Seit 14:05 Uhr Kompressor

Mittwoch, 08.04.2020
 
Seit 14:05 Uhr Kompressor

Interview | Beitrag vom 27.02.2020

Coronavirus und globaler HandelContainerschiffe stecken in Asien fest

Jan Ninnemann im Gespräch mit Liane von Billerbeck

Beitrag hören Podcast abonnieren
Beladenes Schiff im Containerhafen in Shanghai in China (picture alliance / Bildagentur-online/McPhoto)
Beladenes Schiff im Containerhafen in Shanghai in China (picture alliance / Bildagentur-online/McPhoto)

Aus China kommen viele Grundstoffe für die Pharmaindustrie sowie Teile für den Autobau. Produktionsausfälle aufgrund der Corona-Infektionen könnten sich mit einer Verzögerung von sechs bis acht Wochen in Deutschland bemerkbar machen, sagt der Wissenschaftler Jan Ninnemann.

Die Ausbreitung des neuen Coronavirus bremst die internationale Container-Schifffahrt. Die genauen Auswirkungen sind noch offen und werden teilweise durch die ohnehin üblichen Ferien zum chinesischen Neujahrsfest überdeckt, sagt Jan Ninnemann von der Hamburg School of Business Administration. 

"90 Prozent des Welthandels werden über See abgewickelt. Und sieben der größten Containerhäfen liegen in China", stellt Ninnemann fest. Einschränkungen in der Produktion in China wirkten sich entsprechend massiv auf den globalen Containerhandel aus.

Viele Zulieferer in China

Einfluss hätten die Fahrplanausfälle in der internationalen Schifffahrt insbesondere auf große Industrien, die enge Lieferverflechtungen haben. "Das ist die Pharmaindustrie, wo viele Grundstoffe aus China kommen, und das ist zunehmend auch die Autoindustrie, wo viele Zulieferer eben auch in China sitzen."

Etwa 40 bis 50 Tage dauere der Transport übers Meer vom Start in den Werken in China bis zur Ankunft in Deutschland. Aktuell profitiere die Wirtschaft noch von Pufferkapazitäten, sagt Ninnemann. Er glaube, dass in den kommenden sechs bis acht Wochen noch keine Auswirkungen zu bemerken seien.

(huc)

Interview

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur