ermuntern wir die Menschen dabei, ihre Angelegenheiten selbst zu regeln? Daran wird auch Wulf Gallert das festmachen. Da sind wir weiter als die Sozialdemokraten, die diesen emanzipatorischen Ansatz nicht so verinnerlicht haben, sondern die aus meiner Wahrnehmung dann doch eher an diesem klassischen parlamentarischen System hängen und nicht über den Tag hinaus gucken.

Deutschlandradio Kultur: Mir scheint, die Linke zeigt uns zwei Gesichter: eine Regierungsseite, ein Regierungsgesicht, das ist sozialdemokratisch, ein Oppositionsgesicht, das ist irgendwie kommunistisch. Ist das nicht ein gigantisches Täuschungsmanöver?

Raju Sharma: Na, eigentlich nicht. Also, ich finde auch, dass dort, wo wir mitregieren, wir nicht sozialdemokratisch regieren. Man kann das ganz gut erkennen in Berlin. Da haben wir ein Partizipations- und Integrationsgesetz in der Regierung als Linke mit auf den Weg gebracht, auch sehr stark gefördert. Das kann sich bundesweit sehen lassen. Das hätte eine SPD, und die SPD regiert schon lange in vielen Ländern mit, nicht allein auf den Weg gebracht. Dazu brauchte sie die Linke.

Deutschlandradio Kultur: Ist das dann das Vorbild beispielsweise auch für NRW, obwohl die Gruppe, die Linke in NRW völlig anders aufgestellt ist, dass sie sagen, ja, schaut euch mal die an in Berlin, so müsst ihr das auch machen?

Raju Sharma: Na, die würden das so nicht sagen. Die würden es deswegen nicht sagen, weil sie sich ja auch selber eher definieren in Abgrenzung zur Regierungsbeteiligung, wie wir es in Berlin und Brandenburg erleben. Das ist denen, nach den öffentlichen Aussagen zumindest, eher zu weich und nicht hartleibig genug.

Andererseits muss man aber auch feststellen, dass auch unser Parteivorsitzender Klaus Ernst in letzter Zeit zunehmend lobt, was in Berlin stattfindet, und auch mal deutlich macht, dass wir dort Dinge erreichen in der Regierung, die ohne uns nicht möglich wären.

Deutschlandradio Kultur: Aber die NRW-Linke sagt klipp und klar: So, wie die das machen in Berlin, würden wir das nicht machen wollen. Und so, wie die das in Sachsen-Anhalt vorhaben, wollen wir das auch nicht haben.

Raju Sharma: Aber man sieht ja auch, wozu das führt. In Sachsen-Anhalt ist die Linke nach den Umfragen mit stärkste Partei. Wir hoffen, dass wir das auch umsetzen können, damit wir auch den Anspruch daraus ableiten können, als stärkste Partei den Ministerpräsidenten zu stellen. In NRW haben wir noch nicht diese Zustimmungswerte.

Deutschlandradio Kultur: Das ist ja genau das Thema. Was würden Sie denn sagen, wenn ich Ihnen sage, dass ich glaube, dass diese Partei wieder auseinanderplatzt – genau an dieser Trennlinie? Die Fusion war dann ein schönes Zwischenspiel.

Raju Sharma: Wir brauchen, um die verschiedenen Strömungen in der Partei abzudecken, um auch verschiedene Menschen in der Gesellschaft anzusprechen, die Radikalen, die wir dann eher im Westen finden – also, von der verbalen Radikalität. Und wir brauchen die Pragmatiker, die wir überwiegend im Osten finden. Die brauchen wir beide. Wichtig ist, dass wir es auch wertschätzen können, dass wir nicht versuchen, dass die eine die andere in irgendeiner Weise besiegt. Weil, dann besiegen wir uns selbst, weil wir damit unsere Pluralität auch zunichtemachen.

Deutschlandradio Kultur: Aber ich glaube, das ist doch der entscheidende Punkt, dass Sie keine Mitte haben, eine tragende Mitte haben, die die Flügel sozusagen am Rande stehen lässt.

Raju Sharma: Wir brauchen auch ein Gewicht in der Mitte, auch das ist richtig. Aber wenn wir alle in die Mitte rücken würden, dann würde unsere Partei eine ganze Menge verlieren. Aber ich glaube, die Maßstäbe an Regierungsbeteiligung werden etwas zurechtgerückt, wenn man selbst in der Verantwortung ist und sich fragt: Gehen wir jetzt mit rein in die Regierung oder stützen wir eine Regierung? Oder bleiben wir draußen?

Deutschlandradio Kultur: Aber wenn Sie radikale Positionen innerhalb der Partei schätzen, dann müssten Sie doch richtig graue Haare kriegen, wenn Sie ins Saarland erblicken und hören, dass die da über parteischädigendes Verhalten reden, dass sie in Paragrafen aufnehmen wollen.

Raju Sharma: Ja, da kriege ich auch graue Haare. Die haben jetzt im Saarland wenige Einzelfällen von Genossinnen und Genossen, die aus Sicht der Mehrheit die Partei einfach triezen mit Anträgen und was weiß ich für Verfahren. Damit wollten sie einfach mal aufräumen. Nun haben sie aber tatsächlich in die neue geänderte Satzung Formulierungen reingeschrieben, die aus zwei Perspektiven aus meiner Sicht völlig unakzeptabel sind.

Das erste ist: Sie arbeiten mit unbestimmten Rechtsbegriffen und sagen: Wer den politischen Gegner füttert mit Informationen, Unterlagen und welche man diffamiert und all so etwas – das kann man ja gar nicht händeln –, den kann man aus der Partei ausschließen. Und das Zweite, und das betrifft ein Verfahren, das ich elementar finde, ist, dass jetzt die Vorstände im vorläufigen Verfahren unseren Genossen ihre Mitgliedsrechte entziehen können, bis dann irgendwann eine Schiedskommission das endgültig geklärt hat. – Das geht auch nicht. Es kann nicht sein, dass ein Vorstand mehrheitlich die Minderheit davon ausschließt, die Rechte wahrzunehmen, bis eine Schiedskommission das Ganze entscheidet.
Und ich würde mir wirklich wünschen, dass meine Genossinnen und Genossen im Saarland diese Satzungsänderung schnellstmöglich wieder aufheben.

Deutschlandradio Kultur: Wenn wir dann mal fragen, warum denn die Linke – wenn Sie denn in einem Diskussionsprozess ist, von dem Sie sagen, dass er ja eigentlich ganz konstruktiv sei – sich ein Jahr aus der politischen Debatte ausgeklinkt hat.

Raju Sharma: Wir haben uns nicht ausgeklinkt, aber wir sind tatsächlich nicht so vernehmbar gewesen, wie ich mir das auch gewünscht hätte, was damit zusammenhängt, dass wir im letzten Jahr, ziemlich genau vor einem Jahr mit einer echten Führungskrise auch begonnen haben. Wir haben dann ein Personal-Tableau zusammengestellt und gewählt im letzten Mai für die Parteiführung, was sehr stark auf Proporz ausgerichtet ist.

Und wir waren tatsächlich viel mit uns selber beschäftigt – immer mit der Sorge, dass der eine Flügel die Sorge hatte, dass er nicht richtig wahrgenommen wird und von den anderen in irgendeiner Weise über den Tisch gezogen wird, und anders herum, sodass wir uns tatsächlich mehr mit uns selber beschäftigt haben als mit den politischen Themen, die auf der Tagesordnung standen. Wir haben uns dazu schon geäußert, aber es ist ja auch klar, dass die Medien natürlich einen Streit in der Partei immer dankbarer aufnehmen als die politischen Inhalte, die wir dann auch noch mal haben.

Deutschlandradio Kultur: Inhalte werden auch immer über Personen transportiert, das wissen Sie, auch über die Parteispitze. Deshalb die Frage ganz konkret: Braucht denn die Linke eine neue Parteispitze?

Raju Sharma: Wir haben eine Parteispitze, eine Führung, die bis zum Mai 2012 gewählt ist. Ich glaube, diese Führung muss ihre Aufgabe wahrnehmen. Und da sehe ich nicht nur die beiden Vorsitzenden, natürlich die in erster Linie, in der Pflicht, sondern im Grunde den ganzen 44-köpfigen Parteivorstand. Wir sind eine plurale Partei. Ich finde das auch gut. Und das bedeutet auch, dass der Parteivorstand in seiner Pluralität und in seiner Gänze auch Führung übernehmen muss.

Deutschlandradio Kultur: Aber die müssen jetzt schnell liefern – Inhalte, Antworten auf gesellschaftliche Fragen – und nicht mehr die innere Zerfleischung? Oder was ist Ihre Stoßrichtung?

