Seit 09:05 Uhr Kakadu

Sonntag, 05.04.2020
 
Seit 09:05 Uhr Kakadu

Tonart | Beitrag vom 26.04.2016

Cross-modale WahrnehmungWarum Heavy Metal nach Fisch stinkt - oder auch nicht

Karoline Knappe im Gespräch mit Carsten Beyer

Rollmops (picture-alliance / dpa / Thomas Schmidt)
Wer würde bei diesem Rollmops nicht sofort an Heavy Metal denken? (picture-alliance / dpa / Thomas Schmidt)

Welche Gerüche mit welcher Musik assoziiert werden und warum, das haben Forscher aus Los Angeles kürzlich untersucht. So riecht etwa Jazz nach Kaffee und Heavy Metal nach Fisch. Karoline Knappe erklärt, was von dieser Studie zu halten ist.

Ein Sinnesreiz kommt selten allein: So bringen beispielsweise viele ein lautes, dumpfes Geräusch sofort mit einem großen, schweren Gegenstand in Verbindung.

Diese cross-modale Wahrnehmung und Verarbeitung von Reizen, heißt es, habe unseren Vorfahren geholfen, Gefahren besser und schneller einschätzen zu können.

Keine eindeutigen Zusammenhänge

Dass jetzt eine Studie den Zusammenhang von Musik und Geruch betrachtet, sei "relativ neu", sagt die Journalistin Karoline Knappe. Forscher aus Los Angeles hätten sich zum Ziel gesetzt herauszufinden, "unter welchen spezifischen emotionalen Bedingungen wir Musik mit bestimmten Gerüchen in Verbindung bringen".

Nach dieser Untersuchung rieche Heavy Metal nach Fisch und Jazz nach Kaffee. Allerdings seien die Zusammenhänge zwischen Musikstilen und Gerüchen gar nicht so eindeutig gewesen, kritisiert Karoline Knappe:

"Heavy Metal zum Beispiel haben die Probanden schon mit Fisch assoziiert, aber ziemlich genauso stark auch mit Zimt oder Terpentin."

Sinnesreize nicht isoliert betrachten

Knappe zufolge liegt das eigentliche Problem der Studie jedoch tiefer: "Ich denke, dass hier die gewählten Methoden der quantitativ-empirischen Forschung einfach nicht zur Fragestellung passen." Denn ein Sinnesreiz ruft nicht einen isolierten anderen Sinnesreiz hervor, sondern ganze Vorstellungswelten. "Und dass da ein Fragebogen mit ein paar vorgegebenen Emotionen und ein paar Geruchsstäbchen nicht weiterhelfen, ist ziemlich klar."

Tonart

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur