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Im Gespräch / Archiv | Beitrag vom 19.10.2016

Connie Palmen"Ein Schriftsteller ist ein Verräter"

Moderation: Susanne Führer

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Die niederländische Schriftstellerin Connie Palmen (dpa / picture alliance / Horst Galuschka)
Die niederländische Schriftstellerin Connie Palmen (dpa / picture alliance / Horst Galuschka)

Sie ist eine der berühmtesten niederländischen Autorinnen - auch im deutschsprachigen Raum. In ihrem neunten Buch "Du sagst es" geht es wieder um die Liebe, den Tod und die Literatur. Bei uns spricht Connie Palmen über den Preis des Ruhms und die TV-Serie "Bonanza".

"Bonanza" war eine der Serien, die die Niederländerin Connie Palmen regelmäßig im deutschen Fernsehen gesehen hat und die ihr dabei geholfen hat, die deutsche Sprache zu lernen. Seit 25 Jahren gehört sie zu den erfolgreichsten Autoren der Niederlande:

"Man zahlt einen Preis, wenn man berühmt ist, und der Preis hat damit zu tun, dass man über sich selbst liest, über sich selbst hört, das ist etwas Merkwürdiges. Man muss ziemlich stark sein, um diesen Blick von anderen nicht zu internalisieren, man muss denken, okay, das denken die anderen."

Schon mit ihrem 1993 erschienenen erster Roman "Die Gesetze" gelingt ihr der internationale Durchbruch. Vor kurzem wurde ihr neuntes Buch auf Deutsch veröffentlicht, der Roman "Du sagst es", über das Schriftsteller- und Ehepaar Sylvia Plath und Ted Hughes. Wie so oft bei Connie Palmen dreht es sich auch in ihrem neuen Buch  um die Themen  Liebe,  den Tod, das Leben und die Literatur. Von melodramatischen Geschichten fühle sie sich angezogen: "Ich lebe für das Schreiben und die Liebe".

Schon als Kind hatte sie den Wunsch, Schriftstellerin zu werden. "Die Macht des Wortes" begeistert Palmen, aber sie räumt auch ein,  Schriftsteller kämen nur in die Nähe der Wahrheit: "Es gibt nämlich keine Wahrheit über eine Person, eine Person entsteht immer in einer Situation."

Die Schicksalsschläge ihres Lebens

Was ist wahr, was ist Fiktion? Diese Fragen sind  bei zwei Werken von Connie Palmen  (1999: M. Ischa Meijer, In Margine, In Memoriam, 2013: Logbuch eines unbarmherzigen Jahres) besonders evident, denn in diesen Büchern beschreibt  sie mit großer Offenheit Schicksalsschläge in ihrem eigenen Leben: Zweimal hintereinander liebt sie einen Mann, der nach wenigen Jahren des Zusammenseins stirbt.

"Ein Schriftsteller ist ein Verräter, weil er offenbaren will - Verrat ist natürlich auch Offenbarung. Er will das zeigen, was andere verbergen, er will nicht das Geheimnis, das erträgt er nicht. Er will entdecken, das ist was ein Schriftsteller tut. Aber er will auch sagen, erzählen, was er gesehen hat und ja, ich denke, es ist für Menschen in der Nähe von einem Schriftsteller oft gefährlich."

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