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Kulturnachrichten

Montag, 28. September 2015

Chinesischer Pavillon der Kaiserzeit öffnet in Dresden

Gebäude kam als Geschenk Chinas nach Deutschland

Nach mehr als 18 Jahren ist in Dresden der einzige historische Pavillon der chinesischen Kaiserzeit in Deutschland wieder zugänglich. Am Donnerstag wird er im Stadtteil Weißer Hirsch wieder eröffnet, teilte der Verein zum Wiederaufbau des Pavillons heute mit. Das Gebäude, das als Geschenk der chinesischen Regierung zur ersten Internationale Hygiene-Ausstellung im Jahr 1911 in Dresden aufgebaut wurde, diente im Kurort Bad Weißer Hirsch als Lesehalle und Kurcafé, im Zweiten Weltkrieg als Lazarett und danach als Gaststätte, Lesecafé und Büro. In den 1990er Jahren verfiel das Bauwerk, doch durch eine Initiative zum Wiederaufbau des Pavillons, wurde es als nationales Kulturgut in die Staatsförderung aufgenommen. Mit Spenden sowie Zuschüssen von Bund und Land kamen rund eine Million Euro für die Sanierung zusammen. Denkmalgerecht sei das Gebäude wiederhergestellt, aber nicht fertig ausgebaut, sagte Vereins-Ehrenpräsident Malte von Bargen. Dafür und für die Außenanlagen fehle noch etwa eine Viertelmillion Euro. Ab 2016 kann der Pavillon auch von der Öffentlichkeit genutzt werden und soll als Begegnungsstätte für den deutsch-chinesischen Austausch dienen.

Banksy gibt Dismaland-Material an Flüchtlinge weiter

Installation war am Wochenende zu Ende gegangen

Der britische Street-Art-Künstler Banksy will das Material für seinen schaurigen Anti-Vergnügungspark Dismaland für Flüchtlinge im französischen Calais zur Verfügung stellen. Das wurde auf der Internetseite der erfolgreichen Installation bekanntgegeben. Das komplette Bauholz und weitere Anlagen würden nach Calais geschickt, um Flüchtlingsunterkünfte zu bauen, heißt es auf der Seite. Dismaland war bis Sonntag fünf Wochen lang in der westenglischen Küstenstadt Weston-super-Mare zu sehen, täglich kamen rund 10 000 Besucher auf das Gelände. "Dismaland" ist ein Wortspiel, das sich an "Disneyland" anlehnt, aber auch an das englische "dismal" (trübselig) erinnert. In Dismaland war viel schwarzer Humor zu bewundern, darunter unter anderem ein niedergebranntes Märchenschloss. Auf dem Gelände fanden auch Konzerte und Ausstellungen statt, etwa mit der russischen Punkrock-Band Pussy Riot.

Bundesverdienstkreuz für Pumuckl-Zeichnerin

Barbara Schmidt von Johnson illustrierte die Geschichten zum rothaarigen Kobold

Die grafische Mutter des "Pumuckl", Barbara Schmidt von Johnson, erhält das Bundesverdienstkreuz am Bande, teilte das bayerische Kultusministerium mit. Die Illustratorin, Graphikerin und bildende Künstlerin wird für ihren Einsatz für das Gemeinwohl ausgezeichnet. Die Münchnerin nutze ihre künstlerische Begabung, um sich in mannigfaltiger Weise für Kinder und Jugendliche einzusetzen, und illustriere liebevoll Kinder-, Jugend- und Schulbücher. Schmidt von Johnson verlieh dem Kobold "Pumuckl" das äußere Erscheinungsbild, "das seither mehrere Generationen vor Augen haben", heißt es in der Mitteilung. Die Schriftstellerin Ellis Kaut, die den "Pumuckl" in ihren Büchern geschaffen hatte, war in der vergangenen Woche im Alter von 94 Jahren gestorben. Barbara Schmidt von Johnson wird in München die Ehrung zuteil.

Erster Studiengang für Weltmusik in Deutschland

Fokus liegt auf türkisch-arabisch-persischer Musikkultur

Weltmusik kann man jetzt auch in Deutschland studieren. Der erste Bachelor-Studiengang Weltmusik wird an der Popakademie Baden-Württemberg in Mannheim angeboten. Der Fokus liegt auf der türkisch-arabisch-persischen Musikkultur. Es werden die türkische Laute Baglama, die Kurzhalslaute Oud und die Perkussion des mittleren Ostens gelehrt. Für diesen Bereich gebe es bisher in Deutschland keine Studiengänge, begründete Udo Dahmen, Künstlerischer Direktor und Geschäftsführer der Popakademie die Motivation, das neue Fach zu schaffen. In Deutschland gebe es eine sehr große Bevölkerungsgruppe, die mit dieser Musik verbunden sei. "Deren Kinder, die mittlerweile im studienfähigen Alter sind, sollten ja auch eine Chance haben, diese Instrumente hier zu lernen", sagte Dahmen im Deutschlandradio Kultur. Beim neuen Weltmusik-Studiengang gehe es auch darum, mit der orientalischen Musik auf der Basis der Popmusik, Neues zu schaffen. Die Kosten trägt das Land Baden-Württemberg.

Joana-Maria-Gorvin-Preis an Kirsten Dene

Die Schauspielerin spielt vor allem am Theater

Die Wiener Burgschauspielerin Kirsten Dene (72) erhält den mit 10 000 Euro dotierten Joana-Maria-Gorvin-Preis. Sie gehöre zu jenen großen Schauspielerinnen, "die, wenn sie die Bühne betreten, uns in Bann zu schlagen und beseligend zu betören vermögen", begründete die Jury die Wahl. Seit den 1960er Jahren spielt Kirsten Dene fast ausschließlich am Theater. 1970 lernte sie Claus Peymann als Intendanten am Staatstheater Stuttgart kennen und ging mit ihm 1986 zum Burgtheater in Wien. 2010 erhielt sie den Gertrud-Eysoldt-Ring 2010 für ihr Lebenswerk. Der Preis ist nach der in Rumänien geborenen Schauspielerin Joana Maria Gorvin (1922-1993) benannt. Er wird alle fünf Jahre von der Berliner Akademie der Künste im Auftrag der Gorvin-Stiftung vergeben und würdigt die überragende Leistung einer Theaterkünstlerin im deutschsprachigen Raum. Kirsten Dene erhält die Auszeichnung am 9. Dezember am Burgtheater Wien.

Weltdokumentenerbe: Fünf deutsche Nominierungen

Unesco-Komitee tagt in Abu Dhabi

Fünf deutsche Werke könnten in diesem Jahr in das Weltdokumentenerbe der Unesco aufgenommen werden. Von Sonntag an berät das Internationale Komitee für das "Memory of the World"-Programm in Abu Dhabi über die Neuaufnahmen, wie die Deutsche Unesco-Kommission in Bonn mitteilte. Insgesamt liegen 88 Nominierungen vor, aus Deutschland frühe Schriften der Reformationsbewegung und Johann Sebastian Bachs Autograph der h-Moll-Messe. Gemeinsam mit Partnern aus anderen Ländern hat das deutsche Komitee zudem ein Dossier zum Goldenen Brief des birmanischen Königs Alaungphaya an den britischen König George II. eingereicht. Auch waren deutsche Experten an der Nominierung digitaler Sprachensammlungen sowie persischer und arabischer Handschriften des Buches "Al-Masaalik Wa Al-Mamaalik" beteiligt. Zum digitalen Unesco-Register "Memory of the World" gehören ausgewählte Dokumente, darunter Buchbestände, Handschriften, Partituren, Unikate, Bild-, Ton- und Filmdokumente. Es besteht seit 1992 und umfasst derzeit rund 300 Dokumente, darunter die 21 Thesen der Solidarnosc, die Magna Charta und der Azteken-Codex in Mexiko.

Friedensforscher Peter Strutynski gestorben

Jahrzehntelanges Engagement für die Friedensbewegung

Der Friedensforscher Peter Strutynski ist tot. Das teilte der Bundesausschuss Friedensratschlag auf seiner Internetseite mit. Auch die Zeitung "Neues Deutschland" berichtete darüber. "Mit ihm verliert die deutsche Friedensbewegung einen der profiliertesten Köpfe", so der Bundesausschuss. Für den Politikwissenschaftler Peter Strutynski bestand der Erfolg der Friedensbewegung darin, dass sie mit hartnäckiger Aufklärungsarbeit dazu beigetragen habe, dass die einst so militaristische deutsche Bevölkerung heute mehrheitlich Krieg ablehne. Und diese Beharrlichkeit zeichnete auch Strutynski im Dienst für die Friedensbewegung aus. Sein Freund und Kollege, der emeritierte Politikwissenschaftler Werner Ruf, beschreibt ihn als ein Musterbeispiel an Härte, Zähigkeit und Widerstandskraft. Als Sprecher des Friedenspolitischen Ratschlages habe es Strutynski, der auch an der Universität Kassel gelehrt hat, "wie kein anderer vermocht, einen Brückenschlag herzustellen zwischen Friedensforschung und wissenschaftlicher Analyse". Peter Strutynski starb im Alter von 70 Jahren an den Folgen eines Hirntumors.

Forscher sucht nach Grab der Nofretete

Er vermutet weitere Räume in der Grabkammer Tutanchamuns

Der britische Ägyptologe Nicholas Reeves macht sich mit einer Gruppe Wissenschaftler in Ägyptens Tal der Könige auf die Suche nach der bislang unentdeckten Grabkammer der Nofretete. Eine vielbeachtete, neue Theorie des profilierten Forschers vermutet hinter einer Wand in der weltberühmten Grabkammer Tutanchamuns weitere Räume. Reeves erkannte auf hochpräzisen Oberflächenaufnahmen Hinweise auf vermauerte Durchgänge und will seine Theorie nun mit Hilfe von Radarmessungen belegen. Dass es gerade Nofretete ist, die sich hinter der Nordwand der Kammer verbergen soll, erklärt Reeves unter anderem mit der Verbindung zwischen ihr und Tutanchamun. Nofretete war dessen Stiefmutter und - in Reeves Theorie - gleichzeitig seine Vorgängerin als Pharaonin. Die weltbekannte Büste der schönen Nofretete ist auf der Museumsinsel in Berlin ausgestellt und hat in den vergangenen Jahren Millionen Besucher angezogen. Mit konkreten Ergebnissen ist noch nicht zu rechnen. Eine offizielle Pressekonferenz ist für den Donnerstag in der ägyptischen Hauptstadt Kairo angekündigt.

"Hotel Transsylvanien" erobert mit Fortsetzung Kinospitze

Film übertrifft am Startwochenende ersten Teil

Mit einer Neuauflage seiner Komödie "Hotel Transsilvanien" hat Sony den Erfolg des Trickfilms von 2012 fortgesetzt. Der Film spielte an seinem ersten Wochenende in den USA und Kanada nach Angaben des Branchendienstes Boxoffice Mojo 47,5 Millionen Dollar (42,4 Millionen Euro) ein. Damit lag er fünf Millionen Dollar über dem ersten Teil. Auf Platz zwei kommt noch ein Neueinsteiger. "Man lernt nie aus" mit den Oscar-Preisträgern Anne Hathaway und Robert DeNiro schaffte mit 18,2 Millionen aber nur ein Drittel des Trickfilms. Vorwochensieger "Maze Runner - Die Auserwählten in der Brandwüste" wanderte zwei Plätze nach unten.

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