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Alte Musik / Archiv | Beitrag vom 09.12.2020

Concerto Criminale: Herzog Vincenzo Gonzaga I. von MantuaDer mit dem Degen spricht - der Arbeitgeber von Monteverdi

Von Richard Schroetter

Großaufnahme eines verzierten Griffes einer historischen Schnittwaffe. (imago images / Eibner-Pressefoto / Deutzmann)
Wer mit dem Herzog von Mantua einen Konflikt auszutragen hatte, musste "schlagfertig" sein. (imago images / Eibner-Pressefoto / Deutzmann)

22 Jahre wirkte Claudio Monteverdi am Hof von Mantua unter dem skrupellosen Herzog Vincenzo Gonzaga I. Der soll seinen verhassten Musik- und Hauslehrer Critchton ermordet haben. So ist es sicher kein Zufall, dass Monteverdi 1608 vorzeitig um Entlassung bat.

Über zwei Jahrzehnte lebte Claudio Monteverdi in Mantua. Dort sorgte er als Sänger, Geiger und Komponist für musikalische Unterhaltung - in Kirche und Ballsaal - für den Herzog Vincenzo Gonzaga I. Der galt als extrem skrupellos.

Reizbarer Herrscher

Was Monteverdi in diesen Jahren aus dem Umkreis seines herrschaftlichen Arbeitgebers an großen und kleinen Verbrechen, an Schreckensmeldungen zu Ohren kam, mag ihn so manche schlaflose Nacht gekostet haben. Gerüchte am Hof berichteten, dass der Herzog seinen Lehrer Critchton mitten in der Nacht ermordet haben soll - hinterlinks erdolcht.

Neben diesen Ereignissen am Hof, plagten Monteverdi die geringe Wertschätzung samt schlechter Bezahlung. Seine musikalischen Neuerungen, die schließlich die Gattung Oper begründeten, stießen auf wenig Interesse. Und so ersuchte er die vorzeitige Entlassung. Er hatte seine Fühler längst ausgestreckt, die schließlich Richung Venedig zeigten - doch der Herzog ließ ihn zappeln.

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