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Fazit / Archiv | Beitrag vom 07.12.2010

Chronistin der Flux-Bewegung

Zum Tod der Fotografin Ute Klophaus

Christiane Vielhaber im Gespräch mit Frank Meyer

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Vielhaber: Sie war eine gestandene Person mit einer tiefen Stimme. (AP)
Vielhaber: Sie war eine gestandene Person mit einer tiefen Stimme. (AP)

Sie gilt als eine der bedeutendsten Fotografinnen der deutschen Nachkriegszeit. Bekannt wurde Ute Klophaus vor allem als Weggefährtin von Joseph Beuys. Sie starb im Alter von 70 Jahren in einem Hospiz in Wuppertal.

Ute Klophaus dokumentierte das Werk des Aktionskünstlers Joseph Beuys mit zahlreichen Fotoarbeiten. Fazit sprach mit der Kunstkritikerin Christiane Vielhaber über die Arbeiten der Fotografin, die sie auch persönlich kennenlernen durfte. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Gespräch:

Frank Meyer: Wie haben Sie Ute Klophaus getroffen, wie hat sie auf Sie gewirkt?

Christiane Vielhaber: Das war 1986 im Bonner Kunstverein. Das war ein Jahr nach dem Tod von Joseph Beuys. Er wäre an diesem Tage 65 Jahre alt geworden und es war eine Hommage. Und dazu hat man dann die Fotografien von Ute Klophaus gezeigt. Es sind alles Fotografien von Beuys' Aktionen gewesen. Ich hätte eher erwartet, als ich so den Pressetext gelesen hatte, dass da so ein esoterisches, vergeistigtes Wesen reinkommt, das irgendwie der Aura von Beuys erlegen ist. Richtig war vielmehr, dass sie eine gestandene Person war mit einer tiefen Stimme, eine kräftige Frau und unheimlich sympathisch. (…) Sie haben immer das Gefühl, sie war dabei, sie ist wirklich Zeitzeugin gewesen und hat das subjektiv rübergebracht mit der Kamera.

Meyer: Hatte sie selbst mit ihren Arbeiten Einfluss auf die Gegenwartskunst, auf zeitgenössische Künstler?

Vielhaber: Das kann ich so eigentlich nicht behaupten. (…) Es gibt eigenständige Arbeiten von ihr. Die eine Arbeit fand ich ganz toll, da ist sie 24 Stunden durch die Stadt Lüdenscheid gestreift und hat überall in die Fenster geguckt. Sie hat gemeint: Nicht die Architektur interessiert mich, sondern die Fenster sprechen. Und dann sieht man, was hinter diesen Fenstern ist. Manchmal geheimnisvoll, manchmal so ganz nebenbei.


Sie können das vollständige Gespräch mindestens bis zum 7.5.2011 als MP3-Audio in unserem Audio-on-Demand-Player nachhören.

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