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Fazit / Archiv | Beitrag vom 03.03.2019

Christoph Pauli zum Tod von Werner Schneyder"Nie angebiedert, immer fair"

Christoph Pauli im Gespräch mit Eckhard Roelcke

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Der österreichische Kabarettist Werner Schneyder (picture alliance/dpa/Michael Reichel)
Der österreichische Kabarettist Werner Schneyder ist im Alter von 82 Jahren gestorben. (picture alliance/dpa/Michael Reichel)

Der Kabarettist und Sportkommentator Werner Schneyder ist im Alter von 82 Jahren gestorben. Mit Dieter Hildebrandt bildete er ein kongeniales Duo. Sein langjähriger Weggefährte Christoph Pauli beschreibt ihn als schlagfertigen Perfektionisten.

Er war auf vielen Bühnen zu Hause, nicht nur auf den Kabarettbühnen. Der 1937 in Graz geborene Werner Schneyder war Schauspieler, Autor, Regisseur und Sportkommentator. In der Münchner Lach- und Schießgesellschaft hat er Kabarett-Geschichte geschrieben, im Duo mit Dieter Hildebrandt war er unschlagbar. Im Alter von 82 Jahren ist er nun in Wien gestorben.

Der Pianist Christoph Pauli hat fast 40 Jahre lang mit Werner Schneyder intensiv zusammengearbeitet und erzählt von seiner ersten Begegnung mit Werner Schneyder:

"Ich war damals Meisterklassenstudent und gab der Tochter von Sammy Drechsel Klavierunterricht. Er war Gründer der Münchner Lach- und Schießgesellschaft. Zu dieser Zeit spielte Werner Schneyder mit Dieter Hildebrandt das vorletzte ‚Duo‘-Programm. Der damalige Pianist der beiden fiel aus. Drechsler meinte, der Klavierlehrer meiner Tochter könnte das auch. Das war auch das Ende meiner Konzertpianistenlaufbahn, wofür ich heute in der Rückschau total dankbar bin."

Rhetorisch brillant, fair und kultiviert

Pauli berichtet aber auch von generationenübergreifenden Kämpfen um die Musik: Schneyder, der eine Generation älter war, sei "musikalisch eher konservativ gewesen".

Pauli hat an Schneyder dessen "unfassbare Gabe, Gedanken, die er hatte, so blitzsauber rhetorisch brillant umzusetzen", bewundert und dass er überhaupt nicht käuflich gewesen sei, seine Meinung immer vertreten habe und nie davon abgekommen sei. "Er blieb sich selber immer treu, hat sich nie angebiedert, hat immer gern gestritten – immer fair und kultiviert."

Das Duo der Gegensätze

Das Spannende am Duo Hildebrandt-Schneyder sei die Gegensätzlichkeit der beiden gewesen. Hildebrandt habe die Improvisation geliebt, während Schneyder "das komplette Gegenteil, ein totaler Perfektionist", gewesen sei und sein Manuskript fast immer 1:1 auf die Bühne gebracht habe. Auf der Bühne sei dann immer wieder um die Mitte gekämpft worden.

Obwohl Boxen Schneyders große Leidenschaft gewesen sei, habe er darunter gelitten, dass man ihn vor allem als Boxkommentator und aus dem Sportstudio kannte und er nur ganz selten als Kabarettist angesprochen wurde.

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