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Tonart | Beitrag vom 20.05.2021

Cher wird 75Superstar und queere Ikone

Benedict Weskott im Gespräch mit Oliver Schwesig

Die Sängerin Cher, live in Kopenhagen, 2019. (picture alliance / Photoshot / Gonzales Photo / Lasse Lagoni)
Den ersten Nummer-eins-Hit hatte Cher 1965. 2019 stand sie immer noch auf der Bühne. (picture alliance / Photoshot / Gonzales Photo / Lasse Lagoni)

Cher feiert ihren 75. Geburtstag. So viele Metamorphosen sie auch durchgemacht hat, so viele Stationen ihre Karriere hatte – in der LSBTQ-Community hatte sie immer eine treue Fangemeinde. Benedict Weskott erklärt, warum.

Geboren als Cherilyn Sarkisian, wurde Cher zuerst als Duo mit ihrem Ehemann Sonny Bono bekannt: Gleich die erste Single "I Got You Babe" landete 1965 auf Platz eins in den US-Charts. Als Solo-Künstlerin hatte sie später ihre eigene Show in Las Vegas, füllte weltweit die Konzerthallen, war Schauspielerin und einfach Person des öffentlichen Lebens. Überall habe sie Erfolg gehabt, sagt Journalist*in Benedict Weskott – und Emmys, Grammys und sogar einem Oscar gewonnen. "Das wirkt auf viele übernatürlich – deswegen wird sie auch 'Godess of Pop' genannt."

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Cher sei für viele ein Vorbild, was Unabhängigkeit und Selbstbestimmung angehe, sagt Weskott: "Sie hat immer weitergemacht – gegen Widerstände, Beleidigungen und auch bei Misserfolg, den es durchaus auch gab." All das erlebten auch queere Menschen immer wieder in ihrem Leben, betont Weskott: "Frauen, die sich nicht kleinkriegen lassen, sind daher schon lange Ikonen für die schwule Community, aber auch für andere queere Menschen."

Große Nähe zur queeren Kultur

Zudem habe Cher auch früh die Nähe zur queeren Kultur gesucht: Sie habe zum Beispiel 1979 Dragqueens für ihre Show in Las Vegas engagiert. Insgesamt habe sie sich über die Jahrzehnte hinweg ein unerschütterliches Standing erarbeitet. Und gerade die weibliche Power, die Lust am Künstlichen und an der Übertreibung - die ästhetische Aufwertung von Trivial- und Populärkultur – habe ihr die loyale queere Fanbasis beschert, vermutet Weskott.

Die Sängerin Cher in den 1970er-Jahren. (picture alliance / Globe ZUMA / g49)Die Sängerin Cher in den 1970er-Jahren. (picture alliance / Globe ZUMA / g49)

In den USA sei Cher heute vor allem eine Social Media-Persönlichkeit: Da zeige sie auch klare Kante gegen Sexismus und Rassismus und eben auch gegen Homo- und Transfeindlichkeit. Hinzu komme, dass sich ihr Sohn Chaz Bono vor gut zehn Jahren als trans* geoutet habe. Cher sei auch vorher schon Unterstützerin der Schwulenbewegung gewesen, aber mit der energischen Unterstützung ihres Sohnes habe sie noch einmal viel Sympathie gewonnen: "Und sie hat sich zum Beispiel auch stark gegen die Trump-Regierung positioniert und immer wieder kritisiert, dass die Rechte von trans* Menschen eingeschränkt wurden."

(mfu)

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