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Fazit | Beitrag vom 03.04.2020

"coronarchiv" sammelt AlltagserfahrungenWorauf freuen Sie sich – nach der Krise?

Benjamin Roers im Gespräch mit Marietta Schwarz

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Ein Graffiti-Gollum hält eine Toilettenpapierrolle, daneben die Sprechblase "Mein Schatz" (imago images / Müller-Stauffenberg)
Was bleibt vom Alltag mit dem Virus? Wissenschaftler sammeln digitale Spuren, damit kommende Generationen leichter forschen können. (imago images / Müller-Stauffenberg)

Die Coronakrise trifft jeden - aber jeden auf unterschiedliche Art. Wissenschaftler tragen digitale Dokumente zusammen, um den Alltag mit dem Virus festzuhalten. So können folgende Generationen das Leben mit Covid-19 nachvollziehen.

Um den Alltag mit der Pandemie zu dokumentieren, haben Wissenschaftler aus Gießen, Bochum und Hamburg das Projekt "coronarchiv" gestartet. Ob Texte, Fotos oder Videos, alles, was digital ist, ist interessant und kann hochgeladen werden, sagt Benjamin Roers von der Uni Gießen, der das Archiv mitinitiiert hat.

Leben in Zeiten der Kontaktsperre 

"Uns geht es primär um die Alltagserfahrungen der Menschen", so Roers, "wir versuchen erstmal, die Dinge zusammenzutragen und zu sammeln." Später kann so das Leben in Zeiten der Kontaktsperre nachempfunden werden.

Das Projekt läuft erst seit einer Woche, aber das Material sei schon vielfältig, berichtet Roers. Es werden Gedichte geschickt und Videos, oder es wird überlegt, wie zum Geburtstag gratuliert werden kann, in Zeiten von Corona. Schön ist auch die Vorfreude-Sammelbox: In die wird jeden Tag ein Zettel geworfen, auf dem eine Sache steht, auf die man sich nach der Krise freut. 

Kinderbetreuung im Home-Office

"Mich überrascht immer wieder, wie vielfältig diese Situation Menschen in ihrem Alltag betrifft", sagt Roers. Wie leben Menschen ihre Fernbeziehung, wie bringen Familien Kinderbetreuung und Home-Office zusammen? Die Leute sorgen sich um ihre Gesundheit und um die Zukunft, so der Wissenschaftler.

Um eine vielfältige Geschichte schreiben zu können, brauche man vielfältige Quellen, betont Roers und fügt hinzu: "Wir möchten alles dafür tun, dass spätere Generationen in der Lage sind, die Komplexität der Lage, wie wir sie jetzt erleben, auch in ihrer Forschung abzubilden."

(beb)

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