Raju Sharma: Das ist völlig richtig. Wir haben ja unterschiedliche Führung auch in der Partei. Einmal, wenn es um die Tagespolitik geht auf Bundesebene, da ist natürlich auch die Bundestagsfraktion gefordert. Und da haben wir mit Gregor Gysi jemanden, der auch medial sehr präsent ist und auch Themen transportieren kann in erster Linie, auch ein paar andere, aber da ist natürlich Gregor Gysi im Mittelpunkt. Und wenn es um die gesellschaftlichen Visionen geht für dieses Jahrhundert, muss die Partei natürlich stärker ran, auch die Parteiführung.

Deutschlandradio Kultur: Wir wollen es mal ein bisschen kleiner machen, nicht für das ganze Jahrhundert, sondern vielleicht für die nächsten zwei Jahre bis zur nächsten Bundestagswahl.

Raju Sharma: Ja, auch da. Da ist die Parteiführung tatsächlich auch gefragt. Und ich sehe auch die Programmdebatte, die wir jetzt haben, als eine Chance, die Chance, dass wir inhaltliche Kontroversen, zunächst mal inhaltliche Punkte setzen, über die wir uns in der Partei streiten, über die wir dann aber auch in der Gesellschaft insgesamt einen Diskurs herbeiführen.

Deswegen finde ich es wichtig, und da ist die Programmdebatte eine Chance, dass wir uns über Fragen wie ein bedingungsloses Grundeinkommen in der Partei eine Meinung verschaffen, aber auch nach draußen gehen und mit den Bürgern darüber reden, ob das die richtige Perspektive ist; dass wir uns über die Frage Krieg und Frieden noch mal nicht nur in der Partei ein differenziertes Bild machen, sondern auch draußen mit den Menschen drüber reden und darüber diskutieren, wollen wir wirklich einen Pazifismus, eindeutig friedlich sein. Oder wollen wir unter bestimmten Voraussetzungen Kampfeinsätze auch unter deutscher Beteiligung im Ausland zulassen?

Deutschlandradio Kultur: Lassen Sie uns noch mal zurückkommen auf die Kommunismusdebatte. Braucht eine politische Führung auch Instinkt? Und kann man ein solches Thema forcieren oder überhaupt aufgreifen, wenn man weiß, dass man zumindest zu Teilen aus einer Staatspartei wie der SED kommt und das immer im Hintergrund haben muss?

Raju Sharma: Wenn man bestimmte Reizworte sagt, ist man klug beraten, wenn man noch ein paar Halbsätze davor und danach mitdenkt und am besten auch ausspricht. Es ist ganz klar. Wenn man den Begriff Kommunismus verwendet und weiß, wie der Begriff hier auch in Deutschland belastet ist, dann sollte man auch auf jeden Fall etwas zu den Opfern kommunistischer Gewaltherrschaft sagen, die es heute noch gibt und die es auch gegeben hat. Da muss man dazu, gerade mit einer Geschichte, wie wir sie haben, was sagen. Das hat sie jetzt in dem Zusammenhang, in dem Zitat, was da gebracht worden ist, nicht gesagt. Ich glaube, darüber ist sie selber auch nicht besonders glücklich. Aber ich bin auch keiner, der jetzt Schulnoten verteilen kann.

Deutschlandradio Kultur: Muss man die Führung noch mal austauschen, bevor es richtig losgehen kann?

Raju Sharma: Nein, ich finde, wir müssen die Führung jetzt wahrnehmen. Und da haben wir nicht nur die beiden Vorsitzenden in der Verantwortung, sondern den gesamten Parteivorstand.

Deutschlandradio Kultur: Ich nehme noch mal das Beispiel Sachsen-Anhalt. Da werden Sie Landtagswahlen haben. Der Landesverband der Linken in Sachsen-Anhalt sagt: Wir machen Wahlkampf, aber bitte nicht mit Klaus Ernst, unserem Parteivorsitzenden. Ist das wie in der FDP, wo die den Westerwelle nicht mehr haben wollen, oder ist es noch nicht so schlimm?

