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Kompressor | Beitrag vom 21.08.2019

Comic-Held verlässt Marvel-UniversumSpider-Man muss nun alleine kämpfen

Markus Dichmann im Gespräch mit Timo Grampes

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Eine Spiderman-Spielfigur hängt kopfüber vor einem Monitor. (unsplash / Jean Philippe Delberghe)
Wie geht es weiter? Die Kinozukunft Spider-Mans hängt am seidenen Faden. (unsplash / Jean Philippe Delberghe)

Es ist ein Schock für Comic-Fans: Spider-Man wird das Marvel-Universum verlassen. Hintergrund ist ein Streit zwischen Marvel und Sony. Es geht um viel Geld - darunter leiden werden die Zuschauer, wie Comic-Experte Markus Dichmann vermutet.

Spider-Man verlässt das Marvel-Universum. Die Nachricht darüber schlug in der Fanszene ein: Im Internet wird heiß diskutiert. Die Hintergründe dafür liegen in den 1990er-Jahren. Damals sei Marvel insolvent gewesen, berichtet Comic-Experte Markus Dichmann im Deutschlandfunk Kultur.

Alles sei deswegen verramscht worden: Die Filmrechte an Spider-Man wurden 1998 für sieben Millionen US-Dollar an Sony verkauft. In den Nuller-Jahren hatte Sony dann mit der Verfilmung von Spider-Man einen großen Erfolg: Milliarden Dollar sei durch die Trilogie eingenommen worden.

Deal zwischen Sony und Marvel

Doch dann ließ der Erfolg nach. Deswegen klopfte Sony bei Marvel an. Denn letztere hatten das Marvel-Universum aufgebaut – die Verfilmung der "Avengers"-Superhelden-Figuren. Es kam zum Deal: Marvel sollte die künstlerische Gestaltung übernehmen, Sony die Finanzierung und Vermarktung. Doch das Arrangement scheint, jetzt geplatzt zu sein.

Wer dafür verantwortlich ist, sei unklar, meint Markus Dichmann. Denn im Hintergrund habe, nachdem Disney vor Jahren Marvel aufgekauft habe, ein "cooperate powerplay" stattgefunden. Disney wollte nachverhandeln – vor allem finanziell; fünf Prozent an dem Einkünften waren anscheinend nicht genug, vielmehr sollte es eine 50-50-Beteiligung werden. Dass der Deal nun geplatzt sei, bedeute wohl, dass man sich nicht auf einen Kompromiss habe einigen können.

Der beste Darsteller wird abgezogen

Zukünftige werde Spider-Man nicht mehr Teil der Marvel-Avengers-Welt sein. Das sei schade, erklärte Markus Dichmann. Denn alle beteiligten Figuren würden einen gemeinsamen Erzählfaden weiterspinnen. Dieses Konzept sorge nicht nur bei den Zuschauern für Freude, sondern werde mittlerweile auch von anderen Filmstudios kopiert.

"Zur Erinnerung: Der aktuelle Avengers vom April, bei dem alle Helden zusammen auf der Leinwand waren, ist der erfolgreichste Kinofilm aller Zeiten. Ein riesiges Erzählspiel", so Markus Dichmann.

Nun sei einer der besten Darsteller, und zwar Spider-Man, aus dem Ensemble ausgenommen worden, unterstreicht Dichmann. "Ich finde, Spider-Man ohne Avengers ist ein anderer als mit. Und die Avengers ohne Spiderman sind auch nicht mehr das gleich Team."

Qualitätsverlust ist zu befürchten

Außerdem würde auch hinter den Kulissen eine wichtige Figur gehen: Kevin Feige. Er ist der Chefproduzent aus dem Hause Marvel und der Garant für die Kreativität und Qualität der Filme. Aber der Spiderman-Schauspieler Tom Holland wird weiterhin dabeibleiben.

Das Problem sei nun, dass die Geschichten unter dem Wegfall Spider-Mans leiden werden, vermutet Dichmann. Besonders schlimm sei aber, dass Sony nun versuchen werde, "die Kuh zu melken". Denn die Qualität der Sony-Filme sei sehr schlecht. Damit werde auch das Talent von Tom Holland vergeudet.

Hinzukomme, dass Marvel-Figuren wie die Fantastischen Vier oder X-Men, die in den 90er-Jahren verkauft worden waren und nun erst nach jahrelangen Rechtegezerre wieder zurückgeholt werden konnten, zurück bei Marvel seien. "Egal was man von Marvel und Disney im Hintergrund als Unternehmen halten mag, Marvels Figuren, das haben die letzten Jahre gezeigt, sind bei Marvel am Besten aufgehoben", erklärt Markus Dichmann.

(rzr)

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