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Im Gespräch / Archiv | Beitrag vom 05.01.2018

Choreograf und Tänzer Rhys Martin "Tanzen ist für mich seelische Nahrung"

Moderation: Gisela Steinhauer

Choreograf und Tänzer Martin Rhys (Deutschlandradio - Andreas Buron)
Choreograf und Tänzer Rhys Martin (Deutschlandradio - Andreas Buron)

Tanz ist sein Leben – seit Jahrzehnten: Mittlerweile arbeitet Rhys Martin als Choreograf und Regisseur. Dabei liebt er es zu experimentieren, mischt klassisches Ballett mit Breakdance. Und an der Universität der Künste in Berlin unterrichtet er den Nachwuchs.

Seit über 40 Jahren dreht sich alles im Leben des Australiers Rhys Martin ums Tanzen. Für ihn sei tanzen seelische Nahrung:

"Man kann im Stillen oder im Stehen tanzen, man kann auch mit den Gedanken tanzen, mit seiner Präsenz allein tanzen. Grundsätzlich sind wir uns einig, das hat mit Bewegung zu tun. Man bewegt sich in den Raum, und sobald man sich in den Raum bewegt, ist man anders. Es hat viel mit Leben zu tun, mit Gegenwart, mit der Wahrnehmung von sich als organischer, lebendiger Stoff und Substanz gegenüber seinem Umfeld, dem Raum anderer Leute."

Ende der 70er-Jahre gehörte er zu den Gründungsmitgliedern der australischen One Extra Dance Company. Ihm gelang eine internationale Karriere.  1981 kam er nach Deutschland und tanzte zunächst Reinhild Hoffmanns Tanztheaterensemble in Bremen.

"Deutschland ist überhaupt die Adresse, wenn man wirtschaftliches Überleben mit tänzerischem Ehrgeiz verbinden will, deshalb ist Deutschland voll mit Ausländern - all die Kompagnien. Sicherlich im Vergleich zu Amerika oder dem Rest von Europa und dem Rest der Welt ist Deutschland schon ein Ort, wo man Geld dafür ausgibt, dass man tanzt."

"Ein Wanderer zwischen den Welten"

Trotz teilweise schwerer Verletzungen wie einem Halswirbelbruch schafft es Rhys Martin zehn Jahre selber zu tanzen. 1986 wechselt er hinter die Bühne.

Als Choreograf und Regisseur liebt er es zu experimentieren. Er mischt klassisches Ballett mit Breakdance wie zuletzt bei einer Neuinszenierung der West-Side-Story in Ulm vor zwei Jahren. "Ich bin ein Wanderer zwischen den Welten", sagt Rhys. Das gefällt dem Publikum und der Fachwelt, die seine Inszenierungen mehrfach auszeichnet.  Seit 17 Jahren hat er auch eine Professur an der Universität der Künste in Berlin inne. Dort unterrichtet er sowohl im Bereich Musical als auch zeitgenössischen Tanz.

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