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Konzert / Archiv | Beitrag vom 10.12.2015

Chatschaturjan als SinfonikerBaumwollernte und 15 Trompeten

Live aus der Stadthalle Chemnitz

Der Dirigent Frank Beermann (Dieter Wuschanski/Theater Chemnitz)
Der Dirigent Frank Beermann (Dieter Wuschanski/Theater Chemnitz)

Dem armenischen Komponisten Aram Chatschaturjan widmet die Robert-Schumann-Philharmonie Chemnitz einen Konzertabend. Wir sind live dabei - außerdem spielt Herbert Schuch die ersten Klavierkonzerte von Prokofjew und Schostakowitsch.

Aram Chatschaturjans 3. Sinfonie ist ein stählernes Werk des Sozialistischen Realismus. Mit 15 Trompeten, mit Orgel und großem Orchester werden die künstlerischen Wahrheiten proklamiert. Heute erscheint uns die Musik Chatschaturjans ohne politische Konnotationen aber schon wieder erstaunlich interessant.

Das Programm dieses Sinfoniekonzertes wird ergänzt durch Musik zweier Komponisten, die nicht nur mit Chatschaturjan befreundet waren, sondern auch dessen politisches Schicksal teilten: Sergej Prokofjew und Dmitrij Schostakowitsch. Alle drei wurden in den 1930er und 1940er Jahren wegen angeblich formalistischer und anti-sowjetischer Tendenzen in ihrer Musik von der sowjetischen Führung, oftmals von Josef Stalin persönlich, gemaßregelt. Danach mussten sie einen jeweils eigenen Weg finden, um innerhalb des politischen Systems künstlerisch überleben zu können.

Sein effektvolles Konzert für Klavier, Trompete und Streichorchester schrieb Schostakowitsch allerdings noch vor dieser ideologisch katastrophalen Zeit. Er war 26 Jahre alt, hatte bereits drei Opern und drei Sinfonien komponiert und galt als hoffnungsvolles Talent. Ähnlich verhält es sich mit Prokofjews erstem Klavierkonzert. Auch in diesem Jugendwerk ist noch nichts zu spüren von den Schwierigkeiten, die Prokofjew in späteren Jahren begleiten sollten. Die Uraufführung 1912 in Moskau spielte der 21-jährige Student des St. Petersburger Konservatoriums selbst am Klavier.

Der Abend beginnt mit einem Auszug aus Aram Chatschaturjans bekanntestem Werk, seinem Ballett "Gajaneh", einer einstmals realsozialistischen Romanze um die Baumwollpflückerin Gajaneh, ihren alkoholkranken Mann Giko und potentielle andere, "besser geeignete" Männer. In diesem Ballett zündet Chatschaturjan ein Feuerwerk von Musik, die er mehr oder minder direkt den Kulturen des Kaukasus abgelauscht hat. In der dritten Gajaneh-Suite, die Chefdirigent Frank Beermann für diesen Abend ausgesucht hat, ist das allerberühmteste Werk armenischer Musik - der Säbeltanz - natürlich enthalten!

 

Live aus der Stadthalle Chemnitz

 

Aram Chatschaturjan

"Gajaneh" Suite Nr. 3

 

Sergei Prokofjew

Konzert für Klavier und Orchester Nr. 1

 

ca. 20.45 Uhr Konzertpause

 

Dmitrij Schostakowitsch

Konzert Nr. 1 für Klavier, Trompete und Orchester

 

Aram Chatschaturjan

Sinfonie Nr. 3 für Orchester, Orgel und 15 Trompeten

 

Herbert Schuch, Klavier

Thomas Irmen, Trompete

Robert- Schumann-Philharmonie Chemnitz

Dirigent: Frank Beermann

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