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Mittwoch, 26.09.2018
 
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Kulturnachrichten

Freitag, 14. September 2018

Christoph Marthaler erhält Ibsen-Preis

Auszeichnung gilt als Nobelpreis des Theaters

Der Schweizer Regisseur Christoph Marthaler, seit diesem Jahr Chef-Regisseur der Ruhrtriennale, ist mit dem Internationalen Ibsen-Preis ausgezeichnet worden. Der 66-Jährige nahm die mit umgerechnet rund 260 000 Euro dotierte Ehrung in Oslo entgegen. Marthaler habe beträchtlich zur Entwicklung des Theaters als Kunstform beigetragen. Der Schweizer hat in Theatern und Opernhäusern vor allem in seiner Heimat, in Deutschland und in Österreich gearbeitet. Er kombiniert große Bühnenbilder, Gesang und Tanz mit stillen Szenen und viel Gestik. Im vergangenen Jahr hatte er den Theaterpreis "Der Faust" des Deutschen Bühnenvereins für die Inszenierung "Lulu" an der Staatsoper Hamburg bekommen. Der internationale Ibsen-Preis gilt als einer der prestigeträchtigsten Theaterpreise der Welt. Er wird vom norwegischen Staat finanziert. Frühere Preisträger waren zum Beispiel die französische Theatermacherin Ariane Mnouchkine, Autoren wie Jon Fosse und Peter Handke und der deutsche Komponist und Musiker Heiner Goebbels.

Händler will unbekannten Rembrandt entdeckt haben

Im Mai wurde bereits ein unbekanntes Rembrandt-Porträt vorgestellt

Der niederländische Kunsthändler Jan Six hat nach eigener Darstellung ein weiteres bislang unbekanntes Werk des holländischen Meisters Rembrandt entdeckt. Er habe das Gemälde "Lasset die Kindlein zu mir kommen" beim Kölner Auktionshaus Lempertz bereits 2014 als Werk Rembrandts identifiziert, sagte Six der Tageszeitung "De Volkskrant". Gemeinsam mit einem nicht genannten Investor habe er das Gemälde für rund 1,5 Millionen Euro ersteigert. Der Rembrandt-Experte Ernst van de Wetering soll es nach den Worten des Händlers als Frühwerk des Malers ansehen. Six hatte bereits im Mai international Furore gemacht, als er das bis dahin unbekannte Rembrandt-Gemälde "Porträt eines jungen Mannnes" vorgestellt hatte. Das Gemälde wird noch restauriert und soll nächstes Jahr in Leiden ausgestellt werden.

Der "Stern" zeigt falsche Hitler-Tagebücher

Tagebücher waren einer der größten Skandale der Mediengeschichte

Das Hamburger Magazin "Stern" lädt zu seinem 70. Geburtstag an diesem Samstag zu einem Tag der offenen Tür in die Redaktionsräume am Hafenrand ein. Erstmals zeigt der Verlag dabei aus seinen Beständen öffentlich auch sieben der gefälschten Hitler-Tagebücher, die 1983 einen der großen Medienskandale der Nachkriegszeit auslösten. Die Kladden stehen allerdngs nicht im Mittelpunkt der Veranstaltung, sondern sind nur einer unter zahlreichen Programmpunkten. Den gesamten Tag bietet der Verlag Gruner + Jahr Führungen an, bei denen die Produktion des Blattes erklärt wird. Reporter, Fotografen, Grafiker und Karikaturisten des "Stern" berichten über ihre Arbeit und diskutieren über aktuelle Themen aus Politik und Journalismus.

2019 soll neues Holocaust-Museum in Ungarn öffnen

Es ist der fünfte Ort in Budapest, an dem die Judenvernichtung dokumentiert wird

Ungarns Regierung hat für 2019 die Öffnung des Holocaust-Museums "Haus der Schicksale" in Budapest angekündigt. Besitzerin des Museums werde die jüdische Gemeinschaft sein. Die Regierung wolle dafür umgerechnet 6,1 Millionen Euro zur Verfügung stellen. Aufgabe des neuen Museums sei es, persönliche Schicksale vorzustellen. Eigentlich war die Eröffnung bereits im Jahr 2014 geplant gewesen. Aber es hatte aus der jüdischen Gemeinde den Vorwurf gegeben, die Regierung betreibe Geschichtsumschreibung. Im Zweiten Weltkrieg wurden mehrere hunderttausend Juden aus Ungarn ermordet. Der größte Teil wurde nach der deutschen Besetzung Ungarns ins Vernichtungslager Auschwitz deportiert. Viele staatliche Institutionen unter anderem in den Provinzverwaltungen kollaborierten.

Intendant Metzger hört bei Radio Bremen auf

Zweite Amtszeit endet am 31. Juli 2019

Radio Bremen bekommt im nächsten Jahr einen neuen Intendanten. Amtsinhaber Jan Metzger wolle aus persönlichen Gründen nicht für eine dritte Amtszeit kandidieren, teilte der Sender mit. Nach 35 Jahren Arbeit im öffentlich-rechtlichen Rundfunk wolle er sich anderen Dingen zuwenden, so Metzger. Seine zweite Amtszeit endet am 31. Juli 2019. Rundfunk- und Verwaltungsrat bezeichneten den Schritt des 62-Jährigen als großen Verlust für Radio Bremen. Die Position des Intendanten soll nun öffentlich ausgeschrieben werden.

