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Donnerstag, 15.11.2018
 
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Kulturnachrichten

Montag, 11. Dezember 2017

Christoph Ransmayr erhält Würth-Preis

Eine Auszeichnung für besondere europäische Literatur

Der österreichische Schriftsteller Christoph Ransmayr erhält den Würth-Preis für Europäische Literatur. Als "gebildeter, weltsüchtiger Europäer" schaffe er formvollendete Sprachkunstwerke, erklärte die Jury. Er zeige darin, wie Kulturen über Raum, Zeit, Sprachen und Denksysteme hinweg miteinander verbunden seien. Ransmayr habe in den letzten dreißig Jahren die Erde bis in ihre entlegensten und wildesten Regionen erkundet und dies in Literatur gefasst. Der 1954 in Wels geborene Schriftsteller ist mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Unter anderem hat er den Heinrich-Böll-Preis und gemeinsam mit Salman Rushdie den Aristeion-Preis der Europäischen Union erhalten. Der mit 25.000 Euro dotierteWürth-Preis für Europäische Literatur wird seit 1998 alle zwei Jahre vergeben. Jurymitglied ist jeweils auch der vorhergehende Preisträger. Diesmal war das Peter Handke.

Damian Le Bas überraschend gestorben

Der britische Künstler war eine wichtige Persönlichkeit der Sinti und Roma Kunst

Der britische Künstler Damian Le Bas ist tot. Er starb am Samstag "völlig unerwartet" in seinem Haus im südenglischen Worthing im Alter von 54 Jahren. Das teilte die Berliner Galerie Kai Dikhas mit. Le Bas hatte sich einen Namen mit Collagen und der Bearbeitung von Landkarten gemacht. Er thematisierte in seinen Werken die eigene Herkunft aus einer Familie britischer Roma und war am ersten Pavillon der Sinti und Roma auf der Biennale in Venedig 2007 beteiligt. Noch für die laufende Spielzeit gestaltete er ein Bühnenbild am Gorki-Theater in Berlin. Er sei eine der treibenden Persönlichkeiten der Bewegung der Künstler und Künstlerinnen der Sinti und Roma in Europa gewesen, teilte die Galerie Dikhas mit. Le Bas hinterlässt seine Frau, die Künstlerin Delaine Le Bas, und einen erwachsenen Sohn.

Pantheon in Rom erhebt ab Mai Eintritt

2 Euro pro Person für Erhalt des Gebäudes und Sicherheit der Besucher

Das römische Pantheon, eine der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten der italienischen Hauptstadt, kostet vom 2. Mai an zwei Euro Eintritt. Ein entsprechendes Abkommen unterzeichneten Vertreter des Kulturministeriums und des Bistums Rom. Begründet wurde die Maßnahme in einer Mitteilung des Ministeriums mit Ausgaben für den Erhalt des Gebäudes und die Sicherheit der Besucher. Der Besuch von Gottesdiensten bleibt aber gratis. Das Pantheon, um 114 begonnen und unter Kaiser Hadrian zwischen 125 und 128 fertiggestellt, gehört zu den herausragenden Leistungen antiker Ingenieurskunst.

Das sind die Golden-Globe-Nominierungen

Unter anderen sind "Dunkirk" und "Lady Bird" im Rennen

Das Kriegsdrama "Dunkirk" und das Fantasymärchen "Shape of Water" gehen ins Rennen um den Golden Globe für das beste Drama. In der Komödien-Sparte haben unter anderem der Independent-Film "Lady Bird" und "The Disaster Artist" Gewinnchancen. Tom Hanks, James Franco, Meryl Streep und Saoirse Ronan sind unter den nominierten Schauspielern. Die Nominierungen für die Auszeichnungen des Verbands der Auslandspresse in 25 Film- und Fernsehkategorien wurden heute in Los Angeles bekanntgegeben. Die Trophäen in Form einer goldfarbenen Weltkugel werden am 7. Januar in Beverly Hills verliehen.

Jenas Theaterhaus-Chef wechselt nach Berlin

Marcel Klett fängt am 1.August 2018 am Maxim Gorki Theater an

Der Geschäftsführer des Theaterhauses Jena, Marcel Klett, wechselt nach Berlin. Ab dem 1. August werde er als Geschäftsführender Direktor des Maxim Gorki Theaters in Berlin tätig sein, teilten die Thüringer Staatskanzlei und die Berliner Senatskulturverwaltung mit. Der Wechsel in das Direktorium eines der aufregendsten Theater in Deutschland sei eine Herausforderung, auf die er sich sehr freue, sagte Klett. Aber "natürlich" falle es ihm nicht leicht, das Theaterhaus Jena zu verlassen. Marcel Klett arbeitete von 1995 bis 2000 in der freien Theaterszene Nordrhein-Westfalens als Dramaturg und Regisseur. Es folgten Stationen in Wuppertal und Dresden. Von 2004 bis 2007 war er gemeinsam mit Markus Heinzelmann künstlerischer Leiter und leitender Dramaturg des Theaterhauses Jena. Danach leitete Klett das Theater Bremen, ehe er 2013 als Geschäftsführer des Theaterhauses nach Jena zurückkehrte.

Katalonien-Krise zieht Kreise in der Kunstwelt

Proteste im katalonischen Lleida

Die Krise um die Unabhängigkeitsbestrebungen von Katalonien hat Auswirkungen auf die Kunstwelt: 44 Kunstschätze, die bis jetzt im Diözesanmuseum der katalanischen Stadt Lleida zu sehen waren, müssen nach Aragonien zurückgegeben werden. Unter heftigen Protesten von Demonstranten verpackten Experten die fragilen Exponate. Lange hatten die nordostspanische Region und das angrenzende Aragonien um die Kunstschätze gestritten. Die Stücke waren während des Spanischen Bürgerkriegs aus dem königlichen Kloster Santa María de Sigena in Aragonien entfernt und nach Katalonien gebracht worden. Jetzt entschied ein Gericht, dass die Werke zurückgegeben werden müssen. Vor dem Museum versuchten mehrere hundert Demonstranten, den Abtransport zu verhindern, wie die Nachrichtenagentur Europa Press berichtete. Die Polizei war mit einem Großaufgebot im Einsatz.

Steinmeier eröffnet Haus der Geschichte

Nach langen Umbauarbeiten präsentiert es eine neue Dauerausstellung

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat am Vormittag im Bonner Haus der Geschichte die neu gestaltete Dauerausstellung zur Geschichte Deutschlands seit 1945 eröffnet. Insbesondere die Darstellung der vergangenen 30 Jahre wird verstärkt präsentiert: Die Ausstellung nimmt etwa auch Themen wie den Terrorismus seit dem elften September 2001, Migration und Flüchtlingskrise, aber auch neue Technologien und die Digitalisierung mit auf. Außerdem werden Ereignisse mehr in ihren internationalen Zusammenhang eingebettet. Zu sehen ist unter anderem ein Flüchtlingsboot, das von der maltesischen Armee bei einem Rettungseinsatz beschlagnahmt worden war.Steinmeier sagte bei der Eröffnung, die Ausstellung zeige, dass die Errungenschaften einer liberalen Demokratie "nicht mit einer Ewigkeitsgarantie versehen" seien. Das 1994 auf Initiative von Bundeskanzler Helmut Kohl eröffnete Haus der Geschichte in Bonn ist mit rund 400.000 Besuchern im Jahr eines der meistbesuchten Museen der Bundesrepublik. Die Schau war im März wegen einer umfangreichen Sanierung des Glasdaches geschlossen worden.

Saudi-Arabien hebt Verbot von Kinos auf

Nach mehr als 35 Jahren werden im März 2018 die ersten Kinos wiedereröffnet

Saudi-Arabien wird nach eigenen Angaben erstmals seit mehr als 35 Jahren wieder Kinos erlauben. Das Lizenzierungsverfahren habe begonnen, teilte das saudische Ministerium für Kultur und Information mit. Die ersten Kinos würden voraussichtlich im März 2018 eröffnen. "Das markiert einen Wendepunkt in der Entwicklung der Kulturwirtschaft im Königreich", erklärte Kulturminister Auwad al-Auwad. Damit unternimmt das islamisch-konservative Land einen weiteren Schritt in Richtung einer gesellschaftlichen Liberalisierung. Im September hatte König Salman angeordnet, im nächsten Jahr das Fahrverbot für Frauen aufzuheben.

Schiller gibt erstes Pop-Konzert im Iran

Damit ist sie dort die erste westliche Band nach der islamischen Revolution

Der Hamburger Christopher von Deylen und seine Band Schiller werden als erste westliche Musikgruppe insgesamt fünf Pop-Konzerte in der Islamischen Republik Iran geben. Damit wird dort erstmals wieder eine westliche Band nach der islamischen Revolution vor 39 Jahren auftreten. Die ersten beiden Konzerte heute und morgen seien bereits restlos ausverkauft, so das iranische Musikportal Ritmenom, das die Konzerte auch veranstaltet. Schiller gehört unter Elektronik-Fans im Iran schon seit Jahren zu den beliebtesten europäischen Musikgruppen. Der 2008 geplante Auftritt des irischen Sängers Chris de Burgh in Teheran scheiterte damals an einem Veto des erzkonservativen Klerus, der westliche Musik als eine Verschwörung des Westens zur "kulturellen Invasion" eines islamischen Landes betrachtet. Seit dem Beginn der Präsidentschaft Hassan Ruhanis und besonders nach dessen Wiederwahl in diesem Jahr, führt die Regierung nicht nur politisch, sondern auch kulturell und gesellschaftlich einen weniger islamischen Kurs.

