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Kommentar | Beitrag vom 01.03.2021

CoronamaßnahmenPolitiker, verlängert den Lockdown!

Von Axel Schröder

Sicherheitsmaßnahmen zur Abstandswahrung mit getrenntem Eingang und Ausgang vor einem geöffneten Geschäft in der Einkaufsstraße und Fußgängerzone Zeil der Innenstadt von Frankfurt am Main. (IMAGO / Ralph Peters)
Wann kommt der Eingang zum Ausgang aus den Corona-Beschränkungen? Unser Autor ärgert sich über unrealistische Versprechungen der Politik. (IMAGO / Ralph Peters)

Die meisten von uns haben die Nase voll von den Coronabeschränkungen im Alltag. Unser Autor dagegen ist genervt von Politikerinnen und Politikern im Wahlkampfmodus, die zu früh Lockerungen versprechen, obwohl alle Zahlen dagegen sprechen.

Der Lockdown bedroht Existenzen, isoliert uns von unseren Freunden und fordert tagtäglich Nervenstärke, wenn zeitgleich Homeschooling und Homeoffice stattfinden sollen. Trotzdem muss er weitergehen.

Das ist kein Widerspruch, sondern eine fürchterlich rationale Sicht auf die Coronamaßnahmen. Dem Virus ist es egal, ob wir die "Schnauze voll haben".

Ich habe die Schnauze von solchen Politiker-Sprüchen voll, vom politischen Instrumentalisieren der Pandemie. Durch diejenigen, die Lockerungen versprechen oder durch die, die einen besonders harten Lockdown fordern.

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Natürlich werden in diesem Jahr sechs Landtage und der Bundestag neu gewählt. Und trotzdem ist niemandem geholfen, wenn ein Blick auf die Infektionszahlen dem Buhlen um Wählerstimmen weicht. Dieser nüchterne Blick zeigt: In vielen Bundesländer steigen die Infektionszahlen wieder. Und jetzt soll der Lockdown langsam beendet werden?

Bauchentscheidungen von Politikern nerven

Was nervt, sind nicht die unterschiedlichen Coronamaßnahmen in einzelnen Bundesländern. Das ist keine Schwäche des Föderalismus, sondern eine Stärke: Wenn in Land A die Zahlen sinken, können dort die Maßnahmen gelockert werden, wenn in Land B die Zahlen steigen, eben nicht.

Was nervt, sind die Bauchentscheidungen von Politikerinnen und Politikern, die gerade getroffene Entscheidungen wieder über den Haufen werfen, weil das vermeintlich gut beim Wahlvolk ankommt.

Was ist gewonnen, wenn wir jetzt einen kleinen Teil unserer vermissten Freiheiten zurückbekommen, wenn uns die nächste Vollbremsung dann wieder maximal frustriert? Es wäre wunderbar, wenn die Infektionszahlen trotz der leichten Lockerungen weiter sinken. Dass das passieren könnte, ist nach heutigem Wissenstand mehr als unwahrscheinlich.

Weiter im Lockdown - und dann endgültig raus

Deshalb wünsche ich mir eine Politik, die Kurs hält. Die dabei die Wirtschaftshilfen für Betriebe schneller auf den Weg bringt und arbeitslose Menschen nicht mit peinlichen 150 Euro pro Jahr für ihre Mehrausgaben abspeist.

Ich wünsche mir also, dass wir noch weiter im Lockdown leben. Dass wir dort, wo die Infektionszahlen zu hoch sind, noch vier oder sechs Wochen durchhalten und so ein Leben im Lockdown dann ein für alle Mal hinter uns lassen.

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