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Fazit / Archiv | Beitrag vom 03.04.2007

Computer statt Schippe

Wie die moderne Technologie die Archäologie verändert

Moderation: Liane von Billerbeck

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Ein Badehaus in Pompei (AP Archiv)
Ein Badehaus in Pompei (AP Archiv)

Wie stellen wir uns die Arbeit eines Archäologen vor? Er kriecht auf dem Boden herum, stößt mit der Schippe auf wertvolle Stücke und befreit sie mit dem Pinsel vom Staub der Jahrtausende. Nicht ganz falsch, aber heutzutage muss ein Archäologe genauso gut mit dem Computer wie mit dem Pinsel umgehen können.

Das Deutsche Archäologische Institut veranstaltet noch bis zum 6. April in Berlin seine 35. Internationale Jahreskonferenz für Computeranwendungen und quantitative Methoden in der Archäologie. Diskutiert wird dort, wie moderne Technik Licht in die Vergangenheit bringen kann.

Deutschlandradio Kultur sprach darüber mit dem Archäologen Dr. Axel Posluschny aus Frankfurt/M. Er beschäftigt sich mit der Vor- und Frühgeschichte und ist zurzeit an einem Grabungsprojekt über keltische Fürstensitze in Süddeutschland, Ostfrankreich und Böhmen aus der Zeit um 500 v. Chr. beteiligt – ein Projekt, das die Deutsche Forschungsgemeinschaft finanziert.

Von Billerbeck: Sind Sie vor Ort oder wie arbeiten Sie?

Posluschny: Ich arbeite in Frankfurt von meinem Büro aus. Es gibt Kollegen, die vor Ort auch ausgraben. (…) Ich versuche mit Hilfe so genannter geografischer Informationssysteme – das ist eine Verbindung von Datenbanken und grafischen Komponenten am Computer – herauszufinden, wie der Naturraum genutzt wurde, ob es Nutzungspräferenzen gab. (…)

Von Billerbeck: Was sehen Sie konkret am Computer?

Posluschny: Mein Mitarbeiter versucht, die archäologischen Fundstellen in eine Datenbank hineinzubekommen mit dem höchstmöglichen Informationsgehalt. Im wesentlichen verarbeite ich Informationen aus der Literatur oder aus den Denkmalpflege-Behörden mit den Fundstellenkoordinaten und den dazugehörigen Informationen zum Beispiel über die Datierung, die Art der Fundstelle – ob es eine Grab- oder Siedlungsfundstelle ist – und das wird am Computer kartiert mit verschiedenen Rechen- oder statistischen Verfahren ausgewertet.

(…)

Von Billerbeck: Ist der Beruf, wie Sie ihn jetzt ausüben, eigentlich noch der, den Sie mal ergriffen haben?

Posluschny: Ja. Ich denke, die Arbeit am Computer ist ja nur ein Teilaspekt. Wir können auf Ausgrabungen und die klassischen Methoden der Archäologie nicht verzichten. (…) Man muss Keramik analysieren, man muss Funde chronologisch einordnen können – das sind alles Grundlagen, die weiterhin Bestand haben, die man zum Teil mit dem Computer unterstützen kann. Aber der Computer macht den klassischen Archäologen nicht überflüssig.

Sie können das vollständige Gespräch für begrenzte Zeit in unserem Audio-on-Demand-Player nachhören.


Service:

Die 35. Internationale Jahreskonferenz des Deutschen Archäologischen Instituts findet vom 2. bis 6. April 2007 in Berlin statt.

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