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Interview | Beitrag vom 25.05.2021

Cybersicherheit bei BundestagswahlDie Krux mit dem gehackten Kreuz

Julia Schuetze im Gespräch mit Nicole Dittmer

Volker Wissing, Generalsekretär der FDP, spricht beim Bundesparteitag der FDP. Der Parteitag der Liberalen findet als digitaler Parteitag statt und nur das Präsidium ist vor Ort versammelt. (picture alliance / dpa / Michael Kappeler)
Angriffsfläche für Hacker: Die Daten von Parteien und Politikern sind am wenigsten geschützt. (picture alliance / dpa / Michael Kappeler)

Im September wird gewählt. In- und ausländische Hacker könnten die Gelegenheit nutzen, Politiker und Parteien digital anzugreifen, um so die Abstimmung zu beeinflussen. Doch es gibt Möglichkeiten, sich zu wappnen, sagt Julia Schuetze.

Das Bundesamt für die Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) warnt: Hackerangriffe und Desinformation sind digitale Gefahren für die im September geplante Bundestagswahl. So groß wie derzeit sei die Bedrohungslage bei einer Abstimmung bisher nicht gewesen, sagte am Dienstag BSI-Präsident Arne Schönbohm. Das liege auch daran, dass der Wahlkampf in diesem Jahr wohl so digital wird wie noch nie zuvor.

Erbeutete Daten

Julia Schuetze ist Expertin für Cybersicherheit bei der Stiftung Neue Verantwortung und sieht die Gefahren vor allem bei den Parteien und Politikern, "da deren Systeme und Daten am wenigsten geschützt sind". Diese seien nicht verpflichtet, Maßnahmen und Standards auf ihren Rechnern umzusetzen, wodurch deren Kommunikation und Arbeitsabläufe eine gute Fläche für eventuelle digitale Angriffe bieten würden. So erbeutete Daten könnten beispielsweise für Desinformationskampagnen genutzt werden.

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Die Gefahren für solche Cyberattacken gingen sowohl vom Inland wie von ausländischen Kräften aus, erläutert die Digitalfachfrau. Deswegen sei es notwendig, sich generell darauf zu konzentrieren, Cyberangriffe abzuwehren.

Aufklärung über Briefwahl

Außerdem sei es wichtig, dass die Parteien – ebenso wie die Politikerinnen und Politiker – ihre IT-Sicherheit organisierten. Dabei könne das BSI beraten, unterstreicht die Cybersicherheitsexpertin. Eine wichtige Rolle käme zudem den sozialen Netzwerken zu. Zu begrüßen sei, dass der Bundeswahlleiter mit Unterstützung des BSI – ähnlich wie bei der Präsidentschaftswahl in den USA im vergangenen Jahr – eine Plattform zu Falschinformationen planen. (*)

Nicht zuletzt liege es aber auch an den Bürgerinnen und Bürgern selbst, unterstreicht Schuetze: "Jede und jeder kann einen kleinen Teil dazu beitragen, bestimmte Informationen zu beurteilen und nicht weiter zu verteilen, wenn nicht klar ist, ob diese stimmen."

(rzr)

*Redaktioneller Hinweis: Wir haben die Aussage der Gesprächspartnerin präzisiert.

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