Raju Sharma: Nein, ich glaube, die Sachsen-Anhaltiner haben nicht gesagt, sie wollen Klaus Ernst nicht haben. Sie haben sich einfach andere Prioritäten gesetzt. Sie haben einen hervorragenden Spitzenkandidaten. Die haben auch in der Bundestagsfraktion Menschen, mit denen man wirklich gut auftreten kann, die bei den Leuten in Sachsen-Anhalt wunderbar ankommen. Da würde ich doch mit den Menschen auch punkten, von denen ich weiß, die kommen auch gut an. – Klaus Ernst ist für viele Menschen einfach auch kulturell im Osten gewöhnungsbedürftig, das muss man einfach mal sehen, fast unabhängig von dem, was er inhaltlich für Positionen vertritt.

Deutschlandradio Kultur: Was machen Sie denn mit einem Oskar Lafontaine, der aus dem Saarland kommt und sagt, ich würde gern in Sachsen-Anhalt auftreten? Soll er dann auch nicht, weil er nicht aus dem Osten kommt?

Raju Sharma: Lafontaine ist so lange in der Bundespolitik auch aktiv gewesen und rhetorisch auch so brillant und versteht es auch, Menschen sehr populär zu erfassen und zu begeistern, ich glaube, der kommt überall in Deutschland gut an.

Deutschlandradio Kultur: Aber wenn Sie regieren wollen, zumindest in einigen Bundesländern, brauchen Sie ja Gestaltungswillen. Das heißt, Sie müssen zu irgendetwas ja sagen. Sie bieten aber in erster Linie das Nein. – Nein zu Hartz IV, nein zum Afghanistankrieg, nein zu was weiß ich was alles. Wo ist Ihr Konzept, wo man sagen kann, da müssen wir hinterher? Da fehlt doch ein Markenzeichen, und auch die Person.

Raju Sharma: Wir sagen, man muss umsteuern. Wir sagen, wir brauchen eine Millionärssteuer. Wir sind schon lange für eine Finanztransaktionssteuer. Wir sind auch für einen flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohn. Ich glaube auch, es ist dringend notwendig, dass wir jetzt dazu kommen den umzusetzen, bevor wir die Freizügigkeit am 1. Mai in Europa bekommen. Da haben wir schon Konzepte.

Und wir gucken auch über den Tag hinaus. Und das, was ich vorhin gesagt habe zu direkter Demokratie, ist auch ein Markenkernthema der Linken. Also: Frieden, Demokratie, soziale Gerechtigkeit in unterschiedlichen Facetten, das sind Markenkernthemen, an denen wir schon lange dran sind und die auch Markenkernthemen bleiben.

Deutschlandradio Kultur: Lassen Sie uns mal Ihre Sicht von Politik abrunden, indem wir Sie was ganz anderes fragen. Sie spielen Hockey. Warum?

Raju Sharma: Ich habe angefangen Hockey zu spielen, weil, ich musste mich irgendwie sportlich betätigen, weil ich als Kind einfach zu dick war. Da hat mein Vater eben gesagt, dann spielst du auch jetzt bitteschön einen Sport, der mit deiner Heimat was zu tun hat. Hockey war das für Indien zu der Zeit. Jetzt spielen die da mehr Kricket. Wenn man beim Hockey zwei, drei Jahre dran bleibt, dann lernt man diesen Sport einfach auch lieben. Ich bin Teil der großen Hamburger Hockey-Familie. Das ist einfach schön. Man kennt sich da auch. Das geht weit über den Sport hinaus. Es ist einfach auch schön, wenn man mit so einem Instrument, mit so einem Stock irgendwie umgehen kann. Und das verbindet über lange Zeit.

Deutschlandradio Kultur: Und wie ist es mit dem FC St. Pauli? Sie sind Fan dieses Vereins. Liegt das daran, dass die immer mal wieder um den Klassenerhalt kämpfen?

Raju Sharma: Da finde ich es einfach kulturell so schön, dass mitten im Herzen von Hamburg ein Verein so ein bisschen alternativ geblieben ist, sich nicht anpasst, dass der sportliche Erfolg nicht alles ist. Sondern da geht's einfach nur darum, dass die Spieler kämpfen, bis sie umfallen. Darum geht's. Und da sind die Fans genauso dabei. Die sind ja Teil dieser Kultur. Das finde ich eher kulturell sehr spannend.

Deutschlandradio Kultur: Und so stellen Sie sich auch die Linke vor?

Raju Sharma: Ja. Das ist richtig. So stelle ich mir auch die Linke vor.

Deutschlandradio Kultur: Herr Sharma, wir danken für das Gespräch.

Raju Sharma: Ich danke.
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