Islamische Gebete in Hagia Sophia bleiben verboten

Das ursprünglich christliche Gebäude ist seit 1934 ein Museum

Islamische Gebete in der Hagia Sophia in Istanbul bleiben weiter untersagt. Das türkische Verfassungsgericht lehnte die entsprechende Klage eines privaten Vereins ab. Das berichten türkische Medien. Der Verein drängt den Staat seit 2004, die Hagia Sophia für islamische Gebete und Gottesdienste zu öffnen, scheiterte damit jedoch regelmäßig. Präsident Erdogan hat mehrfach seine Sympathie für einen solchen Schritt geäußert. Die 537 geweihte Hagia Sophia war bis zur Eroberung Konstantinopels durch die Osmanen 1453 das größte Gebäude der Christenheit. Dann wurde sie zur Moschee umgewandelt. 1934 machte der säkulare Staatsgründer Kemal Atatürk daraus ein Museum. Seitdem fordern konservative Muslime immer wieder eine Rückumwandlung des Gebäudes in eine Moschee. Für orthodoxe Christen ist das Gebäude nach wie vor ein kultureller Fixpunkt. Im Juni 2017 sorgte eine anlässlich des Fastenmonats Ramadan vom türkischen Religionsministerium veranstaltete Koranlesung in der Hagia Sophia für scharfe Kritik von christlichen Vertretern.

Cynthia Nixon unterliegt bei Vorwahlen der Demokraten

Der Star aus "Sex and the City" wollte Gouvernin von New York werden

Die aus der Fernsehserie "Sex and the City" bekannte Schauspielerin Cynthia Nixon hat das Rennen um den Gouverneursposten von New York verloren: Bei den Vorwahlen der Demokraten unterlag sie klar Amtsinhaber Andrew Cuomo, der nun bei der Wahl im November mit sehr guten Chancen gegen den Republikaner Marc Molinaro und die Unabhängige Stephanie Miner antreten wird. Nach vorläufigen Ergebnissen kam Cuomo bei den Vorwahlen der Demokraten auf 65 Prozent der Stimmen, Nixon kam auf rund 35 Prozent. Wahlberechtigt waren ausschließlich Mitglieder Demokraten. In Umfragen vor der Wahl hatte sich bereits abgezeichnet, dass Cuomo das Rennen machen würde. Er hatte die Unterstützung des Partei-Establishments und von Medien wie der "New York Times". Die 52-jährige Nixon hatte sich unter anderem für die Legalisierung von Cannabis, für kostenlose Bildung, niedrigere Mieten und die Rechte von Lesben und Schwulen eingesetzt.

Morgen öffnet Außenstelle vom Victoria & Albert Museum

Museum gibt der schottischen Hafenstadt Dundee Hoffnung auf Aufschwung

Die weltweit erste Außenstelle des Londoner Victoria & Albert-Museums wird an diesem Samstag in der schottischen Hafenstadt Dundee eröffnet. Stadtväter und Museumschefs erhoffen sich davon eine Wiederbelebung des ehemaligen Schifffahrts- und Handelszentrums an der Nordostküste Schottlands. Dundee hat rund 150 000 Einwohner. Erbaut wurde das spektakuläre Museum an der Tay-Mündung von dem japanischen Architekten Kengo Kuma, der auch das Stadion für die Olympischen Spiele in Tokio 2020 baut. Die Kosten für das neue Design-Museum wurden auf umgerechtnet 91,1 Millionen Euro beziffert.

Orgelbau und Orgelmusik sind Immaterielles Kulturerbe

Die Urkunden wurden an Vertreter der Zunft überreicht

Vertreter von Orgelbauern und Orgelmusikern haben die Unesco-Urkunde zur Auszeichnung als Immaterielles Kulturerbe der Menschheit erhalten. Die Präsidentin der Deutschen Unesco-Kommission, Maria Böhmer, sprach in einem Grußwort in Berlin von einer großen, "über Generationen gepflegte und weltweit beachtete Tradition". In der ganzen Welt würden deutsche Betriebe in Kirchen und Konzerthäusern wunderbare Orgeln bauen. Deutschland ist nach Unesco-Angaben eines der weltweit wichtigsten Länder für die Entwicklung des Orgelbaus und der Orgelmusik. 400 handwerkliche Orgelbaubetriebe mit etwa 2.800 Mitarbeitenden, 180 Auszubildenden sowie 3.500 hauptamtlichen und Zehntausenden ehrenamtlichen Organistinnen und Organisten prägen das Handwerk und die Kunst des Orgelbaus und der Orgelmusik hierzulande. Die Unesco hatte die Kulturform im Dezember 2017 im südkoreanischen Jeju in die Liste der Immateriellen Kulturerbe aufgenommen.

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