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Interview | Beitrag vom 06.07.2018

China und USAGibt es auch eine Kunst des Handelskriegs?

Gregor Paul im Gespräch mit Ute Welty

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US-Präsident Donald Trump verlässt das Weiße Haus in Washington, um nach Camp David zu fliegen; Aufnahme vom 1. Juni 2018 (picture alliance / Consolidated News Photos)
US-Präsident Donald Trump verlässt das Weiße Haus in Washington, um nach Camp David zu fliegen; Aufnahme vom 1. Juni 2018 (picture alliance / Consolidated News Photos)

"Handelskrieg" zwischen USA in China: Heute treten die Strafzölle in Kraft. Wer wird diesen Krieg gewinnen? Und hilft den Chinesen dabei möglicherweise das Buch "Die Kunst des Krieges"? Der Philosoph Gregor Paul sieht hier durchaus Parallelen.

Etwa 2500 Jahre alt ist das Buch "Die Kunst des Krieges" des chinesische Generals, Militärstrategen und Philosophen Sunzi - und doch sagt es uns möglicherweise etwas über den aktuellen Handelskrieg zwischen China und den USA.

"Es ist natürlich ein Unterschied zwischen einem in Anführungszeichen regelrechten Krieg oder Kriegen, wie wir sie etwa im Nahen Osten beobachten auf der einen Seite und einem Handelskrieg auf der anderen Seite", so Gregor Paul im Deutschlandfunk Kultur, Ehrenvorsitzender der Deutschen China-Gesellschaft und Experte für chinesische und japanische Philosophie. 

Auf den richtigen Zeitpunkt kommt es an

Denn es gehe im Handelskrieg ja nicht um Mord und Totschlag oder darum, Territorien zu gewinnen. "Aber es gibt selbstverständlich Verfahren, Methoden, die auch in Handelskriegen und nicht nur in – in Anführungszeichen – in regelrechten Kriegen eine Rolle spielen und die im Klassiker 'Die Kunst des Krieges' aufgelistet werden," sagt Paul, der auch die Einführung zur deutschen Ausgabe des Buches verfasst hat.

Dazu gehöre beispielsweise, List und Tücke anzuwenden. "Es gehört auch Spionage dazu. Wenn irgend möglich, sollte man auch Zeit und was jetzt hier nicht so sehr gilt, zumal nicht im digitalen Zeitalter, sollte man auch die Zeit der intensiven Auseinandersetzung bestimmen."

(uko)

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