Seit 05:05 Uhr Studio 9

Montag, 14.10.2019
 
Seit 05:05 Uhr Studio 9

Tonart | Beitrag vom 16.09.2019

Common: "Let Love""Liebe ist die Lösung"

Common im Gespräch mit Andreas Müller

Beitrag hören
Der Rapper Common steht auf der Bühne des Vega in Kopenhagen und hebt die Hand, um ins Publikum zu zeigen. (Picture Alliance / Gonzales Photo / Christian Larsen)
Der Rapper Common bei einem Live-Konzert. Er sieht Künstler in der Pflicht, die Zeit zu reflektieren" (Picture Alliance / Gonzales Photo / Christian Larsen)

Er sehe sich durchaus als Vorbild, sagt Rapper Common zum Erscheinen seines zwölften Studioalbums "Let Love". Deshalb gehe es auf dem Album auch um Themen wie Depressionen. Musikalisch orientiere er sich an "zeitloser" Musik, betont Common.

Der Rap-Musiker Common hat gerade sein zwölftes Studioalbum veröffentlicht. Der Titel "Let Love" sei durchaus programmatisch gemeint, sagt Common. Er glaube, mit Liebe ließen sich viele der Schmerzen auf der Welt lösen. Liebe will er dabei aktiv verstanden wissen "wie die Black Panthers" - nicht passiv.

Er bezieht sich auf das Liebesverständnis großer Persönlichkeiten vor allem dem Bürgerrechtsbewegung: Fred Hampton, Martin Luther King, Malcolm X oder Muhammad Ali etwa. "All diese Helden von mir, das waren Menschen der Liebe, sie haben dafür gekämpft."

Musiker mit Anliegen

Obwohl er schon so lange im Geschäft ist, sei er ein Künstler, der immer noch immer besser werden wolle, immer noch wachsen wolle, sagt Common. Er sehe sich dabei als Künstler mit Anliegen. Er sei auch deswegen gerade so froh und stolz, weil er mit "Let Love" eine Botschaft rüberbringen könne.

Auf der neuen Platte geht es um ernste Themen, um Depressionen, um den Umgang von Männern mit Frauen. Auf die Frage, ob er sich als Vorbild begreife, sagt er ganz entschieden: "Ja, das tue ich." Die große Nina Simone habe gesagt, die Pflicht des Künstlers sei, die Zeit zu reflektieren. Er wisse, dass er ein Vorbild sein müsse. "Denn wir haben diese Vorbilder nicht immer im Entertainment-Bereich."

Common sagt, dabei sei ihm durchaus bewusst, dass kein Vorbild perfekt sei: "Ich bin ein Mensch in seiner Unvollkommenheit. Aber ich will positive Energie, Ideen, Optimismus ausstrahlen, auch wenn es nur darin besteht, meine Kämpfe zu zeigen, weil sich andere Menschen dann darauf beziehen können und es verstehen können." Beispiel Schmerz: Jeder erfahre mal Schmerz – "in der Lage zu sein, darüber zu sprechen, und zu sagen, wie man da durchkommt, war wichtig für mich".

Inspiration durch zeitlose Musik

Musikalisch lasse er sich gerne von Musik inspirieren, die über den Tag hinaus Bedeutung habe, sagt Common. Wenn er kreiere, dann lasse er sich von Musik inspirieren, die sich als zeitlos erwiesen habe. "Ich nutze das als Inspiration" – auch wenn er die aktuelle Musik kenne.

Er nennt ganz konkrete, aus seiner Sicht zeitlose Songs: Stevie Wonders "Songs in the Key of Life", Marvin Gayes "What’s going on",  Radioheads "Kid A" und Gang Starrs "Take it personal". Diese Bezüge auf zeitlose Musik seien wohl ein Grund, warum seine Musik sich vielleicht anders anhöre als andere Musik heute. 

(mfu)

Mehr zum Thema

Black Pop Politics - Eine neue Ära der "Freedom Songs"?
(Deutschlandfunk Kultur, Tonart, 04.04.2016)

Mavis Staples: "Livin' on a high note" - Songs, die aufrichten sollen
(Deutschlandfunk Kultur, Tonart, 17.02.2016)

"Sound Of The Cities" - In Chicago klingt jeder Musikstil elegant
(Deutschlandfunk Kultur, Tonart, 28.07.2015)

Tonart

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur