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Kompressor | Beitrag vom 26.11.2020

Corona-Lockdown an der OperEine Simulation von Kultur

Schorsch Kamerun im Gespräch mit Max Oppel

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Ein Mann sitzt auf einer Bühne und hört zu. (picture alliance/dpa/Ina Fassbender)
Durch Corona sei die Welt noch anstrengender geworden, sagt Schorsch Kamerun. (picture alliance/dpa/Ina Fassbender)

Viele Kulturschaffende proben jetzt im Lockdown light weiter. Aber für wen soll das Ganze in der aktuellen Situation sein? Das fragt sich der Musiker und Autor Schorsch Kamerun, der an der Staatsoper Stuttgart an einem Jugendstück arbeitet.

Der Coronafrust sitzt tief bei allen, die Musik machen, singen, tanzen, spielen und endlich mal wieder alles rauslassen wollen – gerade auch Kinder und Jugendliche. Wie ist das trotzdem möglich? Die Staatsoper Stuttgart arbeitet daran und probt für das Stück "Verzauberte Welt", in dem es um die Auflehnung gegen Leistungsdruck und Normen geht. Regie führt Schorsch Kamerun, Frontmann der Punkband "Die Goldenen Zitronen" und pop-kulturelles Multitalent – auf den Bühnen und in den Clubs der Republik zu Hause.

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Schorsch Kameruns Erfahrung nach seien entgegen so mancher Meinungen auch viele Kinder von den aktuellen Corona-Einschränkungen "genervt". "Da kamen entladende Schwalle von Ventilmomenten." Gerade auch das Einhalten der Abstandsregelungen sei an der Oper eine "unheimliche Aufgabe". Die Situation sei allerdings für alle anstrengend. Von vielen Menschen an der Oper bekomme er mit, dass sie über ihre Grenzen hinausgehen würden.

"Corona scheint mir etwas zu sein, was auf der einen Seite viel schließt, auf der anderen Seite immer noch viel obendrauf packt. Es ist eine noch anstrengendere Welt geworden."

Die aktuelle Situation und der Schaffensprozess an der Oper fühle sich für ihn wie eine Simulation an, weil das Ereignis auf das man hinarbeiten würde, gar nicht stattfinde. Schorsch Kamerun vergleicht die Situation wie das Arbeiten in einer Bäckerei, in der man keine Brötchen verkaufen könne. Kamerun selbst habe gerade ein bezahltes Engagement, aber er sehe auch, dass es Menschen gebe, die gerade "krass durch das Sieb fallen".

(jde)

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