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Dienstag, 13.04.2021
 
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Kulturnachrichten

Freitag, 5. März 2021

Corona-Ausbruch an der Mailänder Scala

An der Mailänder Scala ist es zu einem größeren Corona-Ausbruch gekommen. Im Ballett des Opernhauses seien 35 Mitglieder der Tanztruppe positiv getestet worden, berichtet die italienische Nachrichtenagentur Ansa. Hinzu kämen drei Mitglieder des Leitungsteams. Da es auch positive Corona-Tests bei Sängern gegeben habe, seien die Proben ausgesetzt worden, hieß es. Für das Publikum sind die Theater in Italien aus Corona-Schutz-Gründen geschlossen. Doch die Häuser arbeiten oft weiter, um Aufführungen zu streamen und ins Netz zu stellen. Die Regierung in Rom hatte diese Woche angekündigt, dass Häuser in Regionen mit moderatem Ansteckungsrisiko, also in den sogenannten Gelben Zonen, Ende März wieder öffnen dürfen.

Berlinale: Maren Eggert gewinnt Schauspielpreis

Die Schauspielerin Maren Eggert hat einen Silbernen Bären der Berlinale gewonnen. Das gaben die Internationalen Filmfestspiele in Berlin am Freitag bekannt. Ausgezeichnet wurde sie in der Kategorie "Beste Schauspielerische Leistung in einer Hauptrolle" für ihre Rolle in der Tragikomödie "Ich bin dein Mensch". Der Goldene Bär für den besten Film ging an die Satire "Bad Luck Banging or Loony Porn" des rumänischen Regisseurs Radu Jude. Als bester Regisseur wurde der Ungar Dénes Nagy für seinen Film "Natural Light" geehrt. Den Silbernen Bären für das "Beste Drehbuch" bekam Hong Sangsoo für "Inteurodeoksyeon" (Introduction). Für die "Beste Schauspielerische Leistung in einer Nebenrolle" wurde die ungarische Schauspielerin Lilla Kizlinger für ihre Rolle in dem Film "Forest – I See You Everywhere" geehrt.

Düsseldorf gibt Porzellanteller zurück

Die nordrhein-westfälische Landeshauptstadt Düsseldorf hat erstmals ein Kulturgut zurückgegeben, das in der DDR unrechtmäßig entzogen worden war. Ein Meißener Porzellanteller mit Schmetterlingsdekor aus dem 18. Jahrhundert sei aus dem Hetjens-Keramikmuseuman an die rechtmäßigen Erben gegeben worden, teilte die Stadt mit. Bei Untersuchungen waren rote Farbreste auf der Unterseite des Tellers gefunden worden, die als Rückstände einer Inventarnummer identifiziert wurden. Die Nummer sei 1951 bei den sogenannten Schlossbergungen in dem bei Leipzig gelegenen Schloss Schönwölkau aufgebracht worden. Ursprünglich gehörte das Schloss dem Grafen Vitzthum von Eckstädt. Im Zuge der Bodenreform 1945 war er enteignet worden. Zwischen 1945 und 1949 wurden Zehntausende Objekte in der damaligen sowjetisch besetzten Zone in ostdeutsche Museen und Depots gebracht. Viele Objekte wurden in den Westen verkauft, um Devisen zu beschaffen.

Arbeitslose Künstler besetzen Pariser Theater

Arbeitslose Mitarbeiter von französischen Kultur- und Tourismuseinrichtungen haben ein Pariser Theater besetzt und fordern mehr Unterstützung von der Regierung. Etwa 50 Menschen kampieren seit Donnerstag mit Schlafsäcken und Proviant im Odeon-Theater und wollen nach eigenen Angaben so lange dort bleiben, bis ihre Forderungen erfüllt sind. Unter anderem verlangen sie ein weiteres Jahr Unterstützung der Regierung für Saisonarbeitskräfte an Theatern, die oft Probleme haben, mit ihren Einkünften über die Runden zu kommen. Theater, Kinos, Museen und Touristenattraktionen in Frankreich waren wegen der Coronavirus-Pandemie bereits den größten Teil des vergangenen Jahres geschlossen. Öffnungstermine hat die Regierung noch nicht genannt.

SKD arbeitet Kolonialgeschichte auf

Die drei Völkerkundemuseen der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) an den Standorten Dresden, Leipzig und Herrnhut wollen ihre koloniale Geschichte aufarbeiten. Ein zentraler Bestandteil sei dabei die Restitution kultureller Objekte und die Rückführung menschlicher Gebeine an die Hinterbliebenen, teilten sie am Freitag mit. Dafür wurde eine neue Online-Plattform (http://www.skd.museum/dekolonisierung) gestartet. Diese solle zum Dialog einladen und mehr Transparenz im ethnologischen Diskurs über koloniale Diskriminierungsstrukturen schaffen, heißt es. Auf der Website sind auch Hintergründe zu abgeschlossenen und laufenden Projekten der Museen nachzulesen.

Vergewaltigungs-Anklage gegen Dieter Wedel

Die Staatsanwaltschaft München I hat Anklage gegen Regisseur Dieter Wedel wegen des Verdachts der Vergewaltigung erhoben. Das teilte die Behörde am Freitag mit. Es geht um einen Vorwurf aus dem Sommer 1996. Die Schauspielerin Jany Tempel gibt an, Wedel habe sie damals bei einem Vorsprechen in einem Münchner Hotel zum Sex gezwungen. Die Vorwürfe wurden Anfang 2018 bekannt. Damals beschuldigten drei Schauspielerinnen Wedel im "Zeit-Magazin", sie in den 90er Jahren sexuell bedrängt zu haben. Wedel, der mit TV-Mehrteilern wie "Der König von St. Pauli" zu den bekanntesten deutschen Regisseuren zählt, hatte den Vorwürfen per eidesstattlicher Erklärung widersprochen.

Leipziger Stiftung plant interkulturelles Orchester

Die Stiftung Friedliche Revolution in Leipzig will ein interkulturelles Laienorchester aufbauen. Im Rahmen des Projektes "Klänge der Hoffnung" würden rund 35 Musikerinnen und Musiker mit und ohne Fluchterfahrung gesucht, teilte die Stiftung mit. Das Orchesterprojekt sei zunächst auf drei Jahre angelegt. Seit 2016 fördert die Stiftung die Begegnung von Menschen mit und ohne Migrationshintergrund. Über die Zusammensetzung des Orchesters werde in einem Auswahlverfahren entschieden, hieß es. Die ersten Proben sind laut Stiftung im April vorgesehen. Jährlich sind etwa fünf bis acht Konzerte geplant, ein erster musikalischer Höhepunkt soll am 7. Oktober 2021 im Mendelssohnsaal des Leipziger Gewandhauses stattfinden.

Deutscher Buchhandlungspreis gestartet

Buchhändlerinnen und Buchhändler aus ganz Deutschland können sich ab Freitag bis zum 5. April wieder für den Deutschen Buchhandlungspreis bewerben. Ausgezeichnet werden von der Bundesregierung inhabergeführte, unabhängige Buchhandlungen mit einem erkennbaren Engagement für das Kulturgut Buch. Dazu zählen etwa ein breit gefächertes Sortiment an Büchern kleinerer und unabhängiger Verlage, innovative Geschäftsmodelle oder spezielle Kulturveranstaltungen sowie Leseprojekte für Kinder und Jugendliche. Auch digitale Veranstaltungen, Plattformen und andere kreative pandemiebedingte Ansätze werden prämiert. Die Gewinner erhalten jeweils ein Gütesiegel und Preisgelder bis zu 25.000 Euro. Die Preisverleihung soll am 7. Juli 2021 in Erfurt stattfinden.

Banksy bekennt sich zu Graffito

Der Graffiti-Künstler Banksy hat sich zu einem kürzlich an der Mauer eines ehemaligen Gefängnisses aufgetauchten Wandbild bekannt. Ein gestern beim Onlinedienst Instagram veröffentlichtes Video dokumentiert die Entstehung des Bildes auf dem Gebäude im britischen Reading, in dem früher der Schriftsteller Oscar Wilde eingesperrt war. Zu sehen ist ein von hinten aufgenommener Mensch, der mit Schablonen, Sprühdosen und Malerrollen hantiert. Das Graffito zeigt einen Menschen in Häftlingskleidung, der an einem Seil aus verknoteten Bettlaken an der Mauer herunterklettert. Am unteren Ende des Seils hängt eine Schreibmaschine. Das Gefängnis war 2013 geschlossen worden. Das Justizministerium, dem die ehemalige Haftanstalt gehört, will im März über die Umwandlung in einen Ort der Kunst entscheiden.

K-Pop-Band BTS "leistungsstärkste Künstler"

Die K-Pop-Band BTS ist vom Weltverband der Phonoindustrie (IFPI) zum "Global Recording Artist of the Year 2020" gekürt worden. Der Preis berücksichtigt die weltweite Leistung eines Acts in digitalen und physischen Musikformaten im Laufe des Jahres. Die US-Sängerin Taylor Swift wurde Zweite, der kanadische Rapper Drake Dritter. BTS hatte als erster koreanischer Pop-Act mit der englischsprachigen Single "Dynamite" Platz 1 der US-amerikanischen Billboard Hot 100-Single-Charts erreicht und ist für die Grammys nominiert. Vom Time Magazine war sie bereits als Entertainer des Jahres ausgezeichnet worden.

