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Kulturnachrichten

Samstag, 15. Dezember 2018

"Cold War" ist bester europäischer Film

"Cold War" ist der große Sieger der European Film Awards

Das polnische Liebesdrama "Cold War" von Pawel Pawlikowski ist der beste europäische Film des Jahres. Das gab die Europäische Filmakademie am Samstagabend bei einer Gala in Sevilla bekannt. Weitere Preise erhielt der Film unter anderem für die Regie, das Drehbuch und die beste Schauspielerin: Joanna Kulig bekam die Trophäe für die weibliche Hauptrolle. Der Italiener Marcello Fonte wurde als bester Schauspieler für "Dogman" geehrt. Die ebenfalls in der Kategorie "Beste Schauspielerin" nominierte Marie Bäumer ging leer aus. Sie war für ihre Rolle als Romy Schneider in "3 Tage in Quiberon" nominiert. Als beste Komödie wurde "The Death of Stalin" von Armando Iannucci ausgezeichnet. Die spanische Schauspielerin Carmen Maura wurde für ihr Lebenswerk geehrt.

4400 Jahre altes ägyptisches Grab entdeckt

Insgesamt enthält die Grabkammer 18 Nischen mit 24 Statuen

Ägyptische Archäologen haben ein etwa 4400 Jahre altes Grab in der Pyramidenanlage Sakkara nahe Kairo entdeckt. Dieses sei "außergewöhnlich gut erhalten, farbig und mit Skulpturen im Inneren", sagte Antikenminister Chaled al-Enani am Samstag vor geladenen Gästen und Journalisten in Sakkara. Das Grabmal gehöre einem Hohepriester mit Namen "Wahtye". Die Begräbnisstätte sei mit Szenen dekoriert, die den königlichen Priester mit seiner Mutter, seiner Frau und anderen Familienmitgliedern zeigten, erklärte das Antikenministerium. Demnach war "Wahtye" während der fünften Dynastie (2500 bis 2300 vor Christus) Hohepriester unter König Neferirkare. Insgesamt enthalte die Grabkammer 18 Nischen mit 24 Statuen.

Rostocker Kunstpreis 2018 für Kathrin Harder

Die Malerin wurde für ihre "zeitlosen und individuellen Werke" ausgezeichnet

Die Malerin Kathrin Harder ist mit dem Rostocker Kunstpreis ausgezeichnet worden. Er ist mit 10 000 Euro dotiert. Sie habe die Jury mit ihrer poetischen Bildsprache überzeugt, hieß es zur Begründung bei der Preisverleihung. Ihr Werke seien zeitlos und individuell, unbeeinflusst vom Kunstmarkt. Harder war Meisterschülerin bei Max Uhlig. Die Künstlerin arbeitet seit 2018 als Lehrbeauftragte am Caspar-David-Friedrich-Institut der Universität Greifswald. In ihrem abstrakten Malstil dominierten einfache Pinselstriche, die Formen und Objekte bilden, hieß es. Sie male oft monochromatisch - mit weißen oder beigen Strichen auf dunklem Untergrund oder schwarzen Strichen auf weißem Untergrund. Die hellen und dunklen Striche ergänzen und verflechten sich oft zu einem feinnervigem Yin-Yang-Kosmos.

Putin fordert Kontrollinstanz für Rap-Texte

Behörden hatten in jüngster Zeit rund ein Dutzend Rap-Auftritte untersagt

Der russische Präsident Wladimir Putin will den russischen Rap kontrollieren. Bei einem Treffen mit Kulturbeauftragten sagte er, es bringe nichts, Auftritte zu verbieten, weil die Texte falsche Werte verbreiteten. Vor allem die Verherrlichung von Drogen bereite ihm Sorgen. Stattdessen müssten Wege gefunden werden, Rap und andere Genres besser zu kontrollieren. Die Behörden untersagten in jüngster Zeit die Auftritte von rund einem Dutzend Rappern. Mindestens drei Musiker wurden festgenommen.

Länderstaatsvertrag für gute Bildung geplant

Bis Herbst 2020 will man einen Vertrag mit verbindlichen Standards vorlegen

Nach Angaben von Baden-Württembergs Kultusministerin Susanne Eisenmann planen die Bundesländer einen Länderstaatsvertrag für gute Bildung. Die Kultusministerkonferenz (KMK) habe sich bereits eindeutig dazu verpflichtet, einen solchen Weg zu beschreiten, schreibt Eisenmann in einem Gastbeitrag für FAZ.net. Bis Herbst 2020 wolle man einen Staatsvertrag vorlegen, um diesen in die Landesparlamente einbringen zu können. Man habe sich bereits auf einige Schwerpunkte verständigt: Bei Qualität, Vergleichbarkeit, Transparenz und Leistungsfähigkeit gebe es Nachholbedarf. Die Länder hätten in den vergangenen Monaten gemeinsam intensiv über die Inhalte beraten, die in einem Staatsvertrag berücksichtigt werden sollten. Dabei sei es insbesondere um verbindliche Standards gegangen - für die unterschiedlichen Schulabschlüsse, aber auch für die Lehrerausbildung, betonte die Ministerin.

Picasso-Sammler Gert Huizinga gestorben

Seine Sammlung bildet den Grundstock des Picasso-Museums in Münster

Der westfälische Picasso-Sammler und Museumsstifter Gert Huizinga ist tot. Er starb bereits am vergangenen Sonntag im Alter von 91 Jahren, wie das Kunstmuseum Pablo Picasso in Münster auf Wunsch der Familie mitteilte. Die umfangreiche Sammlung von weit mehr als 700 Grafiken von Pablo Picasso bildet den Grundstock des im Jahr 2000 eröffneten Picasso-Museums in Münster. Der Grafiker Huizinga hatte 1950 seinen ersten Picasso Linolschnitt erworben und bis in die 1970er Jahre weiter Grafiken des spanischen Künstlers gesammelt. Mit dem beständigen Wachsen der Sammlung hatten er und seine Ehefrau Jutta Huizinga entschieden, den Kunstschatz einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Sie überführten die Grafiken 1997 in eine Stiftung, aus der später das Museum Pablo Picasso hervorging. Gert Huizinga war bis zuletzt Mitglied im Stiftungskuratorium.

US-Regisseur Letts: "Theater ist besser als Kino"

"Eindrücklichste Erlebnisse im Theater gehabt"

Der US-Theaterregisseur Tracy Letts hat sich ausdrücklich zu seiner Liebe zur Bühne bekannt. Er sagte in einem Interview für das Theatermagazin "Rang 1" im Deutschlandfunk Kultur: "Das Theater ist besser als das Kino. Es hat eine besondere Kraft, wenn echte Menschen für andere Menschen im selben Raum spielen. Das können Film und Fernsehen niemals ersetzen." Man könne das sogar beweisen, so Letts weiter: "Wenn man an sein Leben als Zuschauer zurückdenkt, hat man die eindrücklichsten Erlebnisse im Theater gehabt." Tracy Letts wurde 2008 für sein Stück "August: Osage County" mit dem Tony-Award und dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet. Das komplette Interview ist in der Mediathek des Deutschlandfunk Kultur nachzuhören.

Grütters fordert Aufarbeitung der Kolonialgeschichte

Museen müssen bereit sein, sich offen der Frage einer Rückgabe zu stellen

In der Diskussion um die Aufarbeitung der deutschen Kolonialgeschichte haben sich Kulturstaatsministerin Monika Grütters und Michelle Müntefering, Staatsministerin für Internationale Kulturpolitik im Auswärtigen Amt, in einem Gastbeitrag in der FAZ zu Wort gemeldet. Über viele Jahrzehnte sei die deutsche Kolonialgeschichte "ein blinder Fleck in der Erinnerungskultur" gewesen. Museen und Sammlungen müssten bei der Ausstellung von Kulturgütern aus kolonialen Kontexten deren Herkunftsgeschichte darstellen. Außerdem müssten sie bereit sein, sich offen der Frage einer Rückgabe zu stellen.

Kritiker-Umfrage: Beste Ausstellung in Bundeskunsthalle

Museum Ludwig und Bundeskunsthalle mit bestem Ausstellungsprogramm

Die Bundeskunsthalle in Bonn hatte nach Ansicht von Kunstkritikern die beste Ausstellung des Jahres: Die Retrospektive mit dem Titel "The Cleaner" über das Werk der serbischen Künstlerin Marina Abramovic kam in der Umfrage der "Welt am Sonntag" unter neun Kritikern auf den ersten Platz. Dem Museum sei es gelungen, der vergänglichen Performance-Kunst "Vitalität und Schrecken zu verleihen", lautete ein Urteil. Das beste Ausstellungsprogramm bescheinigten die NRW-Kunstkritiker gleichermaßen zwei großen Häusern, dem Museum Ludwig in Köln und der Bundeskunsthalle. Auch andere Häuser bekamen Lob, etwa das LWL-Museum in Münster oder der Bielefelder Kunstverein. Die "Zitrone des Jahres" gab es für Wuppertal und den Vorstand des Von der Heydt-Museum für die Absage einer Ausstellung zum Thema "Aufklärung. Aufbruch zur Freiheit". Andere Kunstkenner kritisierten ausdrücklich den Umgang mit dem scheidenden Museumschef Gerhard Finckh, dessen Projekt gestrichen wurde.

Stasi-Gedenkstätte und Ex-Leiter schließen Vergleich

Knabes Ausscheiden ist Teil der Lösung

Nach monatelangen Debatten um die Abberufung des Direktors der Berliner Stasiopfer-Gedenkstätte Hohenschönhausen, Hubertus Knabe, gibt es eine einvernehmliche Lösung. Die Stiftung der Gedenkstätte und Knabe einigten sich auf sein Ausscheiden und schlossen einen Vergleich, der die laufenden Rechtsstreitigkeiten beendet. Weitere Einzelheiten teilte die Senatskulturverwaltung nicht mit. Knabe wird vorgeworfen, nicht entschieden genug gegen sexuelle Belästigungen von Frauen in der Gedenkstätte vorgegangen zu sein. Er weist das zurück. Verantwortlich für die Belästigungen soll Knabes Stellvertreter gewesen sein. Im September hatte der Stiftungsrat Knabe zum Frühjahr 2019 gekündigt und ihn bis dahin freigestellt. Daraufhin war er vor das Arbeitsgericht gezogen und hatte durchgesetzt, zwischenzeitlich wieder zur Arbeit kommen zu dürfen.

Schriftsteller Wilhelm Genazino gestorben

Genazino war Büchner- und Kleist-Preisträger

Der Schriftsteller Wilhelm Genazino ist tot. Wie heute bekannt wurde, starb er am Mittwoch nach kurzer Krankheit. Genazino wurde 1943 in Mannheim geboren und lebte als freier Autor in Frankfurt. Zunächst arbeitete er als Journalist unter anderem bei der Satire-Zeitschrift "Pardon". Später studierte er Germanistik. Genazino schrieb Hörspiele, bevor er mit seiner Angestellten-Romantrilogie "Abschaffel" (1977), "Die Vernichtung der Sorgen" (1978) und "Falsche Jahre" (1979) bekannt wurde. Genazinos Werk wurde in viele Sprachen übersetzt. Sein letzter Roman "Kein Geld, keine Uhr, keine Mütze" erschien im Frühjahr 2018. Die Protagonisten seiner Romane waren stets Außenseiter, die sich auf durchaus kreative Art mit dem Leben auseinandersetzen. Genazino nannte seine Anti-Helden, "Individualisten wider Willen". Für seine Werke erhielt der Literat viele Auszeichnungen, darunter den Georg-Büchner-Preis und den Kleist-Preis.

Bundestag bestätigt Buchpreisbindung

Börsenverein: Abgeordnete erkennen zentrale Rolle des Buches an

Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels begrüßt die Bestätigung der Buchpreisbindung durch den Bundestag. Das Parlament sei einer Empfehlung der Monopolkommission, die Buchpreisbindung abzuschaffen, nicht gefolgt. Die Buchpreisbindung sei eine Grundvoraussetzung für den deutschen Buchmarkt und stelle ein breites und vielfältiges Buchangebot sicher, hieß es. Der Börsenverein hat nach eigenen Angaben zwei Forschungsgutachten an die Justus-Liebig-Universität Gießen und das Institut für Handels- und Wirtschaftsrecht an der Universität Osnabrück vergeben. Diese sollen die Notwendigkeit der Buchpreisbindung unabhängig und umfassend sowie aus Sicht des Kartellrechts untersuchen. Ergebnisse sollen demnach im April 2019 vorgestellt werden.

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