Digitalisierung droht Ungleichheiten zu verschärfen

Unicef-Studie: Internet eröffnet neue Wege des Kinderhandels

Die Digitalisierung bedeutet für Kinder weltweit Chancen, aber auch Risiken und Gefahren. Mit dem Internet drohten sich bestehende soziale und ökonomische Ungleichheiten weiter zu verschärfen, heißt es im Unicef-Jahresbericht "Kinder in einer digitalen Welt". Es bestehe eine digitale Kluft. Einer von drei Internetnutzern sei heute jünger als 18 Jahre. Zugleich hätten aber 29 Prozent der jungen Menschen im Alter von 15 bis 24 Jahren - vor allem in Afrika und arabischen Staaten - keinen Internetzugang. Das Netz erleichtere zudem sexuellen Missbrauch von Jungen und Mädchen und habe neue Wege des Kinderhandels eröffnet, warnte das UN-Kinderhilfswerk.

Autor Bachtyar Ali mit Nelly-Sachs-Preis ausgezeichnet

Ehrung für Völkerverständigung und Menschlichkeit

Der irakisch-kurdische Schriftsteller Bachtyar Ali hat in Dortmund den Nelly-Sachs-Preis erhalten. Die mit 15.000 Euro dotierte Auszeichnung ist einer der bedeutendsten Literaturpreise in Deuschland. Ali erhalte den Preis, weil er in seinen poetischen Romanen für Völkerverständigung und Menschlichkeit eintrete, hieß es. Der Autor musste aus politischen Gründen aus dem Irak fliehen und lebt seit Mitte der 90er Jahre in Deutschland. Ali schreibt in seiner Muttersprache, dem kurdischen Sorani. Bislang sind erst zwei seiner Romane auf Deutsch erschienen. Der Nelly-Sachs-Preis der Stadt Dortmund wird seit 1961 alle zwei Jahre verliehen. Zu den Preisträgern zählen unter anderem Elias Canetti, Nadine Gordimer, Rafik Shami und Margaret Atwood.

Christie's: "Salvator Mundi" von Kulturministerium gekauft

Teuerstes jemals bei einer Auktion verkauftes Kunstwerk

Entgegen anderslautender Berichte ist das Rekord-Gemälde "Salvator Mundi" von Leonardo da Vinci dem Auktionshaus Christie's zufolge vom Kulturministerium in Abu Dhabi ersteigert worden. Man könne bestätigen, dass das Ministerium für Kultur und Tourismus in Abu Dhabi das Kunstwerk erworben habe, schrieb Christie's in einer Mitteilung. Zuvor hatten das "Wall Street Journal" und die "New York Times" berichtet, der Käufer des Werkes sei der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman. Sie hatten sich dabei auf nicht näher genannte amerikanische Offizielle berufen. Das Jesus-Gemälde war für 450 Millionen Dollar (etwa 383 Millionen Euro) bei Christie's in New York versteigert worden. Damit wurde es nach Angaben des Traditionshauses zum teuersten jemals bei einer Auktion verkauften Kunstwerk. Der vor einem Monat eröffnete Louvre Abu Dhabi wird das Bild nach eigenen Angaben bald ausstellen.

William und Harry wählen Bildhauer für Diana-Statue aus

Ian Rank-Broadley wird Statue fertigen

Die beiden britischen Prinzen William und Harry haben den Bildhauer Ian Rank-Broadley für die Anfertigung einer Statue ihrer Mutter, Prinzessin Diana, ausgewählt. In einer Stellungnahme teilten die Brüder mit, dass die Statue anlässlich des 20. Jahrestags von Dianas Tod "eine passende und anhaltende Ehrung" an ihre Mutter schaffen und an ihr Leben und Vermächtnis erinnern solle. Von Rank-Broadley stammt das Bild der britischen Königin Elizabeth II., das auf britischen Münzen zu sehen ist. Der Bildhauer wird die Diana-Statue voraussichtlich bis zum Jahr 2019 abschließen. Sie wird auf dem Anwesen des Kensington-Palasts platziert, wo Diana einst gelebt hatte.

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