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Studio 9 - Der Tag mit ... | Beitrag vom 19.03.2020

Corona und die ökonomischen FolgenDie Krise wird unsere Wirtschaft verändern – aber wie?

Anna Sauerbrey im Gespräch mit Anke Schaefer

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Auf einer Wiese steht eine Reihe von Zelten, deneben parkende Autos. (imago images / NBL Bildarchiv)
Sieht so künftig ein typischer Sommerurlaub aus? Die Journalistin Anna Sauerbrey hält das immerhin für möglich. (imago images / NBL Bildarchiv)

Wird bald Geiz wieder geil? Wird wieder mehr vor Ort produziert? Und wird es weniger Globalisierung geben? Die Coronakrise wird unser Wirtschaften verändern. In welche Richtung es gehen könnte, darüber haben wir mit der Journalistin Anna Sauerbrey gesprochen.

Die Corona-Pandemie wird erhebliche Folgen für unser Wirtschaften haben. Davon sind viele Experten überzeugt. In einigen Bereichen sorgt die Krise möglicherweise sogar für Erneuerung.

Erwartet wird beispielsweise ein starker Digitalisierungsschub. Zumindest sei derzeit eine Beschleunigung der Verbreitung digitaler Technologien zu beobachten, sagt die Journalistin Anna Sauerbrey. Auch bei ihrer Zeitung, dem Berliner "Tagesspiegel":

"Wir halten jetzt einen Großteil unserer Konferenzen und Besprechungen über Video- oder Gruppenchats ab. Das sind Sachen, die plötzlich auch ältere Kollegen im Haus annehmen, die vorher mit diesen ganz neuen Techniken gefremdelt haben."

Der Sommerurlaub muss überdacht werden

Manche prophezeiten zudem derzeit eine Art "Mini-Revision" der Globalisierung, sagt Sauerbrey. Andere wiederum verweisen darauf, dass angesichts der massiven ökonomischen Verluste nach der Krise der Druck, besonders billig zu produzieren, wieder stärker werden könnte: "Ich glaube, das ist noch nicht ausgemacht, wie sich das auswirkt."

Coronavirus-NewsletterVorstellen kann sich die Journalistin, dass Nachhaltigkeit und Klimaschutz künftig eine größere Rolle spielen werden: "Wir werden uns alle überlegen, was mit unserem Sommerurlaub ist. Die Flüge sind gecancelt, man kann nicht mehr ins Ausland reisen", so Sauerbrey.

Vielleicht entdecke auch der eine oder andere Berliner noch, wie schön Brandenburg sei: "Und es reicht dann völlig, mit dem Zelt an den See zu fahren statt in den Flieger zu steigen und bis in die Dominikanische Republik zu fliegen."

(uko)

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