Schauspielerin Katharina Matz ist tot

Die Schauspielerin Katharina Matz ist im Alter von 90 Jahren gestorben. Das hat das Deutsche Theater in Berlin einen Tag nach ihrem Tod mitgeteilt. Ihre Karriere hatte 1954 begonnen, nachdem sie Wolfgang Langhoff nach der Ausbildung in Magdeburg an die Spree geholt hatte. Bald darauf wechselte Katharina Matz zu Ida Ehre an die Hamburger Kammerspiele und dann ans Thalia Theater. Noch bis Anfang vergangenen Jahres arbeitete sie mit Regisseuren wie Jürgen Flimm, Leander Haußmann und Stephan Kimmig zusammen. Ebenfalls seit 1954 drehte Katharina Matz auch für Kino und Fernsehen. Ihre letzte TV-Rolle spielte sie 2020 im Tatort "Ein paar Worte nach Mitternacht".

Haushaltsausschuss stimmt für "Neustart Kultur"

Auch der Haushaltsausschuss des Bundestags hat für eine zusätzliche Milliarde Euro für das Corona-Hilfsprogramm "Neustart Kultur" gestimmt. Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) hatte sie Kunst- und Kulturschaffenden bereits Anfang Februar versprochen; das Kabinett hatte zugestimmt. Ausgebaut werden damit Stipendien-Programme im Bereich Musik, Literatur und Darstellende Künste und neue Programme, mit denen nach Aussage von Grütters "bisherige Förderlücken" geschlossen werden sollen. Spartenübergreifend soll Theatern, Konzerthäusern, Festivals und Clubs bis zur Wiederaufnahme des Betriebs geholfen werden.

Jean-Luc Godard zieht sich zurück

"Ich beende mein Leben als Filmemacher, mein Leben als Regisseur, indem ich diese beiden Drehbücher fertig stelle. Dann verabschiede ich mich von den Filmen." Das sagte Jean-Luc Godard in einem Interview für das Kerala-Filmfestival in Indien. Das aktuelle Projekt des 90-Jährigen ist für den französisch-deutschen Fernsehsender Arte gedacht. Godard hat in seiner fast 70 Jahre währenden Karriere 54 Filme gemacht. "Außer Atem" mit Jean-Paul Belmondo und Jean Seberg war einer der ersten; "Bilderbuch" heißt der bislang letzte. 2010 erhielt der Meister der Nouvelle Vague einen Ehren-Oscar für sein Lebenswerk. Es war seine zwanzigste internationale Auszeichnung.

Erste Bären bei der Berlinale

Bei den virtuellen Filmfestspielen in Berlin sind die ersten Preisträger bekanntgegeben worden. In der Berlinale-Sparte "Kurzfilm" erhält Regisseurin Olga Lucovnicova aus Moldau einen Goldenen Bären für "Mein Onkel Tudor". Die 20 Minuten lange Koproduktion aus Belgien, Portugal und Ungarn erzählt von einem Kindheitstrauma in einer idyllisch erscheinenden Umgebung. Ein Silberner Bär geht nach China an Zhang Dalei für seine Geschichte über den Besuch beim Großvater. Die Preise sollen beim Berlinale-"Summer Special" im Juni verliehen werden. Der Jury gehörten der ägyptische Künstler Basim Magdy, die österreichische Kamerafrau Christine A. Maier und der deutsche Schauspieler Sebastian Urzendowsky an.

Streaming rettet Musikbranche

Die deutsche Musikindustrie ist gut durch das Pandemie-Jahr gekommen. Sie erwirtschaftete ein Plus von neun Prozent im Vergleich zu 2019. Zu verdanken ist das dem kontinuierlich wachsenden Streaminggeschäft, teilte der Bundesverband Musikindustrie mit. Denn damit sei fast drei Viertel des Umsatzes gemacht worden. Beim CD-Absatz war die zeitweilige Schließung von Geschäften nach den Branchenzahlen deutlich zu spüren: Der Anteil am Gesamtumsatz ging um fast ein Fünftel auf rund 22 Prozent zurück. Erstmals seit langem wieder auf Platz 3 ist die Schallplatte mit 5,5 Prozent Gesamtmarkt-Anteil vor den Downloads.

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